Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 49 (5.12.1871)
- Date
- 1871-12-05
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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898 mit Arrest belegen kaffen und ist dieser bereit« auch vom Stadtgericht eingetragen worden. Wen« ta Schuldner die erwähnte Kleinigkeit nicht bezahlt, kommt es zu« öffentlichen Verlauf de« Sipe« und wird sich dann zeigen, wa« ein solcher Platz unter dem Hammer verth ist. (3- Pr.) vresla«. Zu dem kau eine« jüdischen HoSpital« In Warmbrunn (s. Nr. 43 der Wochenschr.) sind bereit« reiche Gabe« ringegange». Die Berliner vanquier« Jul. I. Meyer und Magnu« Herrmann haben sich jeder mit 1000 Thlr. betheiligt, fotri« außerdem dort binnen wenigen Tage» noch mehrere tausend Thaler zusammengesteuert worden find. Bi« jetzt sind die Gaben so reichlich geflossen, daß der Anfang de« Baue«, der auf circa 30,000 Thlr. veranschlagt ist, schon im nächsten Jahre beginnen dürfte. Möge dieser edle WohlthätigkeitSstnn, der unsere Glauben»- brüder alle beseelt nie welchen au« dem Herzen unsere« Volke«. Der hiesige Eommercienrath Jacob Landau hat bei seiner bevorstehenden Ueberstedlung nach Berlin dem Vorstand der hiesigen Synagogengemeinde die Summe von 10000 Thlr. mit der Bestimmung übergeben, von den alljährlichen Zinsen zehn verschämte arme jüdische Familien mit je 50 Thlr. zu unterstützen. (Wahrheit.) Eolmar. Unter den 15 Internen de« hiesigen kaiserlichen Lyceum« befinden sich auch Israeliten, welche auf Staatskosten koscher gespeist werden. pari«. Da« pariser iSrael. Eonsistorium hat zwei Verordnungen veröffentlicht, »über die Anordnung de« Gottesdienste« für die Jahrzeit' und »für die rvlovnille» (erster Sdnagogenbesuch einer Wöchnerin) und die Vorstellung (pröseutatiou) der Neugeborenen im Tempel.' Für die Jahrzeit ist ein breite« und luxuriöse« Ceremoniel, welche« bisher »in Israel unbekannt war und den katholischen Seelenmeffen nachgeahmt ist,' anzeordnet — so schreibt darüber llniv. J«r.: »Anstatt de« einfcchcn und rührenden Kaddisch, welche« der Sohn, mit dem Talith bekleidet» spricht, ruft da« Eonsistorium den Dekorateur und den Tapezier herbei, bedeckt die Synagoge mit schwarzen Hüllen, silberbcfranzten Vorhängen, Trauerbinden (litres) von hermelinbefetztem Sammet, mit reichen Trauerverzierungen, ruft Cfcrgesang, Musik, Orgel herbei und beleuchtet mit brillanter Illumination da« Gedächtniß der Trauer und die Thränen de« Schmerze«.' Da« Eonsistorium sagt, daß e« hiermit nur da« verallgemeinern wolle, wa« in kleinerem Maaßstabe schon seit ziemlich langer Zeit geschehen sei; — da« Schlimmste bei der Sache ist, daß «S nun Kaddisch erster, zweiter bi« fünfter Klaffe gibt, mit verschiedenen Taxen (für den ganzen, halben u. s. w. bi« fünftel Apparat?) Dieselbe häßliche Classification findet sich in dem Ceremoniell für die rvlevuillo». Da« Kind de« Wechselazenten und de« glücklichen Börsenmanne« bekommt ganzen Chor, den Vorhang für Festtage, ein Stück auf der Orgel und Hallelujah, Psalm 128 wird gesungen, während da« Würmchen de« einfachen HandelSmanne« und Krämer« nur die „recitation“ bekommt, nickt« jedoch von dem Vokal- und Jastrumentalluxu« de« andern! — Da« Klassenwesen und da« Geldmachen ist, wir wußten da« längst» in Pari« auch in den jüdischen CultuS für alle religiösen Akre cingedrungen; da« alte Grundgesetz der Gleichheit ist zerbrochen, auch die Leichenbegängniffe finden mit clafsificirtem Pomp oder unclassitcher Plumpheit statt — aber das hier Berichtete ist doch etwa« zu stark. Möglich, daß »Univ. JSr.,' dem wir nachschreiben, etwa« übertreibt, wir kennen den Wortlaut der Statuten nicht, und jene« Blatt ist dem Eonsistorium nicht hold. Aber wir schütteln un« jedenfalls bei dem Gedanken an Jahrzeitpomp und Klaffen-Kaddisch — mag'« auch damit nicht ganz so schlimm sein, wie oben geschildert. W.nn nur das genannte Blatt endlich einmal aufhören wollte, bei jeder Gelegenheit Deutschenhaß wachzurufen! Können sich unsre Leser denken, daß die« auch im Anschluß an die Confistorialerlaff« gifchieht? E« ist aber so; wie? da« verschweigen wir au« schon «ehrfach nngedeutetrm Grund«. Ebenso wirb in derselben Nummer de« Blatte« der Beschluß der Antzschließung Deutscher au« der i«rael. WohllhätigkeitSgesellschaft vertheidigt. ja noch mehr al« da« —. Da« ungarische »Trad. Judenth.,' in dieser Beziehung wohl aU «npartrtisch zu betrachten, nennt dn« »patriotische Flaufenmacherei' und hofft, daß dir Zeit unsre Glaubensbrüder in Frankreich auch zur befferen Einsicht bringen werde. Da« hoffen auch wir und — repliziren nicht». Pest. Da« »Trab. Jud." vom 23. Nov. meldet: „Da» Organisationsstatut für die jüdische orthodoxe Confession (I?) Ungarn« und Siebenbürgen« hat bereit« am 23. Oct. die allerhöchste Genehmigung erhalten. Die Publikation im AmtSblatte erfolgt dieser Tage." Bukarest, 18. November. Lassen Sie mich Ihnen heute einmal etwa« Erfreuliche» mittheilen. Dank den Bemühungen de« Herrn Peixotto, der unaulgesetzt für da» Wohl seiner Glaubensgenossen thätig ist. hat sich hier in allerjüngstrr Zeit eine „Gesellschaft für die Cultur der Israeliten in Rumänien" (Societate pentra cultura Israelit. Romani) gebildet. Dieselbe stellt sich u. A. die Aufgabe: die schon existirenden Schulen zu fördern, und in den Provinzen deren neue zu gründen; Schriften, welche zur Verbreitung der Cultur und Bildung in Schule und Hau« geeignet sind, zu veröffentlichen und zu verbreiten. Zu diesem Zwecke haben sich in Galacz, Bacau, Botosani und Jaffy bereit« eigene Comite« gebildet, und ist an deren ersprießlicher Thätigkeit nicht zu zweifeln. (U. j. W.) Bukarest. Der Minister Costafor hat in einem dem Bacauer Tribunale zugeschickten Befehle verordnet, daß auch die Juden al« Schiedsrichter zugelaffen werden sollen. Die juden« feindlichen Blätter erheben darüber ein Geschrei. Jerusalem. »Habazeleth" meldet, daß die Pforte damit umgeht, Jericho zu verkaufen. Die ehemalige Stadt ist jetzt wüst, besteht nur au« einem Dutzend Lehmhütten, in denen etwa 200 Seelen wohnen. Die Regierung will nun */» de« Areal« meistbietend verkaufen, ein Drittel soll den jetzigen Bewohnern bleiben. Das genannte Blatt mahnt die Israeliten, da« Land, welche« bekanntlich sehr fruchtbar ist, zu kaufen. Tripoli«. Der Scheich el Beleb, Ale Kinkenni, von dem Tripolis so viel und lange litt, ist endlich gestürzt. Dieser reiche und intrizuante Mann hatte sich lange gegen alle Anklagen und trotz der seine Absetzung verlangenden Deputationen zu halten gewußt. Er ließ seinen Bruder in Konstantinopel wohnen, um durch Bestechungen alle Wirkungen jener Anklagen zu nichte zu machen. Endlich ist e« aber denn doch dem inzwischen abberuferien Gouverneur Halid Pascha, der allgemein beliebt war» besonderweil er nicht »fraß', gelungen, die Beweise von Ali'« Schuld bei'Ermordung seine« jüdischen Agenten und Mitwisser« vieler seiner Geheimnisse beizubrinzen. Sechszehn Monate hatten di« Untersuchungen gedauert, ehe man sich alle Beweise verschaffen konnte. Da« Ergebniß war ein vernichtende« für de« Ex-Scheich. In Folge dessen wurde er auf ein türkische« Krieg«schiff al« Gefangener gebracht und nach Konstantinopel befördert. Erklärung. Zn der ,Hild. Press»" protestirt Hr. Wabb. Xuttna m Liseuftadt hestig gegen die Lorresp. d»r „Z«r. Wochenschrift" Nr. 45», soweit dort sein vatn> der Rabbiner in Toti«, berührt ist. Die Redactio» kann freilich nicht wisse», ob der Rabbiner zu Tori» einmal den Songreßstatuten zugestimmt hat, oder nicht. Wenn der Sohn die» in Abrede stellt, so glauben wir c* gern, he. sonder« in Hinblick aus da» a. a. O. dargelegte Sachoerhälinch, und »Helle» e» hier mit. Briefkasten der Redaerio» W. in M. Sie haben nicht errathen, daß ich mit Mitkheilnng de» Reseral» im „Jtrael." über die Predigt nur da» {DK rar sTO belegen wollte?! G. in C. Recht bald Bitte um Einsendung de» Lortrag».