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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-11-01 · 44 (1.11.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
44 (1.11.1871)
Date
1871-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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& H« 44.—1871. Wochenfür die religiöse« und sociale« Jateresse« des J«de«1h«ms. Erscheint jede» vrtnwoch. Pret» vierttljShrlich 20 Silber-rasche». f»? h. breispaltigr Petirzeile »der derr» Raum l'^Sgr. verantwottitcher Rtbotat cnb Heran»grb«r Rabbiner Dr. jl. Ire»e«fets in Stettin. Breslau, 1. November 1871. 3» bqtehea »nrch all« V»chb«udlm»-Nl und Paftenßaltea. -»serntm.Anna»»« I» hi Schletter'sche» Buchhandlung (H. Vkutlch) in Bre»lau. ' Inhalt. Leitender Artikel: Dt« Stellung »er Inden in der «»der»«« Welt. (Schluß.) Zur tztesarm de« preußische» Juden» g«setze«. >»»i>et»»: Kleiutgketteu. Berichteund Correspondenzmr Drutschlaud: Stettiu. Stettin. vrella«. «u«Hinterpommeru. Dine» »arl: «opeuhageu. «iumLuieu: Bukarest, vermischte ». neuest« «tachrichten: Berit». Berlin. Berlin, «u« der Provinz Pose», «u» Dharinge». «rlang». Halberstadt. Part«. Pari». Pari». Pari«. Palästina. Literaterberlcht. Berichtigung. Briefkasten. Inserate. -'• «i •- Die Siellu«- der Sude« 1« der «oderne« Dell. (Schluß.) Daß die Anden in ganz besonderer Weise von epidemischen Krankheiten verschont bleiben, ist schon öfter» bemerkt worben, «ck. e» ist diese Erscheinung eine «m so bedentsamere, al» die» sästlst m«H i« de« engst»», am dichtesten bevölkerten Theil« «n» darstber 8>lß«lMe ' »er ver Vesten Züge im Charakter der Inden ist ihre außerordentliche' Nüchternheit. .Seltm ist Trunkenheit die Ursache jüdischen Elend»; sie unterscheiden sich darin in sehr vor« theilhaster Weise von ihren englischen Mitbürgern, und diese ihre Nüchternheit giebt Ihnen bei gemeinsamen Arbeiten einen großen Vorsprung vor denselben. Wer je einmal die jüdisch« Quartiere besucht hat, ist geradezu betroffen von den Folgen dieser Tugend. Die Häuser selbst der ärmsten Judm zeichnen sich durch gröjiere Reinlichkeit, Ordnung und Behaglichkeit vor denen der ärmeren englischen Klaffen au». Die Kinder sind besser gereinigt and geftetdet, ihre frischen, runden Gesichter bilden einen groß« Gegensatz zu dem blaffen scrophulösen Au»seh«n der englischen Kinder, die In denselben schlechten, mg« Quartieren wohne»; wenn man ein zerlumpte», barfüßige» Kind sieht, darf man sicher schließen, daß.e» eia irische» ist. I» keinem jüdischen Hause trifft «an jenen Mangel und Schmutz, der immer die Folge der lln- Mäßigkeit ist; niemal» wird man jüdische Männer oder Frauen «st de« häßliche», aufgedunsenen Gesicht««, den deutlichen Zeichen einer »averbefferlichen Trunksucht, sehen. Sprüchwörtlich ist die stille, ruhige 8ebm»art der Juden. Ihr Hau» ist der Mittelpunkt ihre» Glücke», und ihr Familienleben ist über alle» Lob erhaben. vö»wtllige» Verlassen der Familie kommt sehr seltm vor, und brutale Heftigkeit gegm Frau und Kinder ist unter ihnm gänzlich unbekannt; im Gegentheil, Eltem legm sich für da» Wohl ihrer Kinder oft die höchst« Opfer auf. Di« Sterblichkeit der jüdisch« Kinder unter fünf Jalwen ist in Prmß« eine viel geringere al» in dm katholisch« Familien. Erbliche syphilitische Krankheiten find« sich unter ihnen gar nicht, nur felt« ferophulöse. Die Mütter untemehm« k'ine Arbeit, die sie von der Sorge für ihre Kinder abzteht. In Fürth starb« von jüdffchm Kinde« im Aster von ein bi» fünf Jahr« nur zehn Proemt, dagegm von dm christliih« vierzehn. In Frankfurt bettägt die Durchschnittsdauer de» Leb ent dar Ehrist« LS Jahr 11 Monat, die der Aid« »8 Jahr S Monat. Rur ein Viertel der christlichen Bevölkerung erreicht ein Alter »£i 00 Jahr«, aber ein Viertel der Juden übrrfchreitet et, »ffkter von 71 Jahren. Die Jnd« prerßm» brauch« 41 Jahre, u» ihre Gefammtzahl zu verdoppeln, die Christ« bl Jahre.* Und so zeigt sich «u» al» Ursache dafür,' daß sie vyn manch« Krankheit« verschont bleib« und An Allgemein« sich rtuer g»t« MWüchttl tküBUd» ußchtz «lch llltzjj! ihre Hohe Sittlichkeit und die Kraft und Annizkeit ihre» Familienleben«. In Bezug auf Verbrechm ist der Unterschied zwisch« Inden und Christen in gleicher Weise bemerken»werth. Alle jüdisch« Sttäfllnze (ganz England«) werben nach Portsmouth gesandt, wo auch eine Synagoge für sie hergerichttt ist. fU» Dr. Stallard sein Buch schrieb, war« nur fünfzehn männliche Sträflinge da, und von dies« «arm mehr al» die Hälfte fremde Judm; in: dm List« de» Gefängnisse» findet sich nicht der Name auch nur einer Jüdin, und nur eine ganz alte Schließerin erinnert sich einer einzig« jüdisch« Gefangmm. Da» jüdische System der Armenunterstützung zu beschreib«, würde ein« groß« Räum in Anspruch nehmm. Ihre Resultate jedoch liegen für ein« Jeden, der viel unter dm Arm« verkehrt, oder auch nur die Augm aufmacht, wmn er spazier« geht, klar 'am Tage. Da die gegenseitige Hilfe in einem Umfange wie kaum unter dm best« christlich« Gemeinschaft« geleistet wird, und dabei da» Band der Verwandtschaft ganz besonder» stark sich erweist, find« sich Biele nicht auf d« jüdisch« Armmlist«, die bei un» darauf steh« würom. Wa» nun dt« Art und Weise de» jüdisch« Armmwesm» mit seinen bewunderung». werthrn Erfolg« betrifft, so besteht e» hier in sein« gegmwärttg« Gestalt seit 1850. Die hervorragendsten Männer der Gemeind«, Parlammt»-Mitglieder, Professor«, Bankier» und Gewerbrtreibmde widmen derselb« ihre Zeit und Arbeit. Die einzeln« Fälle «erd« nicht übereilt, sonde« sorgfältig untersucht, und man bemüht sich dabei, nicht eine mommtane Abhülfe zu gewähr«, sonde« die Armuth in ihrer Quelle zu verstopf«, vetrug-fälle komm« seltm vor, die Conttol« ist zu strmg; di« Zurückweisung« von Bittgesuchen betrag« nur etwa 4—0 pEt. Die Judm bezahl« unsere Lrmmstmem und gleichwohl unterstütz« sie ihre Arm« so erfolgreich, daß kein Jude sich im Armmhausr befindet und kein jüdischer Bettler auf unser« Sttaßm

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