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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 —- - - . ,;y schieib«, drucke, Lhue, allerdings von der ganze» Partei gebilligt und vertheidigt werden solle und müsse, jemehr man um! eine ebmMche «Solidarität aufnöthtzgeu will., um. so bestirunter sageck> wirr „ich will «nichts ettr ParteWßttr sei«, so stempelt Mich <ß»ch nicht zw-eine« solchen wider Willen" (Ies. 3, 7); dir GeflnnungSauch di« BerufSgmoffm, welche im Allgemeinen an der „Wochenschrift" ihr Wohlgefallen haben, kennen keine Partei-Solidarität neben der allgemetn-israelitschen; sowenig alle für die wiffenschaftliche Forschung, etwa eine Conjec ur, eines Einzelnen verantwortlich sein können, so wenig wollen fie «S für fein Thun und Lasten überhaupt fein. Wir smzen Frieden, Frieden mit den Mitbürgern aller Bekenntnisse, wie vielmehr mit den Genoffen deS eigenen Glauben». Das sollte Tendenz und Richtung des Blatte» sein. Wir glc uben, da» wird auch al» dessen Richtschnur erkannt worden sein. Aber wir haben doch auch Streit geführt? Allerding»! doch eh« wir darüber reden, wollen wir bekennen, daß wir >"s vollkommen bewußt find, hinter dem Erstrebten und Erw, «schien vielfach zurückgeblieben zu sein. Inwiefern die» ai» »angelnder tkrast und Fähigkeit gelegen, haben wir nicht i erörtern, aber zwei Punkte sind «», über die wir uns rechtfertigen, entschuldigen wollen. An einem haben wir weniger, in einem andern mehr gethan, al» wir gewollt.hatten, und da« Weniger ist durch da» Mehr herbeigeführt und bedingt worden. Wir hatten angekündigt, daß die „Wochenschrift" wahre Religiosität fördern wolle; weil aber die Unwiffenheit in Betreff un rer Religion, der Abstand zwischen der allgemeinen Bildung unl, dem jüdischen Wiffm bei so vielen unsrer Glaubensgenossen, die Wurzel aller Nebel sei, die Ursache der Lauheit und Gleichgültigkeit, der Verkennung und Geringschätzung, wie anl>rerseit» de» starr- und unfinnig«« EonservatiSmu», darum wolle fie fich bemühen, „da» jüdische Publikum, welche» im Allgemein« so empfänglich für Belehrung aus ander» Gckiet« de» Wiffm», so bilduugsbefliffm ist, auch «rieb« für jüdische» W ssen, für äkenntuiß de» Inhalt» seiner Thora, zu ertvärmen und ihm in geeigneter West« dm Zutritt zu dm Ssjätzm heilbringender Wahrheit zu erschließen. Gerecht« Würdigung der so viel verkanntm, geschmähetm, auch von dm etgmm Bekmnern so oft mit falschem Maßstab« gemeffmm, durch entstellend« Gläser betrachtetm Religion, Darlegung ihres götllichm unvergänglichen Gehalte«, Abwehr aller und nmer Angriffe, Begründung und Befestigung der dem Zweifel und der Verneinung am meisten auSgrsetzte» Partim der Lehr« und de» Gebote», die» sollte da» wesmtliche Ziel de» Blatte» sein". Hierin habm wir weniger gethan, al» wir verheißm hatten? Di« Zahl der Artikel von solchem Inhalt ist weit geringer, al» fie nach unsrer Absicht hätte sein sollen. Dafür habe» wir mehr al» wir gehofft und gewünscht der Polemik Raum gegeben, und dies« ist e», welch« un» so zu sagm den Athen», jedmfall» Zett und Platz, für Beffere» und Bleibender» bmsmmm hat. Allerdings habm wir von vornherein autgefprochm, wir seim un» vollkommm bewußt, daß da» Blatt mannigfachm Angriff« von Settm der betdm Extreme, vielleicht auch Gehässigkeiten und Berdächtigungm auSgesetzt sein werde. „Wir würdm Polemik nicht suchen, auf pikantm Skimdal gänzlich verzichtm, auf persönlich« Angriffe, so lange es cmgehm mag, nicht antwortm; aber wir würdm auch Kampf nicht schmm, wmn die gerechte Sach« oder unste Gegner ihn un» aufzwingen." Treffliche, urtheittfähtge» nmnhafte Männer habm «n» bezeugt, daß fie Ton und Haltung de» Blatte» für durch««» anständig und gemeffm erachte».-^ Und wir könnm iq^ HahrM b^haiWm, daß der Stritt «,» aufgedrungm qßrdgn iß --- zu unser« eißlmm L«ld! daß »tr so oft gerade gmm die ,jwthodoxm Organe" zu-kämpfe» hattm, ist un» Mst am schmerAichstm gewesen. Haben wir doch mit ihnm vielfach gemeinsame», wesmtlich gleiche» Streben. Wir wollm ja, wie jme, da» Gesetz de» Iudmthum» erhalten wisse», e» vertheidigen, dem Abfall von demselbm nach Kräften stmera, darlegm, daß da» Judmthuyr nicht in einem bloßm TheiSmn» und einigm Morallrhrm abgeschloffm sei, wollm, wie jme, der willkürlichm Reformirerei in GotteSdtmst und Leben ent» gegen treten, die hohle Phrase und di« Nachbeterei bekämpfm, kurz, für alle Grundelemente der Rttigion überhaupt und de» überliefertm Iüdmthum» eintretri? — wir führen mit jmm dm gleich« Streit gegm die Feinde unsere» Glauben» und unsere» Stamme», wie gegm dm Materialismus, die Verneinung de» Gotte»- und OffmbarungSglaubm» — warum mögen doch jme Organe unser Blatt, unsre Partei (wmn e» dmn einmal so heißm soll) und alle», wa» von ihr au«geht, und jedm, der fich zu ihr rechnet, in dm Staub ziehm, oerdächttgm, anfeinden? E» ist nur zu klar, daß da» Extrem mehr die ihm nah« Stehenden haßt, al» di« Fernm, mit dmm e» bereit» jede Berührung zerfchnittm hat; rtsir sehm da» Gleiche auf allm Leben»gebietrn, die Ursachm brauch« wir daher hier nicht zu erörtern. Wir habm direete Angriff« nicht immer unbeantwortet laffm könne«. Gleichwohl habm Freund« auch diese» getadett und da» — gereicht un» zur Befriedigung. So habm wir denn, ganz nach Wunsch, unser Lesepublckum in dm gebildeten Familim gefuadm, nicht in dem großm Haufm, dem rin Blatt nur dann mundgerecht, lesenSwerch, wenn e» recht viel Skandal bietet, Schmutz und Schmähung, damtt die eigene Gemeinhett sich an der Lektüre lab«. . . . Wir wollm die Unsrigen nicht durch Lästerrrd« mtflammm, begeistern! Darum habm wir wieder manchm Lesern und Anhängern, besonder» jünger«, zu wenig gethan; fie habm wohl nicht gewollt, daß wir in die Arma der unanständigm Polemik hinabsteigm, den Ton der Angreifer un» aneignm sollt«; — aber fie habm doch getadelt, daß wir so manche« unbmchtet gelaffm, die orchodoxm Gegner, „mtt seidnem Handschuh an« gefaßt", ja mit ihnm „geliebäugelt^' hättm, daß wir dm schnödest« Angriff« gegm hervorragmdste Vertreter der Mittelpartet unsererseits nur Schweig« mtgegmgesetzt. Wir könnt« un» begnüg«, d« Tadel der Erst- und der Letzterwähnt» gegm einander zu stell«, damit er sich aufhebe — doch wir wollm e« ausdrücklich sagm, daß wir den Gegnern in ihrer Weise nicht antworten könnm. Wir kennen wohl da» Sprüchwort vom „Klotz und Äeil", aber wir könnm «» nicht anwendm, und vom „Schelmen" wollm wir gar nicht» wisse». Die Waffm der Gegner: Verdrehung der Worte, falsch« Unterstellung, offenbare Entstellung — wir könnm fie nicht gebrauchen. Ein Beispiel: Auf Rosch-Haschana habm wir Parallel» zwischm dem Gebahrm der jüdisch« Orthodox« und der Ultramontanm und lutherisch- Strmggläubtgm gezogm; wir Hab« dabei gesagt, unterstrich« und mit Ftttschrist druck« laffm, daß die Aehnlichkeit nur ein« äußerliche sei, nur in dem besteh«, wa» in die Erscheinung tritt, daß sie da» Wesm nicht berühre, daß sie aber um so gefährlicher sei, weil di« Menge fich an da» Amßerlich« halte, — dem ungeachtet behauptet man: auch die „Wochenschrift" stimmt in dm Ehoru» derjmigm eia,

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