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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-25 · 43 (25.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
43 (25.10.1871)
Date
1871-10-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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NS 48»-1871. —7 LAchrgtmg. Vschen-SHrifl fit die religiöse« und soiiale« Interesse» des Zudeuthnms. Erschrtut {eben Mittwoch. Port« vierteljLhrlich 20 Gilbergroschm. »nserttonBOeSützr l«, dretspaltt-e Petttzeile »der deren Raum I»/, Bgr. verantwortl cher Redattnir und Heraudgeber Rabbiner Dr» jl. I«»e«fek» in Stettin. Breslau. 25. Oktober 1871. Zu beziehen durch aL Buchhandlungen oud Postanftalieu. t» der Schletter'scheu Buchhandlung (H.««ttsch) i» Brei lau. Inhalt. Leitender Artikel: Die Stellung der Jode» tu der modernen Welt. Feuilleton: Festbauquet. Bericht« uud Aocrestwudenzen: Deutschland: BreSla». Beritu. Srlaugeu. Königitberg. Königtberg. «u« dem Rieseugebirge. Oesterreich: >u1 Ungarn. Vermisch!« N. »rnrstr Nachrichten: Frantsur« a. M. Hamburg. Syck. «,» Wü Uemberg. Bern. Part« Port«. Arabien. Rew-York. Rew-Yort. sttotiz. Berichti«»n; Veeanzen-Liste. Inserate. Die Stellung der Sude« in der modernen Dleit. Unter diesem Titel bringt die »Jewish Time»* einen Aufsatz au< dem Londoner ,^vaugeUsaI Magazine", der sich mit dem angegebenen Thema beschäftigt. In diesem Aufsatze werden Judenthum und Juden in einer geradezu enthusiastischen Art bedachtet und geschildert. Freilich find un» die hier entwickelten Gedanken nicht neu und e« werden auch gerade keine neuen Thatfach en und Beweise betgebracht; jedenfalls ist daffekbe Thema in edier uu- - MttMM-Pifiwrra^b^andeft. Mm der Auffatz wird flb «d dadurch tntereffcmt, paß tfn christllcher Geistlicher, ®b. E-rown, «S ist, der Inden und jüdische verhältniffe in dieser Weise schildert. Dabei kennt der Verfasser da» Judemhum durchaus nicht vollkommen und in seiner ganzen Größe. Er geht in seiner Betrachtung wesentlich von der Kenutntß der Verhältnisse der englische» Juden au«, und diese find im Allgemeinen nicht» weniger al» glänzend. Di« Londoner Jude« bestehen in ihrer Masse an» ein gewanderten Polen und Deutschen, diese find meisten» Haufirer und Trödler und leb« tu de« schmutzigsten Quartieren Lyndon». Uud gerade diese Klaffe hat Mr. Brown v-rzugSweise im Auge. Um so bedeutsamer ist die begeisterte S>»erkennung, die er ihnen spendet. Wir lassen hier sein« Aufsatz in seine» wesentlichen Thetlen folgen. Anmerkungen uud Berichtigungen zu einzelnen Stell« deffelben find, wenn wir den Stand- Punkt de» Berfaffer» berücksichtigen, wohl nicht erforderlich. »Die Juden find im Allgemeinen die merkwürdigste Erscheinung der Weltgeschichte bi» auf den heutigen Tag. Bon alle» Völkern der Erde besitzen ste Lu kräftigste, entschlossenste, ansdanerndste Bolk». Individualität, in allen Gegenden der Erde find ste zu finden und bilden überall eine fest geschloffene Derbtadmg. Ihr Charakter ist schärfer »»«geprägt, ihre körperliche, geistige und sittlich« Eigenart tritt deutlicher hervor, al» die irgend einer anderen Nationalität, und an dieser nationalen Eigenthümltchkett hasten sie beharrlich fest uud verschmähen e», dieselbe durch Verbindung mit irgend einem andern Volke zu vermische» und zu zerstören. Sest viertausend Jahren haben sie ihre» nationalen Typu» unverändert erhalten; da» Bild Jakob» ist et, da» un» noch in den heutigen Juden entgegentritt. Und diese» Bild haben der Boden, da» Klima uud die mannichjasttgen BtldnugSverhältniffe der verschiedenen Länder, in denen st« wohnen, kaum um eine Linie verändert, eine Erscheinung, die in der Geschichte keine» anderen Volke» eine Parallele findet. ^Die grarsamsten, andauerndsten Verfolgungen und Leiden, alle Plünderungen, alle Bedrückungen, denen sie unterworfen worden, haben ihnen nicht» von ihrer Eigenthümlichkeit nehmen könuen; sie find gänzlich uuberühtt geblieben von jedem Einflüsse der Zeit» dem sich doch kein Bolk de» Alterthum» und der Neuzeit hat entziehen können. Wir find gewohnt, un» unsere» kräftigen Wesen» zu rühmen, da» un» die Fähigkeit giebt, un» überall eine Heimath zu gründen, d. h. in jeder bewohnbaren Gegend der Erde un» zum Herrn ist gewandert, wohin wir utemall^gedrnngen, et hat fiH «btn* gelaffe» und seine nationale« Stgenthümltchkeiten sich erhalten, wo Sagländer keine» dauernde» Aufenthalt nehmen konnte» und e« unmöglich fanden, ihre nationale Eigenart wider die vereinten Kräfte der Natt» uud der Menschen zu behaupten. Im Herzen Sfien», im Herzen Amerika«, wohin auch unsere Forscher drangen, überall waren Juden vor ihnen dagewesen mit denselben fchaif geschnittenen GestchtSzügen, demselben so deutlich hervorttetendea Charakter, den die Juden zeigten, die sich vor zwettauseud Jahren in den Ländern de» römischen Reiche» zerstreuten, oder diejenigen, welche noch zwei Jahrtausende früher selbst ein Dolk»1hum sich gründeten, sich mitten unter den üppigen, schwelgerischen Stämmen Kanaan» niederließe« und jene» streng abgeschloffene nationale Leben begannen, da» kein un» sonst bekannter Einfluß zu ze,- störm im Stande war. » ist unter den Christen Mode, von den Juden mst einem ^er Geringschätzung zu sprechen. Für mich, da« bekenne ich offen, find sie im Ganzen die erste aller jetzt lebenden Raren. Biele ihrer Eigenschaften haben eine überraschende Aehulichkeit mit heuen d-r Engländer. Jener Mann war ein Träumer —aber sei» Traum war kein grundloser — der ein schöne» Buch schrieb/) um zu beweisen, daß in un» Engländern di« verlorenen zeha Stämme wieder zu finden seien, daß in un» die charaktertstischea Eigenthümlichkeiten, die alten Vorzüge und auch Ser alte Gege» sich wieder zeige. Er hat insofern Recht, al» die Engländer in ihren staatlichen Berhältniffen, in ihren Vorstellung«» 'über ihr Land, die Frauen, die Familienbande, in ihrer innige» Paterlaudt« liebe, in der Neigung in fernen Gegenden sich anzufiedeln, in der Fähigkeit für Handel und Verkehr, in ihre« konservativen Wesen tu der Neuzeit in wettem Umfang« diejmige« Züge •) Query, Wh*re the ton tribw «rer loet.

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