Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 38 (20.9.1871)
- Date
- 1871-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Vermischte und neueste Nachrichten: Berti». Leber dfeLebertrttte.tzus Aid euch«« schnibt der Jahresbericht der Berliner »Gesellschaft zur Beförderung; de« Ehrtstmthum» «uter de» Jude»': ,3h Rückblick auf Me voa Mfmr Gesellschaft bisher geübt« Thätigkctt »vH die früher kau« erlebte Thatsache uu« um so schmerzlicher berühre», daß hier jyt Berlin in bot beide» Jahre» 1869 nnd 1870 im erster« fielen inb im letzter« sechs Mmschen, die sich Christ« »umtm, zum Judenthum übergetret« find; gewiß eine erschrrckmde, danüthigeade Erfahrung und das gerade Gegmtheil unseree Bestrebung«, de« Her« Jesu Seel« aus d« Juden zu gewinn«, — was wir auch mit der Gemeinde allsonntLglich im Mrchmgebet erfleh«. Dahin also hat der eingerkffme Unglaulie und der Abfall voa Christo schon geführt! ... Wohl habm wir ht dieser schwer bedrängt« Zeit mtt Freude und Dank begrüßt die ernste Mahnung, welche unsere geistlich« Ober« gegm dm vebertritt der Christ« zum Jndmthu« erlass« Hab«, und ll» Bekmntaiß zu dem HCrrn Jesu. Aber unsere Hülfe stellet im 9fam« deü HCrrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Die arm«, verlor«« Söhne aus Israel dagegen, mög« sie nun «och unter der Decke Mösts und steine«« Herzens in dem alt« Haß ihrer Bäter, die in Jesu« gestochen Hab«, bi« auf dm heutig« Tag behaiwm — wie wir es dmch unsere Missionare vielfältig erfahr« müsse» — oder mögen sie mit viel« Lausendm voa Nammchristm, die, Gott sei'« geklagt, — an allem geoffenbartm Glaub» Schiffbmch gelitten Hab», — mit Verachtung, Geringschätzung oder Jndifferentismus auf dm vor 18 Jahrhundert« Gekreuzigt«, — in dessen Name» dennoch allein &6« und Seligkeit ist, — Hinsehen, mög« sie sich verschwör«, daß sie und ihre Enkel niemals an Jesum» dm Sohn Gottes, glaub« würde», — «riefte et in veröffentlicht« Erklärung« jüdischer Vorstände selbst änszusprech« sich nicht gescheut Hab«: — alle ihre Schmähung« dürfen uns nicht erbitte«, ihre Beschöaixgüng« unfern Ohren nicht schmeicheln, ihre Prophezeiung« unsere Zuversicht auf die Macht des HErrn, der Herz« und Nieren prüft, nicht erschüttern. (v. v.Ztg.) (Es mag hier beilänfig erwähnt «erd«, daß eine liier in Stettin feit langer Zeit bestandene Station der mgl. Missions- Gesellschaft vor einig« Doch« eingezog« worden ist. Der Myfionär, ei« übrigen« durchaus harmloser Mau», ist abgereist und scheint kein« Nachfolger erhalt« zu soll« Die Gefell! «hast hat auch fett wmigstmS gehn Jahr« kein Geschäft hier am Platze gemacht, so viel wir wiffm auch nicht mtt Fremd« oder m der Umgegend.) Btettt», 14. September. Wir erhalt« soebm das Bulletin der Alliance J»r. llniv. vom 1. September 1870, enthalten!) die Sitzuugsprotokolle vom 1L Januar bis 8. Juni ». I. Cs ist leider da» Meiste veraltet. Nach näherer Durchsicht behalt« wir uns Mittheilung vor. Straßburg, 12. September. (W.T.-B) Die.Araßliurger Zeitung' erklärt die von verschied«« Blättem gebrachte Nachricht, daß Setten» der Präfektur von Unter-Elsaß beantragt wordm fei, die Einrichtung von confesfionslosm Seminar:!« zu verschieben, für irrig. — Dasselbe Blatt widerspricht fern« der Befürchtung, al» ob der iSraelittschm Bevölkerung von Elsaß- Lothringen unter deutscher Herrschaft die »ollste Gleichberechtigung mtt d« übrig« Staatsbürge« verkürzt werd« könne. Ha»barg. Die »Reform' berichtet über Tod uni» Beerdigung des Direktors der Norddeutsch« Bank, Laut» lvkaa». Herr Adolph Godeffroy hielt auf de» Misch« Friedhofe die Leichemede uud schilderte sowohl die Berdieuste des Berstork«« um das von ihm verwaltete Institut, wie seine Wohlthättgkett und persönliche Liebenswürdigkeit. In demfelb« Blatte fordert . der Verein zur Unterstützung jüd. Freiwillig« fdiejentg« Müttäihstkchkheu, welche zum 1. Oktober eintretm und seine Hülfe in Anspruch r.ehmm «vllm, auf, sich zu tiefe«. Paris. (Aus der ,R«. Jsr.') Am Sakbath Ki-tejje hat Oberrabb. Z. Kahn über dm Text: »Du sollst dm Sdomttt-r nicht verachten re.' gepredigt. Man hat tik lt§e Anspielung wohl verstand«; es ist angedmtet wordm, daß die israelitische Berbrüdenmg über vorübergehend« Nattonalhaß sieg«'müsse. Der Pariser Stadlrath hat ä» tl. v. Mts. die nüthige« Fonds znm Weiterbau der Synagogen an bet Place Royale mrd Rue iw la Bictoire bewilligt. Ja Bayonue droht eine Spaltung der Gemeinde durch die Orgelftage auSznbrechen. Polland. Herr 0r. de Jongh im Haag ist zum cor« respoastrendm Mttgliede der k. medizinisch« Akademie in Masrii emaart und mtt dem Ordm der Jsabella der Katholischen decorirt. — Herr S. Hartogensi» ist zu« »iederläuo. Consu! in Mc anheim emannt. (U. j. v.) Die Herr« Wertheim und Ascher sind la da« Parürmmt »>on Nord-Holland gewähtt. (Reo. Z«r.) Lnxe»bnrg. Rabb. S a n p h a r hierfelbst (ehemals Rabbiner in Dijon) ist geftorb«. Madrid. Die amlltche »Gaceta de Madrid' vom 19. Aug. enthält ein königliches Dekret» nach welche» all« Jsraelttm, die da«m anfuchm, da» spanische Bürgerrecht erthellt wird. Die einzige Bedingung dabei ist, daß sie früher d« Eid der Trme gegm die Verfassung und Gehorsam gegm die Staatsgesetze mt Beqichtleisturrg auf j^e fremde Fahne beschwören. Petersburg. Der Secretär de» SmatS, Herr Abraham David RafÄovitsch, wurde zum Mttglied der Jury des Sttfet- GerichishofeS emannt. - - Svnßautiuopel. Rach dem »Chawazeleth' 1 hat der edle Abraham Camondo zu dm Tausend« von Wohithate» uut> Spendm, womit er in dm wettest« Kreis«, besonders aber in Constaattnopel selbst Glück und Heil berettete, in dm letztere Tag« eine n«e hiuzugefügt, indem er 5000 Piaster zur Synagoge Kudriba, welche in dem Stadttheil ChaSkk sich befindet gespendet hat und zwar mit der einzig« Bedingung, daß die Besucher dieser Synagoge während deü Gottesdienstes — nicht plaudern sollen. (J»r. Pr.) Literaturbericht. Singer, Israel, ‘*aar> ya rrrtn tdo Lehrbuch der israelitisch« Religion nebst Bibelkunde und Liturgie. Diese» Bach, welche» bestimmt ist, jei» Hil^sbnch beim jüd. Religion« - UMerricht für Bvlklschale» zu sein, entspricht dieser seiner Bestimmung sowohl dmch eine für diese» Zweck vollkommen genügende Lnlführlichtett, al« anch dnrch sei« leicht faßliche uud systematisch geordnete Behandlung de» «toste«. Die zahlreichen Belegstellen nnd Litate au» allen Dheilen der Schrift sind paffend gewühtt und geeignet, sowohl bei« Unterricht in der Religio« immer ans ihre Quelle, die Bibel, ptrückzuführeu, al» auch den Unterricht in der Bibel für die Religion ergiebiger z» mache». Die am Ende beigefügten Anmerkungen enthalte» neben de» Sichtigste» an« der Sitargie noch manche« Belehrende au» verschiedenen Dheilen de» jüdischen w'ffen» und sind besonder» dmch de» Hinweis ans größere Serke, dnrch da« Sammeln aller ans ebqetae Punkte (Unsterblichkeit der Seele. «essia«lehee) sich beziehenden Stelle» der Schrift »och de« Lehrer eine gute Handhabe bei« Unterrichte. Briefkasten der Nednetto». S. I« erste» slugeubUcke allerding», aber nichts nachdem ba» Saoze gelesen. Da« Buch recht bald. *) Die «dr-ffe diese» Blatte» wird im .Samagld" buchftilblich wie solßi angegeben: » l» Saäaotio» äol vlornal Radaealdt in Jerumlem TttUL Sie gesütt unser» Seseru die vielsprachige Adreffe?