Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 41 (11.10.1871)
- Date
- 1871-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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N£ 4L—187L I, für die religiöse« Md sociale« Interesse« des Jndenthvms. ®r1<b«ta« jedr» frrtt »««ttljsbttichch- «iwer^s»«. fk * bnifHtHft tytttpil« okRj^Rtn Run I «/»•«*. % Ptraittworllich« Mtkni «nt HerauS-eb« Rabbiner Ai . A. Preftenfet» in Stettin. Breslau. 11. October 1871. Zu bqtiheu b«<b all» Buchhaubluu-e» nab Postaustaft«». tu kt Echlener'schm vuchhaubluug lch. wkutsch) tu Vre« lau. Inhalt. «ttteude «rttkel: Zur ftefer» de» prcufifdicn gube»,«setze« «,« 1847. Zur vabbathseler. Xi» Jude» tu «tzre» sittlich»» «»!,,»» uub ihr»« ,»schichtlich»u «tuslu» aus Handel uub»a»k«»s»u aller«aitoueu. verichteu.«mtfln». WaHS: Xeutschlaod: Cttttta. Clcttta. «ltona. «affel. M«,b»ö»r,. «>« »üttemb«,. DLuemarl! «ofevha^n. «ermischtr uub MW« «achchtzw», 9mUm. Wmfca. «amchet». «ts»uach. «trag»»,. Pw»d»rst Pest. Pari«. Pari«, ft»«, «mstrrba«. «vwuo. «brtmwpel. «liueinnett. GVuetz» ^ssttzOMmoerlcht^vertchtt,»»«. »««»,«-Liste. Iuserut«.« Iftr Deform de, prevßische« -«denAesetze, von 1847. Wir Hab« in frühere» Aufsätz« erörtert, daß e» sich für «u» bet de« Gesetze von 1847 nur »och u» dt« 1« dimselb« »orgrschrtebme innere Organisation der Syna zogen» Gemeinde» handelt, (tz SL—88.) Obgleich nun darüker schon schr »te! geschrieben worden ist, so hat doch, unsere» lSissm», ÄNiemand ausgesproch«», wort» »iaentlilst X«»_<r Nde» VffttH liegt.™< ver die prmßifch« Gtädteordnnng auch nur obenht, kestUt, wuß altbald finden, daß die Organisation der Synagoge«-Ge- ««Inden ganz nach dem Muster der Städteordnung bearbeitet ist, die' Gemeinde wählt Vertreter (Stadtverordnete — Rchräsmtaute»), »ach diesem Wahlakt tritt st« durchaus in dm Hintergrund und hat bi» zur nächst« Wahl nicht» «etter mst,ur«d«. Die Vertreter wähl« die verwaltmde und vollztehmde Behörde (Magistrat — Vorstand), deren Wahl der Bestätigung der Regierung «nteriiegt. von dm beidm Behörde« hat di« erstbezetchnet« dm Gtat festzustell«, die ordentlich« und außerordentlich« Nuögabm resp. die Stmem zu bewillig«, letzter« «erde,« durch eine SchätzungseEommtsfion reparttrt; di« andere BehörL-e vollzieht dt« Beschlüsse und vertritt dt« Corporation al» juristisch« Prrso«. Die Tompetmz-Verhältnisse beider Vehördm, die Anstrmmg der Beamte»' durch dieselbm, da« Auffichtsrecht der Regierung — alle» diese» ist im 1847 ft Gesetze, dem Princip und größtmtheils auch der Aulführnng nach, der Städteordnoug mtnommm. Glue kritische Belmchtung der letzterm gehört dorchan» nicht hierher; fie besteht, wenn auch nicht unverändert, seit fast siebzig Jahr«, hat in viel« Länder» al» Vorbild gedimt und »cirbetiel ganz gut*. Ihre Priuciptm auf dte'verwaltung der Synagogm- Gemetndm zu überttagm, lag der Gesetzgebung sehr nah« und ist im Gar.;« auch wohlgtthan — soweit e» sich um die äußere Bersaltnng handelt. Die städtischen vehördm Hab« nämlich nur die rein bürgerlich« (weltlich«), in der Hauptfach« l^iglich die Bermögens-Angelegeahetten der Stadt zu ordnm und zu verwalt«; kirchliche Dinge kommen bei ihn« nur zur Sprache, wenn es fich dabei um ein« Gelt» und Kostenpunkt handelt; mtt inner« kirchlich« Frag« Hab« nt ger nicht» p schaff«. Bild« dmn etwa Magistrat oder Stadtverordnete al» solche zugleich d« Kirch«Vorstand, da» Presbyterium,- oder wie die betreffende Behörde sonst heißt»! Gesetzt, An« Stadt sei nur von Evangelisch« bewohnt/ würde <» feilst dann Jemandem etnfallm, dieselbm Person« av ip*o durch denselben Wahlakt p Stadträthm oder Stadtverorduetm und zu Kirchmvorstehern wähl« zu lass«? Würde nicht der Glnfältigste tzdgeg« einwend«,, daß *etue Person fich ttefflich zu eine« Stadtverordnt«, oder spectell zu einem Rathsmaurermeister, Kämmerer, ijftjfHT "! "*• Mltfictr« Mwm, ob«daßZvmand.tz,KtzL «UtiTOfMc zu» Kilchnmalstrher AAch nur «oi? szufchkagentz Ja jestur Stadt hat der Magistrat sein« besmder,» > technisch« MttgllAwr, welch« da» betreffmde Fach (Bau-, Schul», Rechts-, Sanüätswes«) berufsmäßig versteh«; bei uns aber wird »der Vorstand' gewählt, und dieselbm Person« soll« für alle» kompetent sein und über alle» beschließ«! Wie ist e» möglich gewesen, daß der Gesetzgeber diese» überseh« hat? Weil er ebm nur di« äußer« Verhältnisse der Synagogm-Gemeindm zum Staate ordnm und die inneren, die eigmtlich religiös«, tgnoriren wollte! Daher stammt auch der haarsträubend« § 52, dem zufolge e» de» Gemetudeftatustr überlass« bleibt, »ob Tultusbeamt« angestellt werd« soll«.' (»Ob', nicht »welche'!) Also eine Gemeind« kann auch statuirm^ daß weder ein Vorbeier, eia Schächter, noch ein Rabbiner a»> gestellt «erde; daß dt« Gemeinde auch für dt« religiös« Be» dürfaisse sorge, kümmert dm Staat nicht;") Friedrich Wilhelm IV. und seine Eichhorn und Uhdm kann!« nur »Iudenfchast«', hält« diese am liebst« ganz al» Staat t« Staate hingestellt, «ximirt, privilegirt (d. h. ja «örttich: mit Rechtsberaubungen bedacht) und am liebst« exlltrt oder eonvertirt — von ein«! jüdisch« Religio», jüdisch« Reltgtonsdienern, religiösen ^Institution« wollt« fie nicht» wiffm oder hören. 1 I Man sage nun nicht, daß dt« Synagogen-Gemeind« >eb« nur Religion»gemeind« sei«, daß daher die äzßni«, spectell die Vermögens-Angelegenheit« und die inner« religiös« psamMenfallm. Da» ist entschied« falsch, und wäs-dAWr.wenigsten» theoretisch richtig ist» stellt sich in der Praplst gang ander« heran«. Gerade bei dm Wahl« zeigt fich die» rm deutlichsten. Et« Synagogen-Gemeinde hat, auch wen» fle nur Religions- Gemeinde ist, Angelegenheit« sehr verschiedener Art p bo» •) ^v»« s»ll ihn «ch »ich« HUM»«», ober hier «sf brat SUuchpuufte de» 1847« stch tu seiner Weise «m Mbische A igeleanche u^b m« *mm - -- «• VlJlflVf Mn mft MMpItp; »ir stehe» stuft duff« bR ftwt «tzt Mmuinnl, .<