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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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/ *** 168. Hstorl-Sai». Sm Bord de» russischen Dampfer» Oleg, den 3. März '/,8 früh. Wir find jetzt nahe an Jaffa und Palästina, oder vielmehr auf der letzten Starion dahin. De« Morgen« hielt da« Schiff im Hafen von Port-Gaid. ES ist ein neues Städtchen, von wo au« Dampfer nach vielen Seiten und eine Eisenbahn nach Zsmalla abgehen. Eine Menge Paflagiere sind auf dem Schiff«, die fast alle nach Jaffa gehen. In kaum 24 Stunden find wir daselbst und dann ist da« Ziel unserer Reise erreicht.. Jaffa, Montag, den 4. März, Mittag. Da« Schwerste ist überwunden. Jetzt geht unsere Reise so regelmähig wie ein Ausflug nach N. Zn Port-Said hielt da« Schiff sehr lange an, und al« e« abging war die Schwankung so groß, daß wir uns ausstrecken mußten, um die Seekrankheit zu vermeiden, sie hat uns auch verschont. Es waren soviel Passagiere nach Jaffa, daß der Salon für sie abgegeben werden mußte. Biele Damen, auch junge Mädchen, al« wenn es ein Tram de plaisir wäre. Des Morgen« gegen 6 Uhr ' war Jaffa in Sicht, aber da« Schaukoln de« Folge der Brandung war unerträglich. Run kam xri fürchtete Moment de« Landen«. Man wird au» dem in die Barke gehoben, diese wird von den Wogen endlich geht es durch eine Felsenöffnung, dann wird in« ] halbnackten Trägern auf die Schultern genommen und Land getragen. Schlimmer indeß ist der Anfall der Tr beim Landen. Tausend Hände strecken sich entgegen, von Stimmen schreien nach dem Gepäcke. Man fürchte» Augenblick beraubt zu werden. Man kennt nicht einmal § Commissionär, dem man die Sachen zugezählt hat. Al« läng» des Hafens durch den Bazar gingen, redete uns: Herr deutsch an. E« war Herr B. Dieser führte rat Hütel und sein Bruder machte unsern Dragoman und Begk bi« Bairuth. Wir haben schon die Reisetage festgesetzt.. Jaffa liegt reizend terrassenförmig am Meere, ro Gärten umgeben es, voll von goldenen Orangen, so greff ein Rinderkopf. DaS Wetter ist prächtig bei 16* R. (Fortsetzung folg«.) Hilferuf der Jsrueliteu zu JSmakl. Geliebte Brüder! Thrinmschweren Auges und tiefbekümmerten Herzens ergreifen wir di« Feder, Euch eine gedrängt« Beschreibung des haarsträubenden Unglücks zu liefern, tat über unsere arm«, unschuldige Gemeind« hereingebrnchen. Nicht etwa um Euere Herzen zu rühren, Euere Mildthätigkeit anzuspornen; denn wir wissen, dah es dessen nicht bedarf, daß Ihr bei den ersten Nachrichten, unsere Leiden mitempsunden noch ohne sie genau zu kennen; unsern Kummer gelheilt, ohne dessen Größe nur zu ahnen; daß chr mit uns ob der schweren Schicksalsprü» sang getrauert anb geweint habt. Nein! blo» um Such unser Elend in seiner ganzen Nacktheit ,u zeigen, Euch nnser Mißgeschick in dessen ungeheurem Umfange anschaulich zu machen, und um Euch zu überzeugen, daß zur Linderung unserer Leiden gering« Mittel nicht ausreichen. Die Feder sträubt sich, den Jammer z« beschreiben; das Herz bebt unter dem Eindruck« des gräßlichen Elends; jede Fiber zuckt bei der Erinnerung an die Gräuel, di« wir hier erlebt. — Schrecklich ist das Bild! an di« Zeiten der Inquisition, an die Frevel der Pariser Bluthochzeit mahnend: Wie ein« Horde wilder, dem Käfig entsprungener Bestien flog der von Priestern fanansute, bis zum Extreme von nichtswürdigen Jntrigu,inten ausgereizte Pöbel durch di« Straßen; rackxschnaubmd, raub- und mordgierig «Iten die entfesselten Masten, von Haus zu Haus, von Gast« zu Gaste; herz- und erbarmungslos schonten fie wedei des gebrechlichen Greises, noch de« zitternden Leibes oder des Kinde» an der Mutterbrust. Ohnmächtig, widerstandslos wurden unsere Brüder unmenschlich mißhandelt; Leiber und Töchter vor den Augen der Männer oder Eltern geschändet, dir Häuser geplündert, unser« Heilig- «tzümer entweiht, die Gesetzrollen entwende«; selbst die Todte» au» ihrer Ruhe ausgescheucht und der Friedhof zerstört. Biele sind den empfangenen Sunden erlegen; entehrt« Weiber und Mädchen verbergen Hungernd und frierend ihr« Schande in grabähnlichen Kellern; Kranke liegen in öden thür- und fensterlosen Baracken ohne Strohmatte, ihre Glieder darauf zu strecken, ohne Pfühl, ihr Haupt darauf zu legen; ohne Decke, den fiebernden Körper zuzudecken. Wunder» Mißhandelter, bi» aus die Kleider beraubt, bleich vor Schreck, irren hungernd und obdachlos in den Straßen umher und betteln an den Thürm der Wenigen, die verschont geblichen «der minder gelitten. Wir halte» «in, — vom Schmerz überwältigt, durch di« Empfindung der Worte beraubt. Brüder! Noch ist wenig «schehe», dem Elend« «h* Genqe l» setze», di« Thräne» diestr Unglücklichen zu trocknen, ihr« Leiden zu lindern. — Darum weiiden wir uns heute an Euch, theuere vricher, Söhne Eine» Bater«. die Ihr wie wir den einigen einzigen Gott, den Urquell aller Liebe anbetet, um Dessmtwillm wir jetzt dulden. Und wie wir aus Ihn und Sein« Gnade bauen, so hasten wir aus Euren Edelsinn, Eure Herzensgüie und Bruderliebe und find überzeugt, uns nicht zu täuschen, wenn wir aus frärtia# unk wAAä Hntrrftilt4una nAntn. 'tlbff kräftig« und rasch« Unterstützung rechnen. Jeder gebe nach seine» Kräften; und Jeder, der an seine teranbten Brüder denkt, wird sich reich dünken. -> Und so empfangt denn Im vorhinein die glühendste» Danksagungm unserer Gemeind«; di« heiße» inbrünstigen Gebete der durch Such Unterstützten; die getrockneten Zähren der Wittwen und Waisen, die jetzt noch in Strömen fließen, «erden den reichsten Himnulssegen aus die Häupter ihrer Wohlthäter herabflehen. Ismail, im Mär, 1872' Die Israelitische Eultus-Gemeinde. «. Lbbel. D. «oldschläger. O. Damnely. E. Goldenberg. Concurs. In der isr. Eultus-Gemeinde Linz sLandeshauptstadt Oberöftreich«) ist die Sülle eine« Rabbiner» und Prchiqer» mit dem firm Jahresgehalt von 1000 fl. nebst Nebeneinkünftm zum nächstm Win'erteourse zu besetzm. Bewerber wolle» ihre Gesuch«, «ersehen mit den für'« Nabdinat erforderlichen Zeugnistm, betr. talmudisch« Studim, nebst dem Nachweise zurückaelegtrr Gymnasial- und ordmtlicher philosophischen Studim dis zum lü. Juni d. I. an dm Unterzeichneten Vorstand portofrei einzusendm. Probepredigten habm sich diejenigen, welch« hierzu aufgesordert werdm, zu unterziehen, doch werdm Nni'espesm nur dmijmigeu vergütet, aus dm di« Wahl fällt. Linz, im April 1872. Der Vorstand btt israelitischen (Talte* Seinrind« t» Linz nnd Urfahr. iH. Sa») m. p. Vorsteher. Die hiesige Radbiaerstelle ist vacant nnd soll womöglich baldigst besetzt werden. Bewerber um diese Stelle, di« auf talmudischem Gebiet«, nammtlich in der nK'lVl tüchtig und im Stande find in deutscher Sprache einm »opnlärm Bortrag zu haltm, werdm ersucht, die Zmgnisse über ihr« Befähigung beim unterzeichne«« Vorstand einjiireichen. Der jährlich« firirt« Gehalt beträgt 570 T^lr. außer dm Nebmeinkünstm »og.fen, dm i »« 1873. ver torporeste», Vorgeib Bekanntmachung. > An unserer Eiemmtarschul« ist dl« Stt eine» Lehrer« mit einem Jahretgehalt von ' bi«. 350 Thlrn. sofort zu besetzen. Bewerb welche dir Oualification eine» musikalisch beim Eantor» und ein Synaaogm-Ehch , eichen mid zu leitm im Stand« find, wirst i Gehalt von Seitm des Gemeindevorstaudch < 500 Thlr. erhöht. Das hirrvn» befindlich« Gymnastin», che« von fteu.dm Schülern zahlreich wird, giebt dem Lehrer auch reichlich« “ heit zu Nebmvrrdienstm. Geeignete Bewerber wollm sich bi» 1» Juni «. unter Einsendung ihrer Zengnistt eines oarriönlum ritne bei uns meiden. Lissa, (P-lm) dm 2». April 1872. Der Vorstand »er jildtsehr» Schick „An der Hiesiam össmilichm jüdisch« i schule wird eine Lehrerstelle mit einem E von vorläufig 250 Thlr., welche» nach Un ' auch erhöh« werdm kann, vacant. SoUN brr s Lehrer die Leitung roop. Bmuffichftc Synaaogm-Ehore«, fiat, desKantvr», üb so erhalt derselbe dafür ein Honorar von j 25 Thlr. Auch bietet fich ihm erheblich«! einnahme durch Privatunterricht dar. Meldung« nebst Zeugniss» sind recht bald an uns einzusendm. Märk. Friedland, dm 2«. Aprll 1872^ Der Vorstand der jüdischen Stadtschnle/ Di« Stelle eine« Eulmtbeamtm iß gleich roap. 1. Juli bei hiesiger Gemeind« Geeignete Bewerber, welche nebm der £ al» Neliglonslehrer, Eantor und Sobnuösto» ligiöj« dmlsche vorrräg« halt« könn», » fich unter Einreichung an Zeugnisse MM bi« zum 15. Juni beim unterzeichnet« Bors melden. Gehalt 400 Thlr. und Nebm ' Reisekosten werde» nicht Loetz«, im. Mai 1872. Der Vorstand der Krris-Stznagl 4R. Davidson. Für mein Eolonial- und Ei schäft « gro» und en ckätail suche Lehrling unter sehr günstig« Antritt soiort. - Schönlanke, dm 1. Mai. fc 3. Bochner. Meine israelitisch« Restauration im Nrichmhall «rtssye ich Samstag »« 1. S. Kntz ans «5 < . ..^dnhchdee 6l*tm bk JItUf tlWTHtlUtf» kr. k «ersthttü Nr 19.«. 148, erste echt, e. 154, a. Z. «Ich »arl Fries« in »Astdetzapch.,

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