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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-18 · 42 (18.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
42 (18.10.1871)
Date
1871-10-18
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Israelitische Wochen-Schrift. Beilage z« Breslau, 18. October 1871. 2. Jahrgang. Frankreich. Paris, tm October. ES find ta der letzten Zeit so vielfach Briefe veröffentlicht worden, au» welchm die schmerzliche That« sachr zu ersehen war, daß der deutsch «französische Krieg auch in de« Herzen der französischen Inden eine schwere Verstimmung gegen ihre deutschen Glaubensgenossen zurückgelaffen hatte. Wir find glücklich, heute berichten zu können, daß der wichtigste und einflußreichste jüdische Verein in Frankreich einen Schritt >;ethan hat, welcher geeignet fft, diese Verstimmung zu heben und die ISraelttea dieser beiden Nachbarländer einander wieder zu nähern. Die Alliance liraöllt« voller»«!!« hat Herrn Direktor Dr. Frankel zum Mitglied ihre» Central« Comitd'» ernannt. Der Name Frankel wird die Brücke fei», welche über die Ströme Blute» hinweg Deutschland l und Frankreich» jüdische Söhne wieder vereinigen wird. Wir laffen de» Wortlaut de» Patente» folgen: . ALLIANCE ISRA£LITE UNIVERSELLE. P»ri», le 0 octobre 1871. Homienr et eher colldgne. Le Comitd central de l’AUianoe tient ü Tionneor de prendre port k la cdldbration da 70* anniversaire de votre naiuance et de Joindre le« hommogee k celai de vo» nombreax amis et de tos disclples reconnaiaaanta. Ceax-ci •anront mieax qae non« dnamdrer le« dminenta »ervice« qae von« avez rendas aa Jadalsme par vo« travaax •eientiSqaes,. vo« pablication« pdriodiqnea et votre habile direetion da Sdminaire. Qa’il non« snftiae de dire qn’en von« ddaignant ponr prendre place an aein da comitd central de l’Allian:e, le« Isradlites de tona lea payii ont reeonnn le« titrea qne vona avez k lenr reapect et k lenr ▼dndration. Henreax de von« compter an nombre de noa colldgne«, nona priona Dien qn’il vona donne de lorgnea et belle« annde« d’nne vieille««e ai prdeiease et ei fdconde. Agrdes, Monsieur et eher colldgne, l’asanrance du noa meillenrs «entiments. Ponr le comitd central laldor, Grand Babbln. Albert Cohn. Jules Roaenfeld. Le teeret, «djointe l«M. Lovon. M. le Dr. Frankel, membre da comitd central, k Breslau. Vermischte und neueste Nachrichten. Sie«, 16. Oktober. Den vielen Kundgebungen der Anerkennung und Aufmerksamkeit, mit welchen gerade Wirr den Direktor Frankel an diesm Tagen gefeiert, hat sich jetzt auch eine officielle Ehrenbezeugung angeschloffen. Da» Kaiser!. Kiinigl. Unterricht»»Ministerium hat nämlich bet Seiner Majestät dem Kaiser für diesen verdienten Gelehrt« die Auszeichnung beantragt, mit welcher in Oesterreich hervorragende» Wissenschaft' ltche» Verdienst anerkannt wird, und Herr Direktor Frankel ist in Folge deff« zum KaiserL König!. Rath ernannt worden. Frankel ist bekanntlich in Oesterreich geborm, und die Achtung, der« er sich bei dm Behördm seiner Heimath erfreut, hat e» bewirkt, daß da» Seminar in mancher Beziehung tm Kaiserstaate ein officielle» Ansehen genießt. So sind dtejmigm Schüler der Anstalt, welchm vom Direktor bezmgt wird, daß sie sich für da» Studium der Theologie eignm und in demselbm Fleiß und Fortschritt bekund«, vom Milttairdimste frei. Diese» Privileg wird allerdings immer nur auf eine bestimmte Reihe von Jahren verlieh«, aber e» liegt jedmfall» eine außerordmtliche, höchst dankenSwerthe Liberalität darin, einer ausländisch« Anstalt ein solche» Vorrecht einzuräum«. — Auch die Herr« Dr. Jellinek, Weiß und Friedmann, die Lehrer am Beth« hamidrasch, haben in einem Collectiv-Telegramm, sowie jeder einzelne dieser Herren in einer apart« Zuschrift Frankel zu seinem Ehrmtage beglück« wünscht. Literaturbericht. fi*Crit««g t« de« Takrand von Joseph tbn Agntn, au» dm« Arabisch« in'» Hebräische übersetzt, zum ersten Mal au» einer Handschrfft edirt, nebst Seder Tanaim W'Amoraim, nach einer Handschrift von Nmem edirt, zu Ehr« de» Ober-Rabbiner Dr. Z. Frankel, Direktor de» jüdisch »theologischen Seminar», al» Jubelschrift zu seinem stebzigstm Geburtstage herau»gegebm vom Lehrer «Collegium de» Seminar». Breslau. Druck von B.',E. Monasch u. Comp, in Krotoschin. Wenn wir nach einer Formel suchen, »I« Frankel« wissenschaftliche Thätigkeit tu weuige Wort« zusammensaßt, so bietet sich wohl schwerlich ein« titrzere und bessere al« TBWVl «20. Einleitung in de» Talmud. Wa» uns bei bedeutendeu Menschen häufig begegnet, dag in ihrer ersten Schrift gleich, sa« die Keim« liegen zu ihren spätem Arbeiten, da« sehen wir auch bei diesem Altmeister der jüdischm Wissenschaft. Seine „Vorstudien znr Septuaginta" enthalten gewissermaßen da« Programm seiner biaherigm Geistesarbeit, ja sogar der Werke, die er, wenn Gott ihm Kraft gteb«, noch schreib« wird. Di« Geschichte der Halacha zu schreibm, da« ist seine Lebensaufgabe und er hat sie begonnen mit Uutersnchungm über di« alte Exegese und Hermeneutik, a»S der dt« Halacha erwachs« ist; er hat sie sortgeseht, indem er durch sein« juridisch« Werke ein« Prob« de« Geiste« lieferte, der im Talmud waltet, und durch seine gmndlegenden Einleitungen in die Mischna und dm jemsalemischm Talmud hat er diese DiScipliu ihrem Abschluß nah« gebracht. ES war daher ein« sehr paffmde Gabe, wmn da« Lehrer-Collegium de« Seminars als Festgeschenk dem Jubilar eine alte „Einleitung in den Talmud" und da« Seder Tanaim W'Amoraim in glänzender, die Osficin außerordentlich empfehlender Ausstattung überreichte. Die erste« Schrift hat mehr dm Werth einer Antiquität, und ihr Autor ist berühmter als st« werdm wird; di« zweit« dagegen wird sicherlich dm jüdischen AlterthumSsorschem sehr willkommen sein, da di« von Luzatt» besorgte Ausgabe sebr viel« Fehler enthält und, wa« die Hauptsache ist, sehr seltm geworden ist. Diesm Etittoueu geht voran «in hbchst geistvoll abgesaßter Anssah aus der Feder des Pros. Graeh, welcher in seinem erstm Theil« ein sehr lebmdigeS und gettmeS vild der juridischen DiScusstonm mthält, au» der« Sammlungen dann der Talmud entftauden ist. Auch der Lai« gewinnt au« dieser Skizze, tu welcher dir Gelehrsamkeit dm Stoff liefert, dm der künstlerische Geschmack mit Anmuth bearbeitet, rin« Anschauung von dem Proceffe, wie der Talmud gewordm ist, und wmn auch der groß« Historiker dem Jubilar nicht» Neue» mit seinen Bemerkungen sagt, so wird ihm doch der große Kreis derer, zu welchm dies« Schrift ihr« Bestimmung nach dring«, gerade wegen diese» einleitendm Aussatzes wohl noch dankbarer sein al» wegm der Editionen. Z.

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