Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-25 · 43 (25.10.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
43 (25.10.1871)
Date
1871-10-25
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/5369809-5934989-5935534--0940-5370599
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

846 bei Erömieuxschm Decrets folgten, es war der 24. Januar 1871» und es handelte sich um Neuwahl der Algier'sch« Distritts» und Gemeiuderäthe. Herr du vouzet bat de» Justizmiujster, den Israeliten, die bis dahin eigene Vertreter'in diesen Bersamm» langen hatten, diese zu entziehen und ihn« dafür das allgemeine Stimmrecht zu verleihen, da er glaubte, die Jsraeltten würdm ihre Stimme ihm geben, d. h. seine Caadidaten in den Rath senden. Aber er hatte sich getäuscht. All es zur Abstimmung kam, am 5. Februar 1871, gaben die J-raeliten mit den Musel» männern ihre Stimmen dem von du Bouzet aufgelösten Stadt« rath und Herr Crömieux mußte zu seinem größten Bebaue« seinen tu der Minorität gebliebenen Commiffär du Bouzet abrufe«. Lradieu. Aden, .an der südarabischen Küste gelegen, der »Gchlüsselhafm zum arabischen und indischen Meere', daS früher dem Sultan von Laheg gehörte und fett 1839 Etgmthum der Engländer ist, wird nach der neuesten Volkszählung bet einer Gesammt- Bevölkerung von 39,000 Einwohnern, bestehend auS Europäern, Arabern, indischen Mohamedanern, Feueranbetern u. a., von 1900 Juden bewohnt. Die Juden deS Innern, die Achdaen und Schumr, zwei Paria-Klaffen, welche ebenso wie die Zsrae« wen von den Arabern im Innern ohne Mitleid und Menschen» achtuug behandelt werden, finden in Aden, wo jetzt alle Menschen vor dem Gesetze gleich find, ein Paradies und kommen in Maffe her. Daß in Aden schon im 12. Jahrhundert eine zahlreiche jüdische Gemeinde bestand, welche unabhängig lebte, eigene Burgen hatte, mit den Christen und Nubien Kriege führte und mit Egypten und Persien in Verbindung stand, darf all bekannt vorausgesetzt werden. Re»-Kork. Herrn Felix Adler, einem Sohne de» Herrn vr. C ^dler in New»Pork, ist neulich die ehrenvolle Stelle eine! SecretärS bei der amerikanischen Gesandtschaft in Berlin ange» boten worden. Nach der Versicherung deS Herrn Bancrost sollte er fest angestellt werden. Trotzdem lehnte Herr Adler da» An« erbieie» ab, weil er einerseits fich nur auf kürzere Zeit in Deutsch» land aufhalte, und er andererseits feinem Studium, der jüdischen Theologie, treu bleiben wolle. Re»-Kork. Am verfloffenen m hat hier ein Crawall stattgefunden. Russische Juden, welche machten, wurden vom Pöbel insuttirt. Notiz. ' Me kann gründliche Kenntniß der hebräischen Sebete muh bei dem weiblichen «»schlechte durch die Schule erzielt werden? Daß beim jüdischen ReligionS-Unterrichte da- Hauptaugenmerk auf Verständniß de» Cultu» gerichtet sein müffe, so daß von Knaben die Erlernung deS Pentateuch», wo möglich der Haphtharot in der Ursprache, von den Mädchen die der wichtigsten hebräischen Gebete verlangt werden müffe, haben einfichttge Fachmänner genugsam ausgesprochen. Die in den letzten Jahren von mehrere» College» veröffentlichten Jahresberichte legen ein erfteulicheS Zeugniß von den Fortschritten in dieser Beziehung ab, da fich in ihnen da» Stteben zeigt» die Jugend mit der heilig« Schrift in der Ursprache sowie mit den hebräischen Gebeten bekannt zu mache«. Wie schwer aber die Verwirklichung diese» Streb«», besonder» was die genaue Kenntuiß der hebräisch« Gebete bet dm Mädch« betrifft, zu erlang« ist» wie meist der Erfolg hinter der angewandt« Mühe zurückbletbt, davon «erd« fich viele Schulmänner Lberzmgt habe». Mau bringt es höchsten» zur mechanisch« Erlernung einiger «kchttger Gebetstücke. Von einer rat entfernt« Bekanntschaft mit der Sprache jist wohl nie die Rede. Und doch muß, soll die hebräische Sprache al» Gebtt» spräche nicht verdräugt werdm, soll sie beim Gottesdtmste nur einigermaß« die Muttersprache vertreten, eine gewisse Vertraut» heit mtt ihr bei dm Betenden Vorhand« sein. Ist dies i« der Schule nicht zu erreich«? Allerdings auf dem bisher befrei«« Wege schwerlich. Ja, dieser Unterricht muß Lehre« wie Schüleim zur Last werdm, wa» fich besonder» in solch« Schul« zeigt, in welch« Knabm und Mädch« combinirt sind. Während Erste, e, durch dm Unterricht in Bibtt und Grammattk unterstützt, schnelle Fortschritte mach«, bleib« die Letzter« zurück, und selbst die Fleißigftm bleib« der Sprache ftemd. Daß dieser Uebelstand sich allmthalbm fühlbar machte, zeizt die Herausgabe mehrerer Hilfsmittel zur Erlemong der hebräischen Gebete von sachkundig« Männern, die aber meine» Erachten» dem Zwecke nicht ganz entsprechen, nämlich ein« Ersatz der Muttersprache zu gewähren. Dazu wird mindestm» gefordeit, daß man über einen besttmmtm Wortschatz gebieten und ihn «ach dm Regeln der Sprache beliebig verwerthen kann. Und da» zu erzielen ist nicht schwer. Dazu bedarf man keiifer systematischen Grammattk soudem nur einer methodisch« Anleitung zum schriftlich« Uebersetz« auS dem Hebräisch« in'» Deutsche und uni» gekehrt. Warum soll eS mit Erlernung der hebräisch« Sprache nicht ebenso gehalten werden, wie mit allm andern in Schule» gelehrten Sprachen, besonders den neuem, wo sowohl Schüler al» Schülerin»« angehalteu werdm, von Anfang an methodisch schr iftltche Uebersetzuug« auzuferttgm, wodurch allein Gewandtheit in der Sprache erzielt wird? Nur wmn man fich in einer Sprache, wemr auch nur in einem gering« Grade, auSzudrücken versteht, kann sie die Muttersprache ersetzen. Daß ein solcher Weg kein schwieriger ist, wird jeder zugebm, der nach Ahn'S Methode ftanzösisch unterrichtet hat. Dieser Weg kann auch für Mädch« im Hebräisch« eingeschlagm werden, und könnten sie dann mit den Knaben gleichen Schritt halten. Man schrecke nicht vor der Furcht zurück, die Mädchen etwa gelehrt zu machen. Die Fettigkeit in den hebräischen Gebeten ist nicht Gelehrsamkeit, Bedürfnis und kostet diese Methode gewiß wmiger Zeit und Anstrengung all daS mechanische Eiulernen der Gebete, wodurch wenig erreicht wird. Al» solche» Lehrbuch mit dem angegeben« Zweck ist mir von Troller zu Gesicht gekommen, wodurch daS angegebene Ziel erreicht werden kann. Ein solch-S oder ähnliches Schulbuch, allgemein eingefühtt, würde den Unterricht für Lehrende und Lernende erfreulich mach«, eine Vertrautheit mit der hebräischen Gebetsprache bei Knaben und Mädchen erzeugen und dann alle Einwände gegen die hebräisch« Gebete schwind« machen. Märk.»Friedland. De. Zuckermandel, Rabbiner. Berichtigung. In Rr. 41, «. 318 a, Z. 15, l. Wähler in Paneien % und. «. 32C*, g. 8, fehlt: so. 6. 326s, Z. 5, st. sein Befind« l. für Befunde. Ja Skr. 42 ist im Verzeichnis der Mitglieder de» Beneral. Limit«'» zu ergänzen: Albert Lohn in Pari». Die vorige Nummer mthielt au» Magdeburg eine Mtttheilung, der« Schluß sich, wmn auch in höflicher und anerkennender Form, gegen vr. Philipp so n richtete. Die Re» daktton erklätt, daß diese Notiz nur au» Versehe» in da» Bsett hineingekommen ist; e« schien nicht angemessen, gerade bei dies er Gelegenheit eine derarttge Krittk anzuregen, und da die Redaktton das Geschehme nicht mehr ungescheh« mach«.kann, so häll sie fich mindest«» zu der Erklärung verpflichttt, daß dieser Anglist nicht etwa mit Absicht, sondern nur au» verseh« in diese Rumneev gerätsen ist. JHe Medaütio«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.