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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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214 hällnise« jur laUmce isr. Uni«. HU Delegirte sollen fungiren ») di« Abgeordneten der hauptsächlichsten Loeal-Eomitä« der Alliance isr. Univ. in Deutschland; d) Vertrauensmänner nach sreier Wahl de« Vorstände«; o) der Vorstand hat die vorarbesten für diese Organisation in geeigneter Weise'den Delegirten zur Kenntniß zu bringen; ck) di« etn>a zur Ausführung nothwendigen Gelder werden dem Vorstand zur Disposition gestellt: ») die General-Versammlung bevolln ächtigt den Birstand, dem von der Versammlung der Delegirten aufgestellt« Statute Namens de« hiesigen Zweiges beizutreten. (Die frag!. Versammlung soll im Septemd statifinden. Re^) II. Hberkin, 23. Juni. Da« hiesige Palästina-Eomits hat beschlossen, Beiträge für Errichtung von Waisenhäusern in 1 Palästina zu sammeln und wird demnächst damit vor die i Oeffentlichkeit treten. I Gegen die jüngst ftattgebabre Wahl de« Verb Hamidrasch- > Vorstände« war von einem durch seine excentrische Frömmig- . keit bekannten vr. beim Polizei-Präsidium Beschwerde geführt , worden. Es wäre dies an sich unerheblich, jedoch hier lag die Cache anders. .Schon seit Zähren strebt der Gemeinde- ' Vorstand dahin, auch das Veto Hamidrasch zu geigeristren,; und becnsprucht die Verwaltung desselben. Es war nun vom Polizei-Präsidium dahin entschieden worden, daß der jetzige Borstan» des Beth Hamidr. nur insoweit die Verwaltung j desselben führen solle, daß er in Gemeinschaft mit dem Gr- 1 meinde-Vorstände ein neues Statut vereinbare, andenifalls > würde solches von Aufsichtswegen festgesetzt worden. Hier-; gegen wurde man vorstellig, und ist nun dieser Tage die Selbst- | ftändigkeit des Beth Hamidrasch vom Polizei-Präsidium anerkann» und gegen den zeitigen Vorstand kein Bedenken gellend! gemacht worden. Der ftomme Dr., der den Schulchan *r«ch | sonst als einzigen Leitstern anerkennt, hat ungeachtet seines! Verstoße» gegen '»2 V fl K-2V.1 seine ftomme Abficht, selbst in die Verwaltung zu kommen, nicht erreicht, hätte aber leicht den bisherigen Bestand der Anstalt gefährden kännen, wie der Leser nach obiger Andeutung begreifen wird. Anm. d. Red. Der erste Satz vorstehender Eorresp. giebt uns Anlaß zu einem berichtigenden Worte in Betreff einer vor etwc 10 Tagen durch die Journale gegangenen Notiz wegen einer von Herrn Prof. Grätz und den beiden Herren Lewy, seinen Gefährten auf der Reise nach Palästina, ausgearbeiteten Denkschrift über ihre Beobachtungen und ihre Vorschläge zur Abstellung mancher Uebelstäude und Mißbräuche. Die Denkschrift liegt un» vor, die auSzügliche Notiz, die wir im Auge haben, ist auch nicht gerade entstellt, aber sie ist nur durch Indiskretion oder Schlimmeres in die Oeffentlichkeit gekommen. Wir können auf das Bestimmteste versichern, daß die Denkschrift, aus naheliegenden Gründen, nur als Manuskript gedruckt und nur für die Vorstände der Palästina- Vereine Ixstimmt war. Die Errichtung von Waisenhäusern ist dort a i die erste in Angriff zu nehmende Maßregel bezeichnet und begründet. M. Minden, 20. Juni. (Or. Corr.) Ich weiß nicht, ob Sie den Aleichs-Anzeiger zu Gesicht bekommen und möchte daher Ihnen eine intereffantr Notiz aus dem in demselben publizirren Haushallsetat für Elsaß und Lothringen mittheilen. Zu liiesem Etat find unter den gewöhnlichen Ausgaben ausgrworfm für den Israelitischen Kultus Besoldung« 135,850 Frcs. Andere persönliche Ausgaben 50,150 „! Sachlich« Ausgaben 22,800 „ Summa 174,850 Frcs. Für den katholischen Kultus sind ansgeworfen 2,439,575 Frc«. — T. Für den evangeliftren 875,550 „ 97 „ Summa 3,115,135 ,. 97 „ und mit den israeb tischen 174,85i» „ — „ Summa 3,289,.'>85 . „ 97 „ >ks ist mir nun das Berhältniß der israelitischen zur Gesammtbrvilkerung c ugenblicklich nicht genau bekannt, ich glaub« indessen, daß die Israeliten zu 3% der Bevölkerung angenommen werden könne». Der Antheil d:r crsteren an den vom Staate ausgesetzten Kultuskosten beträgt aber 5—Es geht demnach darau« hervor, daß die Reicheregierung die eigrnthümlichen diasporischen Verhältnisse der Juten wohlwollend berücksichtigt und dem israelitischen Kultus erheblich mehr zuwendet, als die Israeliten nach der Bevölkert» gszahl beanspruchen könne». Unter den außerordentlichen Ausgaben deS Etat» stehen noch ausgefnhrt: Zuschüsse zu Ki.che»- Pfarrhaus- und Synagogen-Bauten : 155,000 Frcs., ohne daß dieser Posten spezialisitt ist, sodaß sich der Antheil, wrlcher an dieser Summe auf die Synagogen fällt, nicht fessstelle» läßt. Leipzig, 26. Juni. (Or. Eorr.) Am gestrigen Tage fand in unserer Gemeinde ein seltene» Fest statt, die diamantene Hochzeitsftier des S. Fränkel'schen Ehepaares. Deputationen des Vorstandes, der Repräsentanten, der Handelskemner, der Geistlichkeit, Wohlthätigkeitsvereine und sonstiger Anstalten beglückwünschten daS Jubelpaar. Besonder« hervorhebeoswerth aber ist es, daß auch der Rath der Stadt Leipzig «S nicht verabsäumt hat, durch folgendes, vom Herrn Bürgermeister vr. Koch Unterzeichnete», diesen und den Jubilar gleichsehr ehrende! Schreiben von der Feier Act zu nehmen: „Am heutigen ^gc feiern Sie da» seltene Fest Ihrer diamantenen Hochzeit. Geehrt und geachtet in den Kreisen Ihrer engeren Freunre, haben Sie durch Ihre Humanität und stete Hülfsbereitschaft, wo es galt, Gutes zu stiften und mll unterstützender Hand einzugrtifen, sowie durch Ihre kaufmännische Thätigkeit und durch stete anerkennenswerthe Führung als ein wahrhaft guter Bürger sich auch die Achtung unserer Stadt >n hohem Maze zu erwerben und zu erhalten gewußt. Mit Freuden bringen wir daher im Namen der Stadt Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin unseren aufrichtigsten Glückwunsch zu dem heutigen Festtage dar. Möge es Ihnen von der Vorsehung beschieden sein, noch lange die Früchte Ihrer langjährigen Wirksamkeit und «ine» heiteren Lebensabend zu genießen!" Oesterreich. — r — Miete, 21. Juni. (Orig.-EorrZ Aehnlich dem in Ihrer letz rn Nummer' abgedruckten Berliner Circular für Rumänien hat auch das hiesige Comitö ein solches an die Mitgliüer der hiesigen Gemeind« gerichtet, da» ich Ihnen zum Abdruck überlasie. Sie werden zugleich daraus ersehen, daß keineswegs, wie Sie ftniher berichteten, eine völlig Lossagung von der Alliance beabsichtigt wird. E« soll aber allerdings dem hiesigen Vereine auch eine gewisse Selbftständigkett gewahrt bleiben. Das Eirculandu« lautet: Die Kunde von den neuerlich wieder gegen unsere Glaubensgenossen in Rumänien, in Smyrna etc. verübt« Gräuelthaten und Verfolgungen hat im Schooße unserer Eultus-

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