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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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|itmn! zum Iudertthu« übergetretm ist» „nachdem fl* wn Ihre» Bräuttgam in den Sitten seiner Religion unterrichtet «orden war." vr. Iellinck vollzog die Trauung. — Wir haben schon oft gesagt, daß wir di« Liebhaberei diese« §)errn «n Prosrlyten-Trauungen durchaus nicht theilen; die« „«Stück ist aber wirklich stark." Wkilg. Die „Wahrheit' berichtet in ausführlichem -Nekrolog den auf einer Besuchsreise im Waggon plötzlich erfolgten Tod des vr. med. Gitschin in Prag. 1806 ged., -flxnr er seit 1835 Arzt und als solcher sehr beliebt. 1845 zeichnete er sich während einer Ueberschwemmuug und 1848 «ährend der Judenkravalle auch durch persönlichen Muth und Hingabe für Gemeinwohl aus. Er war Mitglied der Ge» «einde-Repräsentanz, des Stadtverordneten-Collegium» und Borsteher eines jüd. Hospitals und mehrerer WohlthätigkeitS- «rein«. Seine Bestattung fand mit gebührenden Ehre« am 22 d. Mt»' in Prag statt. JfVtft*. Unter den für dm Pilsener Handels« mit Ge« «oerbekammer-Bezirk ernannten WettauSstellungs-Commifflons- «ttgliedern befindm sich sechs unserer Glaubensgenossen, darunter auch unser Rabbiner vr. G. Vogelstein — berichtet die „Wahrheit." Der Bischof hat einm Hirtenbrief erlassen, in lem er gegm das Projekt allgemeiner Friedhöfe eifert. Cs heißt in demselben: „wir, die Prälatm der Provinz Sevilla, zwotestirm gegm ein Gesetz, welches ein gemtinfmnes vegribniß für Ebrärr, Maurm, Apostat«, Häretiker, Menschmfi^ffer und Andere statuirm will." Saubere Gesellschaft! (Ebne. Ifr.) Bo» der rusßtche» Hreuze. In Fotze der jetzt in Nußlaud stattfindendm Rekrutenaushebung sind aut> der Stobt Georgenburg ca. 60 jüdische Leute im Alter von 18 lis 30 Jahren entlaufen, wovon 40 sich in de» preußischen Srmzorte Schmalleningkm zum vorläufigm Aufenthalte ge- »eldet haben. Di« Stadt Georgenburg hat nämlich zu dein feststehend« Termin pro 1000 Seelen ein Kontingent rum 3 Nekrutm, im Ganzm 11 zu gestellm, oder pro fehlend« R,-- ckrutm für die LoSkaufssumm« von 800 Rubeln aufzukomarm. Die Stadt geräth indesim in Berlegmheit, dies Kontttgertt g» beschaffm, selbst wenn ttr der Roth keine Rücksicht «mf Alter rmd Kamilim-Berhältniffe des Rekrutm genommen roirb, den« diejenigen Mlttärpflichtigm, welche der entscheidenden Altersklaffe zur Aushebung angehörm, machen sich schon einige Lett vor dem muthmaßlichm Aushebungs-Termine davon, und je nachdem dann ällere oder jünger« Lmte zu befürchten heben, Zu« Ersatz der Fehlmdm auigehoben zu werdm, laufen die^e auch davon. Ist erst die Aushebung für das Jahr vollständig Abgeschlossen, dann kehrm di« Entlaufen« allmältz wieder in ihre Heimath zurück. (Pr. L. Z.) Mufstsih, Hkoke», im Januar. Die Regierung hat ohne jede Anregung und Bethettigung seitens der Gemeinden, an viel« Prt«, wo höhere Lehranstalten find, durch Anstellung geeigneter israelitischer Slemmtarlehrer auf Staatskosten auih für Erthellung de» jüdisch« Religionsunterricht« weitmiglichst Sorge getragm, und nur eintze Städte, Unter den« namentlüh Wloclawek zu nmnm ist, bilden davon ein« Ausnahme. ES springt in die Augm, daß gegenüber jmem durch di« lkhcd bemiesencn gut« Will« der Regierung die Indolenz der Gemeinden um so mehr verurtheüt zu werdm verdient. Wort». Ettre Deputtstio» der All. isr. nnir., bestehend ans de» HmmuOlonä-robd. Isidor Albert Lohn, Goldschmidtu. Java! (Irl» I oahMpkonnttweg« Ilmvohls^n« stch ^cht «schließ«, begab stch »mH l '^Brrsostftch um dm Minister kr auswärttgm Aogelegeuhett«! z» i Jv'; einer Jntenveution des französtschen Gouvrmemmt« zu Gunst« uuserer Rumänffchm Glnnbmsgmoffm zu veranlassen. Der Minister versprach der Deputation, jenm ungliicklichm Israelit«, dm Opfern eines so barbarischen Fanatismus, die vollste Unterstützung der französischen Regierung werden zu last«. ^fpudo», 23. Februar. In der heutig« Unterhausfltzung erklärte Lord Enfield auf eine Anftag« Goldsmith's, daß die Regierung b. d. letzt« in Rumänien stattgehabtm Judenverfolgung« ihr« dortigen Consul telegraphisch angewiesen Hab«, alle seine Kräfte zur Wiederherstellung der Ordnung bei der rumänisch« Regierung anfzubieten. — Die türkische Regierung soll, wie da» Je»., Thron, mittheilt, dem rumänisch« Tabinet angrzeigt Hab«, daß, wenn dieselbe solch« Gräuelscm« nicht die Spitze bietm würde, fie sich veranlaßt sch« werde, auf Grund des Paragraph 6 der 1858er Convmtioa ihre Soldat« zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Ordnung ins Rumänisch« Gebiet einrückm zu last«. (Das wäre allerdings da» wirksamste Mittel gegm Barbar«.) M«ßbe»«rß, 4. März. Die „Magdeb.Ztg." ist in der Lage, nachstehende Erwiderung der Rumänisch« Regierung auf die weg« der Judenverfolgung an sie gerichtet« Reclamationm zu bring«: Bukarest, 19. Februar 1872. Schon vor Empfang ihrer gefälltzm Rote vom 10. d M. hatte die fürstlich« Regierung Kmntniß von bedauemswerth« Unruhm in Ismail und Tahul, und hatte es stch zur Pflicht gemacht, dieselb« mtt der ganzm Energie zu unterdrücken, welche von dm Principi» der Ordnung, der Tivilisatioa und der Humanttät gebot« ist. Ich bin der erste, di« Gewaltthaten gegm die Israelitt« zu vemrtheilm, zu den« die Bmölkemna der gmaantm Städte sich hat hinreißm kaffen. Es scheint mir indesim billig, wm» man rin unpartrffches Uriheil über diese Ereigniffe fällen will, die Ursache aufzusuchm, au» welcher dl« Erregung der Bmillkerung hervorgegangm ist. Go ist es dmn auch hmte durch die gerichtliche Untersuchung fest gestellt,- daß diese Unordnungm nur eiagetretm find in Fotze eines ruchlos» und frech« Diebstahls, dm Juden in der Kathedrale von Ismail verübt Hab«. Da di« schwere Bedeutung dieser beid« Borgäug« uus die Pflicht auferlegt, mit aller erforderlich« Unparteilichkett bU Thäter des Diebstahls und die Urheber der Unordnungm zu ermitteln, um gegm sie mtt gleicher Strenge zu verfahr«, so Hab« wtt bereit» dm Genrralprorurator am hiesig« Appellhofe an Ort und Stelle gesandt. Augmblicklich noch außer Stand«, alle Einzelheit« der Angrlegmhett zu kmnm, die uns beschäftigt, werde ich, um dttselbm Ihn« mitzutheilm, di« femem Ergebnisse der mtt Lebhaftigkeit betrieb«« Untersuchung abwarten. Für jetzt kann ich nur hinzufügen, daß die nöthigm Maßregeln ergriff« sind, um dem Gesetz« dtt schuldige Achtung zu sichern, und daß di« Regierung mffchloffm ist, j^e» Element der Unordnung zu bekämpf«, von welcher Sette es immer komm« möge. Genehmig« rc. Costa-Foru. Leider, bemerkt die „M. Z." mit Recht, ist das Vertrau« auf dtt Unparteilichkett der Rtllnäuischm Justiz nach vielfach« Erfahrungm ei» ziemlich schwaches. (Und leider, füg« wtt hinzu, enthält diese erste, auf Gmnd der begann«« gerichtlich« Untersuchung veröffentlichte Kundgebung schon die schwerwiegende, lügmhaftr Beschuldigung, .^J»den hält« dm Kirchmdttbstahl verübt." Gegm diese „amüiche" Beschuldigung muß — ohne die ferner« Resultate der gerichüich« Untersuchung abzmvart« — von vornherein an wirksamer Stelle Protest erhob« «erd«. Red.) Li» frommer Wunsch. ßn Sidnep Smith, dem Dechant« oon St. Pauls Kathedratt in London, kamen jüngst zwei Missionäre, dtt sich anschicktm, nach dm Fidji-Jnsela zu reis«, sich bei ihm zu verabschiede» und sein« Segen, wie sie sagte», eine fette ReisSeistruer, wtt sie dachten, von ihm zu erbittm. Stt sprachm lange und sprach« warm von dens so groß« Gefahr« (des Aufgefrssimwerdeus), dmm stt um Christi will« mtgmgingm. Der Dechant aber blieb unbewegt, und erst als sie der Thür zuschrittm, raffte er sich zu folgenden, mtt Denrath vorgettagm« Abschiedsworttn aus: ,^Der Himmel gelrtte Sie, meine Brüder, ans Ihre« schwem Wege und bewahr« sie in seiner huldreich« Hüte. Wofern Stt aber trotzdem aufgefresi« werdm ' sollt« »on gottlosen KamrSattn, wttl ich inbrünstig bet«, daß Este di klm Sünde« lanoe n»d iüwer und —»tfH» t» Man« lttom Mettes m*g«. tottwgt &mm!“ . V

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