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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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it ri. - i87*. Zsrs-Wsch- S. Jahrgang. Wochtn-Schrift für die religiösen und socialen Interessen des Judeuthums. Erscheint jeden Mittwoch, tyttt »iatrljihrlich 20 SUterzroschen. fll Mt bretspalti-« Pttttzetle «der der«, Raum 1'/. «gr. verantwoctllcher Nedakteu» und Heraudgeber Rabbiner vr. H. Lrexnfrl» in Stettin. Magdeburg, 224 Mai 1872. Zu beziehen durch •Dt Buchhandlungen und Pofianstallen. Inseraten«Anuahme la Wv Hos» Buchdruckerei von dari Fries» in Magdeburg. Inhal». Leitend« Artkkrlr Eine Charakteristik der Jude». — Bericht« »nd Eorrrspondeuzen. Deutschland: Vojm. Creseld. Bon der Leine. Hamburg. Wielbaden. München. Au» Württechsterg. In Westhofen. Oesterreich: Lemberg. Frankreich: Pari«, kürkei: Smprn». Ber»tscht« «nd «enestr Nachrichtenr Stettin.' Berlin. Frankfurt a. M. Posen. Wien. Pest. Schweiz. «,m. tkischenew. Bukarest, tkonstantinopel. New.York. Fentlletonr NeisebMes« au» dem Orient. (Schluß.) — Inserat«. — Briefkasten der Expedition. Li«e Charakteristik der Jude«. Dem „Globus" (Nr. 18) entlehnen wir nachstehenden Auszug aus einem Artikel der „Saturäa^ Reviere" vom 23. März, welcher — wie die erstgenannte Zeitschrift vorauSschickt — anknüpfend an die Judenverfolgungen, die kürzlich (wieder einmal) mit gewohnter Brutalität von den verkommenen Rumänen in Scene gesetzt worden sind, die Stellung der Juden in Europa überhaupt bespricht und scharf den ethnischen Gegensatz beleuchtet, der zwischen Juden und Europäern immer noch besteht. — Wir halten eunfern Lesern gegenüber für rntkfettA* *» riatelaen Etrüen dt» JUtfia|cl *a»erhM machen, fir werden da» Richtige und Treffende von dem schen oder Schiefen leicht unterscheiden; ein kurzes Urtheil über das Ganze folgt am Schluffe. Sat. Reo. sagt: „ES ist nicht bloß der religiöse Fanatismus, welcher die Rumänen gegen die Juden aufbringt. Es ist die alte Geschichte. Die Juden sind gescheidter als die Ehristen. Sie sind betriebsamer, intelligenter, mehr untereinander verknüpft. Sie verdienen Geld, wrnn der herabgrkommene Christ keine» verdient. Sie verleihen Geld, kommen in Besitz des Eigenthum» ihrer Schuldner, und da» nehmen die Christen übel auf. Es liegt gewiß für ein barbarisches Gemüth recht viel Süße» darin, zuerst bei Jemand zu borgen und dann, wenn er sein Geld zurückoerlangt, ihn zu hauen, und halb todt zu schlagen aus hochreligiösm Gründen! Die Rumänen sind in dieser Beziehung erst auf dem Standpunfte, auf welchem die Engländer im dreizehnten Jahrhundert standen. Aber merkwürdig bleibt, daß trotz aller Verfolgungen die Juden ihre Stellung bewahren — sie sind nicht mit halben Maßregeln zu zermalmen. Wo Geld zu verdienen ist und fle nur ihr Leben, selbst als eine verfolgte und elende Race, fristen dürfen, da blühen sie, vermehren sich und werden reich. Stein Ort ist zu fern, keine Form drS Handels zu widerwärtig, kein Jtliina zu ungesund für den Juden. Er fürchtet weder Vereinzelung noch unangenehme Lage, denn er und sein Volk find Jahrhunderte lang zerstreut und elend gewesen. Er wird aufrecht erhalten durch dir Traditionen seiner Race, durch das Mitgefühl seiner Brüder, durch die Hoffnung seiner Religion und die Beschauung deS Geldes, welcheer anhäuft. In Rumänien sollen die Zuden deshalb noch mehr als in andern lbbarbarischen Ländern gehaßt werden, weil sie dort so zahl» ch sind. Sie wachsen dm Christm über dm Kopf, die sie wie der Sand am Ocean vermehren sehen, obgleich sie »erfolot und unter die Füße getreten werden, und die Furcht isor einer Macht, die sie nicht zerstören können, ist einer der stärksten Beweggründe, um die Wuth der rumänischen Bevölkerung anzufachen. ' Zwischen den Zuden Rumänien» und jenen Galiziens Böhmm» ist kein wirklicher Unterschied, noch können sie dm Jude» Deutschlands, Frankreichs oder Englands ge- >nt werden. Die schmutzigm Wucherer Rumäniens find niKrigM 'Be Vm Akk FlmuiMS von -London ober Fimikfurt, und daß die Judm eine große Macht in Europa stnd, läßt sich nicht bestreiten. Welche» stnd denn, mögen wir fragm, die Geheimniffe ihrer Macht? Religion, die Kunst de- Geld» machenS und innere Einheit. Eine ceremonielle und daher exclusive Religion, eine Religion, die ihre Mitglieder durch einen Ritus verbindet, welcher der üb!gm Welt fremdartig erscheint, eine solche Religion giebt ihren Anhängern einen starken Halt. Sie stnd gleich den Menschen in einer belagertm von der Außenwelt abgeschnittmen Festung, die verpflichtet stnd, sich gegenseitig zu schützen und untereinander zu helfm. Aber die Religion allein genügt nicht, um eine Race auf eine solche Höhe zu bringen. Die Zuden und die Parst» stehen hoch, nicht nur» weil sie ihre Söhne beschneiden, oder Fmer auf den Spitzm ihrer Häuser anzünden, sondern weil sie Geld verdimen. Der Geldbesitz verleiht ihnen ihre Wichtigkeit; aber es ist wieder nicht allein daS Geld, welches diese» bewirkt — eS stnd die Eigenschastm, welche sie beim Derdimm zur Geltung bringen, die sie emporheben: die Geduld, die Ausdauer, da, wo andere zurückschreckm, das Wagen selbst bei großem Ristco. Und die Zudm stnd nicht nur religiös und reich, sie stnd durch innere Band« untereinander verknüpft. Die innere Welt deS ZudaiSmuS ist demokratischer Natur. Der Millionär dmkt nicht daran, seinm ärmsten und niedrigstm Bruder zu verachtm oder ihm Hülfe zu verweigern- Die Güte der Zuden ist freiwillig, ungemacht. Der schäbigste Hutkäufer oder Orangmhindler von HoundSdich (schmutziger Zudenstadttheil London») ist so sicher da» er die Mittel erhält, um da» heilige Paffahfest feiern zu könnm, alS ob er in einem

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