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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-04 · 40 (4.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
40 (4.10.1871)
Date
1871-10-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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816 daß dt« betreffend« Angabe« -ml ihr« Gemeind« »ach Leipzig gelange». Mainz. Die beide» hiefigm J-raeittm, welch« za Sticht«, i» Elsaß« Lothringm ernannt find, find der vr. Levtno, welcher all La«dgettcht»rath in Metz, und vr. Leoni, welch« zu derselben Stelle n Zabern berufe» wurde. (g»r.) (2'a man füglich nur solch« Juristen dort austellen kann, «elche >>a» französische Recht-verfahren kennen, also Rheinländer, und die Zahl d« Jude» unt« diesen nicht groß ist, so ist auch die Anstellung von zweien verhältnistmäßtg nicht unbedeut« d. Kürzlich wurde auch eia jüdisch« Assessor aus v«ltn (Veits) als für den Justizdienst in Elsaß «Lothringen defigntrt genannt Diescheint ein bloße- Gerücht gewesen zu sttu. Red. d. ,J«r. Doch.') München, 7. Geptbr. Da- Sigl'sche »Vaterland' brachte dies« Lage einen längem Artikel: »Die Jude» und d« verfall Frankreich».' Dieseheittte Machw«k schließt mit den Worten: »Darum ist Frankreich so tief unglücklich geworden, weil egeduldet hat, daß d« Jude sein König, sein Herr, sein Tyrann gewordni ist." Seit 1848 namentlich seien, sagt da» »Vaterland', di« Juden recht eigentlich obenauf gekommen, ald« Jude Crömieur Minist« wurde. Dahabe sich unt« dem Kaiserreich fortgesetzt, daeinen Juden — Fould — mehrmals zum Finanzminist« machte. Die Republik vom 4. Septemb« habe gar drei (?) Juden — Crömieux, Picard und Gambetta — unt«* ihren Mitgliedern gezählt. (Daß man Gambetta zu einem Abkömmling von Judm hat stempeln wollen, ist uasern 8es«a vom Kriege h« erinnerlich; in töeziehung auf Picard ist diese Behauptung de- »Vaterland' ganz neu; vermuthlich weiß Sigl, daß d« Familienname Picard fc» Elsaß und Süddeutschland sich daß er auch einem französischen Dichter de- 18. Jahrhundettll angehört, weiß « nicht.) ' JDtt<ttfoo(. Die hiesige faie alt« Gemeinde ist^-nt vorletzten Sabbath de» Jahrevon «n«m schwere^ llndül betroffen worden, »dem die Synagoge nebst dem. Sch^WW durck« einen i» deren Nachbarschaft au-gebrochenen {Rmbyitr Fiannn« wurde. Da die Gebäude ungenügend di« Gem rinde aber durch mehr«c in de« letzten wM«0vorgenommeae Neu« und Reparaturbautea »och belastet ist, so bittet d« Vorstand derselben um milde Beiträge zum Wiederaufbau. Patt». Die vom Stadtrath für den Bau von zwei zogen (siehe vor. Nr.) bewilligt« Credit« bettagen 200,000 und 60,(00 FrcS.; doch find diese Summen, wie »Rev. J»r. meint, nicht ausreichend. Der Ober-Rabbiner de- Centtal «Confistorium» hat einen »Htrtend.-ief' «lasten, d« zugleich eine Art von AbschttdSwctt an die elsaß-lothringischen Juden enthält. Wir in Deutschland finden ohne Zweifel an einem solchen »Hirtenbriefe', an dem Namen rnd an d« Sache, an solch« Nachahmung fremd« Einrichtungen, wenig Wohlgefallen, ganz abgesehen von dem Inhalte und d« pezttüm Bnanlastung; indeffea ländlich, sittlich! D« Inhal: scheint, nach den kurzen Andeutungen d« »Rev. J-r.', durchaus versöhnlich« Att zu sein. Jed« von un» begreift den Schmerz, d« folgende Sätze dictirt hat: »Dott (in lAsaß. Lothringen) stand uns«« Wiege, dort find die Gräb« uns«« (SÜetf^tibc ftanzöfifchen J-racliten stammen fast in-gesammt an» Resen Provinzen.... Wtt gleiche» einem vom Blitzstrahl Baume, werden die zwei Thetle, welche gemeinsame lud gemeinsam« Stamm hattm, noch fortleb« könum? ch bi» allein geblieb« und wo ffcnb jene?- (Jes. 49, 2L) i« elttisch« Frankreich ... gleicht d« um ihre Kind« Rahel: »sie »Ä kein« Lrost annehm«, den» sie statt nicht m«hr da.' (I«. 81, 15.).. Und obgleich wir Lrostworte wohl <m-spr»chm könnt«, so güt «- setzt im«« «och» di« schöne^ vo« «b«so viel Humanttät al» Lebentwtt-httt zeugmde vttchaung unser« Weis« zu beacht«: »Such« dein« Rächst« nicht z» besänftig«, so lange « in frischem Zo«e ist, «nd such« nicht ihn zu ttöst«, so lang« dt« Lttche vor ihm liegt.' — Eugen Manuel, Profeffor der Rhetorik am College Rollt« und am t-raelttstch« Seminar, ist zum Cabtnet-chef di» Minister« für d« öffmtltchm Unterricht «nannt worden. Wtt Hab« früh« vo» schriftstellerisch« Arbeit« diese- (wohl noch jung«?) J-ra«litm berichtet «nd namentlich von einem von ihm verfaßt« Drama „le» oarriera“, welchevor dem Krieg« große» Beifall «langt hatte. Ungar». Während in dies« Lag« allüberall vo« gedrängt voll« Synagog«, überfüllt« Vetlokalm pastmd« und unpassen» d« Att, von bedeutenden Lebm-zttch« denicht ganz zu er» stickenden reliWösm Sinneunt« d« Judm zu lesm ist, bringe» die M^stiWn Blätter Bettchte üb« Zank, Streit, Raufertt» angeruftt:« od« in Folge von Skandal ungerufm erschienene obrigkeitliche Jntervmtton — hi« Hab« die Sepattttm, dott di« CongreU« dm Anlaß gegebm. Daß wir Detailmitzu» thellm keine Lust Hab«, ist natürlich. Rumänien. Unt« d« lleb«schttft: „Bevor «- zu spät wird" bringt die „U. j. Woch." zwei größ«« Attikel, um dtt A«fm«ksamkett de- A«»IandeS, zunächst dtt Presse, auf die entsetzliche Gefahr, welche den rumänischen Jud« droht, zu lenken. Sie bttngt viele A«»züge au» rumänisch« Blättern, welch« an glühmdem Haß und Anreizung zur Gewaltthat gegm dtt Judm kaum Lbttbotm w«d« könn«. .2» nützt nicht», in diese« «nttr Jud« findetunser« Lesern, Prob« «itzutheittn, aber «inen Paffu» ramtm wir doch, gj» besonder» prägnant, ihn« nicht vor«thaltt», zugleich al- Stilprob«: „In d« ErwattunK daß wir einmal völlig vom Judm au- Berlin, Laruch Strou-berg, befreit w«dm, stoßen wtt, ohne e» zu wollen, auf ein« andern, nicht mind« gefährlich«, dm Juden Peixotto au» Washington. Sett mehr aleiuem Monate hatte die rumänische Priffe die unselige Concesfion Sttou»- berg zu besprechm, und mit Recht um die schrecklich« Krall« de» Raubthiere» an dem Baltischen Meere besorgt, hattm wtt an ein andere» nicht minder schreckliche- Geschwür vergest«, daunheimlich dtt Nierm anffrtßt." (Daß Strou-berg seit Jahrzehenten in England gttaust ist, »ist« unsere Leser.) Da» Beste, ein Glück btt der Sach« ist», daß jetzt Judm und Deutsche von jmm Halbwild« immer ge» «einsam angefttndtt werdm; letztere werdm nun dott wohl nicht mehr schutzlos fein und so deckt der Schild de» nmm Reichehoffmtlich auch in etwadie Judm. Alepandria. Am 17. Juni wurde in Alexaudtta der Grundstein zu einer um« Synagoge gefegt, welche auf Kosten de» reich« Baaquier» I. Levi Mma-ca erbaut wttd. Die Kostm de» Baue» find auf 159,909 Fr. veranschlagt. (g. ihr.) DU vettchttt»»-. -kr. SV, S. SV» ob«» lie» Ferme»! statt ttemewwä. — Das. d, Z.9 Se» der i» Lhr. «»tfprecheude».— Das. Hub. lie« rmo. — G. 800 Narrespverlad, Z. 3, lie«: »«»» Dhatsache». Anzeige. Soebm «scheint mein Wett: «071 nxm MT ’üch 28 Bog« gr. 8, und ist daffelbe vo» «tt gegm Einsendung von 2Lhtt. zu beziehen. Ht. Hl. HfaHinoutttz, München» Verla, »er wchletter^che» v»chtzmchl»»> (H. Sdchch) in — D«ck »a» cheimckh «ad»e» i» Votum.

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