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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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*t rr. - 18n. Ittsrlmschr as<*:•««*. Wochen sZchrift für die religiösen trab socialnü Interessen des Judeuthums. ErscheiM l&n Mittwoch. Pni, ckottkljLhrlich 20 Sil»«r,r«Ichw. |«x Mt MffoMgc Petttzeil« »der denen Raum Vit egt. Lerarttwoctlicher RedakU» Und Herautgeder Rabbiner vr. 2i. Nrrttßfel» in Stettin. -»A Magdeburg, 2SAMai 1872. Zu dezich«, durch all« Buchhandlungen und Poftanstalten. Iuferutrn-Anuuh«« t» bn Hos-Buchdruckerel von Carl Aries« in Magdeburg. Inhalt. Bettend« Artikel» Der deutsch« «eichbtag Aarrespandenze». Deutschland: Stettin. Berlin. Memel. H mänien: Bukarest. verwisrbt« und Neueste -kaechrtehtenr Sutti, Roman. ) — Inserate. — Spende« für dt« »erser. — vrl Ver dentsche Veichrtag über die 2«de»oerfolg«ttge» in Nomaaien. Der Vorstand der Synagogengrineinde za Lyck hat wegen der Judenverfolgungen in Rumänien eine Petition an den Reichstag gerichtet und gebeten „dahin zu wirken, daß da> Deutsche Reich seinen Einfluß in Rumänien geltend mache, den unaufhörlichen Judenverfolgungen ein End« zu setzen." Der Bericht der Pettttonstcoinmission, welche am 13. M über diese Sache verhandelt hat, ist un» durch di« Freundli keit d«* ^rru ^eordueten Schmidt schon am 17, z gangen. Die Beschleunigung^ womit Idle Sache worden ist, ist schon an sich ein gulrst Zeichen. Wir geben daher den Hauptinhalt dest von G. v. Bunsen erstatteten Berichtest (Rr. 82 B de 1872. VIII. Bericht der Komm. f. Pet.) in wörtliche» Austzügrn; da der Schwerpunkt der Verhandlungen dirstmal in den Erklärungen der Regierung liegt, so wird die in Aussicht stehende Debatte im Plenum schwerlich Wichtigeres bringen, alst dast hier Mitzuthellende*) Leider liegt der Schwerpunkt in all' den Parlament-Verhandlungen, Erklärungen, Jntercesstonen und diplomatischen Roten nicht. Ein paar Schwadronen deutscher Reiter würden dast verlhierte und feige Gesindel zur Vernunft bringen und im Zaume halten, eben dast bleibt unmöglich. Jedenfalls hat der Reichstag sich zum erstenmale um eine Judenverfolgung im Austlande gekümmert; im alten Bunde hätten wir dast nicht erlebt. Der Bericht giebt zuerst folgenden interessanten Rückblick: „Erst seit den dreißiger Jahren hat die Einwander ung von Juden nach dem gegenwärtigen Fürstenthume Rumänien, insbesondere nach der Moldau, au- Rußland und Oesterreich in erhöhtem Maße stattgefunden. Gesetzlich oder zuin Mindesten fakttsch von Steuern befreit, genossen die eingewandrrten Istraeliten unter dem patriarchalischen Regiment der Moldau einer größeren Freiheit der Bewegung, alst sie ihnen in den beuachtbartea Ländern gewährt war. Unter diesen Umständen kounte ihr« Zahl in so hohem Maße zuuehmen, daß einige einheimische Schriftsteller sie auf etwa ein Viertel aller Bewohner der Moldau berechnen. Est «regt auf der Hand, •) Die versUMmlmig het inpuische» a»ch sch«« am 22. ftattgefund«. vergleich« „neitefte Rachrich««." ^i« Judenverfolgungen in Rumänien. — Berichte »ud k»u» Württemberg. Oesterreich: Wien, tkngland: London. Ru, Im Aranksim a. M. Schrimm. Ort». München. Lin.», velson. ider -tedartion. ^ß eine so zahlreiche Bevölkerungstklaffe der Aufmerksamkeit sich in Rumänien bildenden politischen Partei nicht entgehen »nie. Die nach ihrem Führer Jan Lrattano sogenannte itiano'sche Partei beschäftigte sich zunächst mit dem Gedanken, tch die Emanzipation der Juden einen durch feste Fügung innigen Zusammenhalt brauchbaren Bundesgenossen zur prchführung der „ national-Rumänischen" Parteipolitik zu »innen. Dahin gehend« Vorschläge fanden jedoch einen »sten Widerspruch seltenst der sogenannten Independenten - welche unter der Führung Ionestctl'st namentlich in Rativistmuß zur Schau trägt der Istraeljten zum Staatstbürgerrecht nichtwissen will. Die Freundschaft für die Juden schlug nunmehr inst Gegentheil um. Man benutzte den Machtzuwachs, welcher der Lrattano» schen Partei nach dem Regierungsantritte de« Fürsten Earl zu Theil geworden war, um zunächst den Rechtststand der Istraeliten herrabzudrückeu, sodann sie zu verfolgen. Während dast Civilgesetzbuch vom 4 Dezember 1864 den Juden die Naturalisation in Rumänien nach zehnjährigem Aufenthalt und tadelloser Aufführung möglich machte, ward ihnen dieselbe in dem Artikel 7. der neuen Rumänischen Verfassung vom 1. Juli 1866: „Nnr die Fremden der christlichen Glaubensbekenntnisse können die Naturalisation erlangen" ein für allemal abgrschnitten. Schon im Jahre 1867 begann die Reihenfolge planmäßig in Scene gesetzter Iudenhetzen in Ga» laz, Kalarasch, Botoschani, Trkutsch, Bakau u. s. w., welche in kurzen Zwischenräumen bist heute sich fortgesetzt haben und deren Einzelheiten noch in frischem Andenken leben. Die jüngste derselben vom Januar und Februar d. Z. trägt insofern ein eigenthümlichest Gepräge, alst fir sich in den Niederungen der Donau, auf dem erst seit dem Krimkriege zur Moldau geschlagenen früher Bessarabsschen Gebiete abspielt. Dir vormal» gänzlich unbewohnten Pußtrn in diesem wafferreichen Landesttheile waren in den vorhergehenden Dezennien durch die Betriebsamkeit der Rusfischen Regierung vornehmlich durch Bulgarisch« Familien bevölkert worden, welch« in Folge der Aufstände in ihrem Heioiathlande einen neuen Wohnsitz zu suchm veranlaßt waren. Da in diesem Landesttheile eine nur geringfügig« Rumänisch« Bevölkerung vorhanden ist und,

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