Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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H 20. - 1872. Zsrsrli! S. Jahrgang. Wochxn-Achrift für die religiösen und forialen hnteresien des Judenthums. Erschod» jeden Mittwoch, prei« »teNrljihrlich 20 «ilder^oschen. 3«fnttra<|(klkt |«t Mf tzutspeltiD» VettyeU« «der deren Raum 1'/» Sgr. 'tterantwortlicher Rabbiner vr icher Kedaklenr £tb : X Lre»e»rl Herand-eter eil in Stettin. Magdeburg, 26. ^uni 1872 Zu beziehen durch •0« vuchhandlungm und Poftanstaltea. )■ »er Hos.vuchdruckeret von Carl Frieje tu Magdeburg. Anhalt. Leitende Artikel» »ln Vorschlag, di, «„»Wanderung rhstischer Juden nach «werika detrefsend. — Bericht« und Morre» spondenzen» Denischland: Vit, rin. Breslau. Posen. Nassau. Sürttencherg. Rumänien — verneischt« uud nenßi« Mach richten» veuiben «./Ei. München. Bayern. Mainz. Me». Sie». Pest. Pari!.» Pari». Mailand. Rom. Pest. Smyrna. — Fentlleton» In einem Postwagen. Erzählungen von M. Goldschmidt. (Fortsetzung.) — Dn Ehe und da« Fegefeuer. — Inserat«. — Berichtigung. An unsere AbMnnenten! Mt der heutigen Nr. schließt da» zweite Quartalkder „Wochenschrift." Wir erinnern unsere geehrten Lbonnenten an die rechtzeitige Erneuerung ihre» Abonnen^nt» bei den Postanstalten. Wiederholmtlich-zeigen wir an, daß wir, um Reclam itionen wegen Verspätung (bei den Bestellungm durch die Buchhandlungen) zu begegnen, un» entschlossen haben, uch halb- und vierteljährliche directe Abonnement» anzunehmen. Wir versenden demnach gegen portofreie L rsendung von 1 Thlr. 1b Sgr. resp. LL^!g Sgr. die „Wochenschrift" direct, fraokirl unter Streifband pünktli \ am Ausgabetage innerhalb de» deatsch» österreichische» Postgebiet-; nach andern Ländern nur gegen besonder vergütigung der vollen Portispesen, die von dem Besteller leicht zu berechnen und beizufügen sind. Vie Lrpedition -er ist. Wochenschrift. *■ Carl Friese in Magdeburg. "v —1 ■ ■' * einzige vernünftige HälfSmittel. Auch für die rumänischen Juden wäre e» am besten, wenn ein Theil von ihnen eine andere Heimath aufsuchen möchte. Wir erhalten nun von befreundeter Hand einen Vorschlag > zur Ermöglichung und Organistrung der Auswanderung und veröffentlichen denselben hier. Man theilt unmit, daß er von einem intelligenten Kaufmann entworfen sei. Wir glauben, daß einzelne Punkte auf den ersten Blick barock erscheinen werden, aber wir halten den Grundgedanken für sehr richtig und fruchtbar. Wir bitten um eingehend« Erwägung! Der Verfasser begründet zuerst die Idee, daß die Fond» zur Auswanderung sich durch Rückzahlung wieder, ergänzen müßten, und daß die Alliance Ist. Untv. die Angelegenheit in die Hand nehmen solle und macht dann folgend« Einzelvorschläge: „1. Zu Gunsten der bedrängten und gekränkten Juden in Westrußland und in Rumänien, wie a. a. O. bildet die All. Zsr. «inen abgesonderten Fond» innerhalb ihrer Rasse, soweit ihr diese» ihre Mittel erlauben. 2. Dieser Bestand erhält eine nachdrücklich betriebene Verstärkung, durch eine besindere Sammlung unter Angabe deS Zwecke- und der Bestimmung derselben zur Förderung der Auswanderung bedrängter Juden. 3. AuS diefrm Fond» werden zunächst die jugendlichen Rräfte und je nach Maaßgabe der vorhandenen Bestände oder Zuflüssen aufsteigend bl» zu den Greisen — solchen Ländern durch Auswanderung entzogen, die den Werth d«S Menschen überhaupt und de« Juden insbesondere zu schätzen noch nicht gelernt haben, um diese in Länder zu verpflanjea, deren Leiter die» bester verstehen. Li» Vorschlag, die Auswanderung russischer Juden nach Amerika betreffend. ES find drei Jahr« verstrichen, seit wir zuerst (im „Israelit' 1869 Nr. 19 und „Allg. Z. d. Jud." Nr. 22) die Idee organistrter Auswanderung der damals so schwer von HungerSnoth heimgesuchten westrussischen Juden unter da» Publikum gebracht haben. Sie wurde bei un« im Allgemeinen beifällig aufgenommrn, die Ausführbarkeit wurde jedoch stark bezweifelt, und die amerikanischen Jsraeliten wiesen str mit heftigem Zorn zurück. Drei viertel Jahr später war di« Bache in voller Ausführung begriffen und gedieh über Erwerten. Die Amerikaner hatten ihre Abneigung in Wohlwollen verwandelt, ste erkannten und bezeugten, daß die Einwanderer 'ihnen nicht zur Last fiele», sondern, einmal unterstützt, sich selbst zu helfen und zu ernähren Willen« und im Stmd« sei«,?; auch traf ein, wa« wir vorausgesehen hatten: die Eingevanderten schickten nach kurzer Frist Geld oder Schis«. k«ten, um Angehörige Nachkommen zu lasten. Vom August 1870 an wurde bU so schön organisirte Thätigkeit der tfomütt unterbrochen S» ist Zeit, ste wieder aufzunehmen, und wir wissen, daß man schon damit begonnen hat; indesten liegt » in der Natur der Ding«, daß da« Interesse bei sehr viel« Glaubensgenossen erkaltet ist. „Spätere Nothstände bring« die früheren in Bergestenheit"; die traurige Lage der peifischen und rumänischen Juden hat den Gedanken an die B«» freiung der westrussischen in den Hintergrund geschoben. Ab«: die Lagt der letzteren ist uoch so mißlich, wie zuvor; di« Wanderbettelei nimmt überhand; Auswanderung bleibt da«