Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I' 12.-1872. 3 Jahrgang. JsksGitischk WochtW-Schrlst für die religiösen und social« Zniereffen des Judenthums. Erfcheiut jeden Mittwoch. Prell vterteljLhrlich 20 Sllbergroschen. I»ferttp»«-eb»hr sttr »U derijpaltige Pettizeile «der deren Raum 1'/« 6*»- Berannooctlichee Rabbiner Dr. X. »r und Herausgeber leufelg in Stettin. Magdeburg, 3$. März 1872. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Poftanstalten. Inseraten»Annahme t» »er Hos» Buchdruckerei von Earl Fries« in Magdeburg. Inhalt, kettende Artikel» welcher weg ist der rechtj span de»,en r Deutschland: Stettin. Potsdam. Breelau. llisenech. mischte nn» nenrst« Nachrichten» Beuthen V.-Sch. Bientaum. London. Birmingham. Gibraltar. Melbourne. Südamerika. 4>eri die Religion. (Fonseyungt. — Mühler'sche Intoleranz. — Hamann A» ttnfcrej Dtit der nächsten Nr. schließt das erste Dh$ Abonnenten an die rechtzeitige Erneuerung Ihre» Gleichzeitig zeigen wir an, daß wir, um Bestellungen durch die Buchhandlungen) zu begegnen, Abonnement» anzunehmen. Wir versenden demnach^ 2Sqr. die Wochenschrift direct, frnnkitt unter -sterreichislden Postgebiet»; nach andern Ländem ri von dem Besteller leicht zu berechnen und beizuftq >sSchl»ß). Die BorgLnge in Wien, (I.) — Berichte und borrewünrembcrg. Oesterreich: Lemberg. Rußland: Warschau — Ner- »den in iSaudrbeck. Wien. Rlattau (Böhmens. Troppau. Preßburg. Pari«, s Nur Rumänien. — Feuilleton» Die Darwinsche Theorie und Vacanzen-ktste. — Ltellen-Kesuchr. — Inserate. lbonnenten! >l der „Wochenschrift." Wir erinnern unsere geehrten irmentS bei den Postanstalten, mnigfachen Reclamationen wegen Verspätung (bei den entschlossen haben, auch halb- und vierteljährliche directe >en portofreie Einsendung von 1 Thlr. 15 Sgr. resp. hifband pünktlich am Ausgabetage innerhalb des dentsch-!gen besondere Vergütigung der vollen Portispesen, die id. Die Ekpedition der ist. Wochenschrift. Carl Friese in Magdeburg. Welcher Weg ist der rechte? (Schluß.) Hrrr Emil Lehmann will daS Judenthum kräftigen und festigen, damit eS sich auf unsere Nachkommen vererbe. Moses- Mendelssohn-Bereine — so möchte er sie genannt sehen*) sollen aller Orten gebildet werden „zur Förderung jüdischer Bildung und Fortbildung. Sie mögen ein Sammelpunkt werden für alle Juden, denen ihr Judenlhum lieb und werth ist, die es erhalten wollen, aber weil sie dies wollen, sich auch verpflichtet halten, es fortzubilden, mögen sie auch über das Mehr oder Minder der Form und Reform verschiedener Meinung ein. Für Alle, mit Ausnahme der Zeloten, sei der Moses - Mendelssohn - Verein ein Sammelpunkt gegenseitiger Verständigung und Förderung wie zur Abwehr aller Angriffe." Ueber die Norhwendigkeit der Förderung jüdischer Bildung und Fortbildung haben wir uns aus ganzem Herzen zustimmend geäußert; ein Sammelpunkt zu gegenseitiger Verständigung wäre höchst wünschenswerth; zur Abwehr aller Angriffe auf Juden und Judenthum wird man uns hoffentlich immer alle vereinigt finden, wie es im Ganzen bisher der Fall gewesen ist; daß in dieser Hinsicht noch viel geschehen müsse, und daß Vereine zu diese« Zwecke sehr nützlich sein würden, wird auch wohl von Niemand bezweifelt. Der Schwerpunkt unsrer- Meinungsverschiedenheit liegt in der „Fortbildung des Judenthums", durch welche dasselbe erhalten werden soll. Wir wollen nicht um Worte und Begriffe streiten, weisen daher nicht von vornherein diese „Fortbildung" *) Der Motivirung dieser Bezeichnung in der ihr von H. L. gegebenen Fassung könnm wir nicht zustimmen, doch ist die« hier Rel«isache.! überhaupt ab. Herr L. sagt mehrmals in unzweideutiger j Weise, daß er Fortbildung des Zudenthums auf dem von! der Synode angebahnten und eingeschlagenen Wege! meint. Er hält diesen für den rechten. Daß er nicht mit! allen von der Synode gefaßten Beschlüssen einverstanden sei, daß ihm die meisten nicht weit genug gehen, glauben wir, ohne ungerechte Unterstellung, annehmen zu dürfen, doch können wir diesen Umstand immerhin außer Acht lassen. Wohlan denn, was bedeutet Herrn Lehmann Judenthuin? Wir können auch hier theoretische Erörterung vermeiden, wir können ganz auf seine Ideen eingebn, uns auf seinen ^Standpunkt stellen nnd verlangen von ihm nur ein Anerkenne» von Thall sachen. Herrn Lehmann bedeutet Judenthum, wis aus seinen, hier besprochenen Aufsatz und seinen früheren Schriften ersichtlich, nicht bloß einen „reinen Monotheismus" abgelöst von allen „Formen." Es gilt ihm in dem Streben nach Erhaltung des Judenthums nicht bloß erstens die fortgesetzte Verneinung der christlichen Dogmen, zweitens den Kampf für Rechtsgleichheit und Gewissensfreiheit und drittens die Wahrung unsrer Prioritätsrechte in Beziehung auf die Ihren der Humanität u. s. w. Es gilt ihm also nicht bloß gleichsam die Fortführung eines interessanten Processes und ^ie Hoffnung auf den endlichen Sieg in diesem Rechtsstreit —! sondern das Judenthum hat ihm für seine Bekenner und für hie Menschhe t Werth an sich. Ebenso giebt er wohl zu, dljß „Formen" im Judenthum nicht ganz entbehrlich seien, er spricht nur von ei::em „Mehr oder Minder der Form und Reform", es wäi e nicht ehrlich, wenn er den Hintergedanken hegte, daß gar keine Form auch genügend und bester sei. UeberdieS weiß er,