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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.**w V widmen, Städte zu '»nd sie *rrif k fit die religiöse» mid lotialesMutereffen des JsdenthiWS SrscheliU fcfecn Mittmoch. Preis vierteljLhrlich 20 Sildergroschen. ptr Mt tzmtspoltige PetitM »kcc der» Kaum 1'/, «ft. veruiMvortlicher Mm Rabbiner Dr. Ä. Magdeburg, Inhalt. Setteud« Da, Iudenthum - bildnn, ». M. Kahmer. — «ertebte ««d itorrespoudeuh«»» Deutschla H«rantgeder in Stettin, uar 1872. Zu dqichen durch all« Buchhandlungen und Poßanstalteu. Intrraten»Mnnatzme h Wr Hof »Buchdruckern »on Sari Arii^e in Magdeburg. Oesterreich: «ien Preßdur^ - vermischt« und »eneft» Ruchcrieh«»» Berlin. Kem-Yott. — Fenill.'tvnr Zug. — Der Prediger als üblich? Sin« nöthige Antwort auf eine lehr u-möt-ig« Frage, von Berl>n Berlin. Breslau. Au, der Pr winz Polen. Metfmheim. Breilau. Stuttgart. Elsaß »ien. Wi». Jerusalem. — Sin hübscher t Dt« Humorifiit bei den Juden de» «Üßrlalter» von vr. «üdemann. iFansetzun,.) Schuhmacher. — ventchtt,,»««,. — — Stellen.«esneh«. — Infdrarr. Var Indtnltzm» — bildn»grfei«dUch? Sin« nöthige Antwort ans «ine sehr unnöttzige Frage, von vr. M. Kahmer. Dir Leser diese« Blatte« werden über die in der Usberschrist aufgeworfene Frage sicherlich nicht wenig erstaunt sein, Schreiber dieser Zsilyt vom 19. d. Ml«., e« war. lselbm bemüht sich nämlich der bekannte Lettartikel-!ber jene« Blatte« zu beweisen, daß da« Ergebniß der Statistik, wonach in sämmtlichen alten Provinzen de« preußischen Staate« ein Gymnasiast evangelischen Glauben« auf 373, ein katholischer erst auf 512, ein jüdischer aber schon auf 61 Glaubensgenossen komme» zwar unerschütterlich sei, daß aber der Schluß, den man darau« auf den höheren oder niedere» BildungStricb der einen oder anderen Genoffenschaft ziehen wolle, auf Täuschung beruhe. „Denn wollte man," so laute» seine Worte, „den Schluß auf den in den verschiedenen Religionen «xistirenden BildungStrieb zulassen, so müßte ma» sagen: drr „BildungStrieb im Iudenthum sei sechsmal größer al« der im ProtestatiSmu« und fast neunmal größer als der im Katholizismus." Einen solchen Schluß könne und dürfe man aber durchaus nicht zulaffen, denn „die jüdische Religion an sich stehe in Wahrheit der wiffenschafttichen Bildung ganz so gegenüber, wie die protestantische und katholische Religio», wo Orthodoxie herrscht, ist die jüdische Religion der Bildung der neueren Zeit nicht minder feindlich wie die christlichen Eonftssionen." Hat der Leitartikelschreiber jene« weitverbreüeten Blattes sich diesen Satz wohl recht überlegt, ehe er ihn niederschrieb? Ist er sich der Tragweite dieser schwerwiegenden Beschuldigung bewußt worden? Die jüdische Religion an sich soll der wissenschaftlichen Bildung feindlich gegenüberstehrn? Welch' eine ooC> ständige Verkennung de« Grundwesen« dieser Religion, in Melcher Glauben und Wissen in Ein« zusammenfallen, die ihren Bekenner» dm Iugmdunterricht zur heiligst« Pflicht «acht, die den Satz: „Schön ist Gesetzesstudium mit modtrni-r ^Mestbildung" zur Devise hat, welch« die „Unbildung" in so Grad« verpönt. Wer weiß nicht, welcher Schimpf schon de» frühest« Zeit« tu der Bezeichnung „Lm-Haary" lag? ühi/L. ’ Altai! .. Hut »au doch gerade im Gegmtheil von gewisser Seite her die atzzu scharf« Au«drii«ke, mit welch« der Talmud dm „UngeblldMn" brandmarkt, al» „menschenfeindlich" dmunzirt, und heute «an in'« andere Extrem und denunzirt du» Iudenthum ldungSfeindltch.*) „Thut nicht«, der Jude wird.verbranuti^. Dir M.»ia beweist, -der LUlmKAktz seine BviJtgt'er da» obige, von der ünpanekischm Stattstik gefundme, für da» Zudmthum so üderau« günstige Zahlmverhältniß? Nachdem er von der Verkehrtheit aller Religion»-Stattstik im Allgemeinen gesprvchm, meint er, daß die zutreffend« Erklärung für den Aufschwung de« Schulbesuche« bei der jüd. Bevölkerung krine-weg» in der Religion derselb« liege, sondern vielmehr in der „socialen Lage" der Juden. „Wenn man ihre socialen Verhältnisse nur richttg würdigt, so verschwindet da« Wunder vollkommen." Folgen wir einmal dieser „rfchttgen Würdigung", und zeig« wiy, wie sie zu einer „unwürdigen Unrichtigkeit" geführet hat. E« werden drei folgenschwere Mommte hervorgehoten, die einzig und allein jene „scheinbar abnormen Zahlt»" erklär« soll«. Wir wollen sie der Reihe nach hier auffühchn und ihre Unwahrheit logische Unrichtigkeit und völlsge Unhaltbarkeit dartbun Da» erste Argummt lautet: „Da di« Zudm nur in Städten leben und hauptsächlich in g r ö ß e r e n Städtm, wo Gymnasim exiftirm, so ist ei an sich schon ein baarer Unsinn, wenn man sie in Bergseich stellt mit der Gesammtbevölkcrung, welche zum größeren Theile das stäche Land bewohnt, wo keine Gymnasien rxisttrm." Wir gestehen off«, daß uns die statistisch« Zahlmverhältniffe der jüdischen und nicht-jüdischen Land- und Etadtbevölkerung nicht bekannt sind, aber so viel wiff« wir doch davon, daß wir die Behauptung ,Juden wohn« nur in Städten" al» eine offmbare Unwahrheit zurückwrism könnm. Aber selbst diese Behauptung (mit dm erforderlichen Ein- *) Dafür, daß cf einzeln« »«sonder» glaubensei feige Minner »a» und vielleicht irgend«« noch xiet«, di» in Leiten »der an Orten religiösen verfall! letend, diesen dem zersetzenden Einfluß der modernen Bildung zuschrteseu, iß «der di» Keltgion an sich, noch auch nur et« gesummt» religiös« Partei »-raMmartlich zu mafm.

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