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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-04 · 40 (4.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
40 (4.10.1871)
Date
1871-10-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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für die religiöse« und soetale» Interesse« des A«deiü-«vts. Lrscheint jeden Mittwoch. Preis vierteljährlich 20 Gtlbergrosche». (»t Mt bcetfpatttge Pttitzeile »der der« Ra»« l‘/»egr. Betau»wrtli$fi: KcM^m mb ttttuUgctcr Rabbiner Dr. Jl. IMeRfets in Stettin. Breslau, 4. Hctober 1871. Z» bezietzm dnrch a«e Bnchhandlnngen md Pvtzanffalten. -jHitifwf hl Mt «chseNnkschen BnchhsUdlnn, <H- Bkntfch) t»! Mn -»halt. ScHenbet Irtiftl: Da« Indenthn» »nb feine llnff eine» Nenn,i,jährigen. vertchte »nb Earresttand«^»: Dentf teWtz. Hat»». München. Ottenfool. Paris. Ungarn. RumLnien. «ler» iä neneji dentschen Reiche. Aeutlleton: Ans den Lrzählnngen hb»nd: Berlin, Bteütz. Sermttchee nnb neneGe Nachrichten: Pose». Vertchtigung. »er Ketertuße »eMN erscheint die he«tt«e «nnsnsch ln eine« halten, die nVchfte ln snderWW V*«e». Aa« -ndenlhvm und seine Aufgabe im neue» deutschen Reiche. . R. Au- Süddeutschland, den 20. Gept. Unter diesem vielsagenden Lite! erschien imlängst "* ^Nkösttzltr / urtT deren» IkchuA wmriw Allgemeine,'' weichDtP' «ohl übereinzustimm« vermöchte, und nur. nach deren Heber» schrift viel mehr von ihr zu erwarten berechtigt war, als sie enthält. Die jüdischen Zeitschriften haben von dem Inhalt längst Kunde gegeben, und ich kann ihm darum hier ohne Weitere» übergehe». Der Zweck dieser Zellen ist überhaupt nichtweniger, all eine Kritik der gmaantm Broschüre zu geben, und noch, viel weniger würde ich ewagen, dem »Judmthume im neuen deutsche» Reiche* eine andere »Ausgabe* al» die seinige zu bezeichn«, und zwar schon um de-«illm nicht, well eS gar zu klar und offen darliegt: daß hier überhaupt von einer Aufgabe, die alle anderen in sich schließen möchte, wohl schwerlich die Rede sein kann.— Dagegen darf ich eS wohl wagen, einer der wichtizstm von den vielen, vielen Aufgaben Ausdruck zu leihen, die der deutsche» Judenheit in Folge der raschen und gewalügen Entwickelung, in Folge der die Welt in Erstaunm setzender ungeahnten Machtentfaltuag dedeutsch« Reiche-, geworden. Diese Aufgabe besteht, in wenigen Worten auSgedrückt, darin: den Machteinfluß der deutsche» Regierung zu Gunsten unserer wo immer bedrückten und verfolgten GlaubenS» brüder zu nützen und zu verwerthen. Die »Alliance J-ra-lite* zu Pariist unS mehr al» ein Decennium mit solch' musterhaftem Beispiele darin vorangegangen, daß eS gar keiner triftigeren Angabe, wie diese hohe Aufgabe am besten und würdigst« zu lösen sei, aleinebloßen Hinweise» aus die Lectüre der »Bulletin»* der »Alliance* bedarf. — Wer beispielsweise die »Rumänische Post* und deren «itgetheüte Artikel au» rumänischen Blättern in dm letzten Wochen gelesen, der empfindet al» Jude nicht bloß ein tiefe» und schmerzliche» Weh im Herzm, sondern blickt zugleich mit Angst und Schreck« in die dimkle Zukunft unserer Gla«bm»brüder in Rumäni«, und richtet unwillkürlich an sich die Frage: Wie wird >iefe von der rumänisch» Presse systematisch betriebene Judenhetze, die zu den gemein« Mitteln der elendest« Berlenmduageu, der perfides! m und »bgeschmackteftm Lüg« ihre Znffncht nimmt, die i» ben Bo," «rtheileu und der Beschränirheie der roh« und unwissende»! Menge ihre Hauptstütze sucht, für die dort lebmdm unglücklichen Jud« endmkl Hier und überall, wo ähnliche Dringlichkett vorlieg« möchte, eiuzuschreiten, da» drohende Unheil rechtzeitig zt> beseitig«, und allmählich die. hell sftahlmde So.me de r Mleschtzstd»>»> Fm-Hett mtt uNd männ ihm». «rnsch»beüden>, für unsere in so viel« Lände« noch hart bedrückt« und verfolgt« Glaubm-brüder aufgehen zu mach«: dawäre eine Ausgabe, würdig Derer, die selber Jahrhunderte lang um jene heiligen und unveräußerlichen Güter unverdrossen gekämpft, ant> stolz darauf sein dürf«, sie «blich erkämpft zu Hab«! Ich bitte Sie, Herr Redakteur, Ihre Ansicht über diese Angelegerheit in einer begleitmdm Note oder in einem besonderen Artikel gütigst kundzugeben! Mir war eS bloß um eine schwache Anregung darin zu thun. — An merk, der Redaktion. Wie dem Borstehmdm ge« Raum gegeb« worden ist, so möge auch der Aufforde«ng an. Schluffe nach Kraft« mtsproch« werden. Im Wesentlichen iss die hier gegebene Anregung, so weit sie sich auf die Verwendung deutscher Jud« für ihre GlaubmSgmoffea in ftemden, barbarischen oder halbcivilisirtm Lande« überhaupt bezieht, bereit» in dem Leitartikel der ,J»r. Wochenfchr.' vom 23. November v. I. (Nr. 37 von 1870) ausgesprochen. ES ist dieder Arttkel gewes«, dm man vielfach dahin mißverstand« hat, alS schlage sein Verfasser dm dmtschen Jud« vor, die Alliance J»r. Umr. zu »annectirm*, den Schwerpunkt derselbm nach Deutschland zu verleg«. Beschränk« wir jedoch heute unsere Bemerkung« ans die Lage der rumänischen Juden und auf da-, wa» von Seit« der deutsch« GlaubenSgenofl« für sie gefchehm könnten Wir verweis« zunächst auf den untm folgend« Arttkel „Rumänien";*) derselbe charakterisirt Art und Größe der in Rumänien drohend« Gefahr. Zwei Wege steh« »n« offen, um 'dieselbe abzuwendm. GrftmS sollt« wir durch die dmtfche Presse die öffmlliche Meinung aus da» gräuttche Treib« der rmnänffchen Literatm und ihrer Pattone aufmerksam machen. Dazu find •) Diese kleine Notiz war von der Reaktion bereit» für bas vorvsekge Blatt abgesttcket, durch Ramnmangel jüwch leider zweimal ansgefallen. «Sir ersnchen übrige»» die Redaktion der „Ung. jüd. W." die betreffende» «rtibl ihre» «attes de» Board «f Depntie» in «ondm pffende» M nwUen.

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