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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-09-06 · 36 (6.9.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
36 (6.9.1871)
Date
1871-09-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N* 86. —1871* fir die religiösen md soeiale» Interesse« des Judeuthmus. verantmorüicher »eviftmr »nb ^-m«»mb«r P«t» »imqihMch »föfnntt«. Rabbiner Dr. A. Irenenfek» in Stettin. fl« Me VICI|piUI|> fVR^IW MR VRM!■/» «r- BreÄOU, ü. September 1871. Zu beziehe» bnrch all» vnch Handlung eo u»d Pest» »Kalte«. }»frMf<««JbuM9M t» kn SchleNer'fche» Buchhandlung (H. Skmsch) i» BreSla«. 8M ' J»»«A. ürtt«»« «rNSel: Die tstvlfche» rng. dem HL Da« pren-lsch» »«setz »der die Berhllltnisf« der Jude» (»MN 28, 3»& 1847). J^Ukt»»: >»« de» »r,«tzl»»G«» ein,» NennglstlShrl,»«. «»alerte» »ach Jmma». be» Dal,»»'« Bkachberoth. Sokttt «8 Uvereftzonbens«»: De»tschla»d: «teil,» ««ffttacf. Hambnr, (Echlut). «X der Pronin, Pose», «»erika: «mv-Nmetik». Nermtschtt »»d ««st» Nachricht«»: BreSla». ZrarchM a. R. Part«. P«i». 8mbon. Liter« tnrbertcht. Vaeanzen-List«. Inserate. - , - r . «cgtttair*) f» schreib« ste solche That«, iasosem sie nicht dir InSscheritnng «ine» Einzelvm sinh, der Religion znr Last:!>aS cheidenthtmu.Mein« sie. «eiche» seine Bekenner gelehrt hach die Kinder da» Moloch z« verbrenn«, hat sie auch dahin geAstvht, di« Wt«m-so schmählich z» behandeln. Unter d« Inden ist dergleichen Unerhört und unm-glich, «oll« ste damit zngbtch sag«, während Talmud und Midrasch d« zett-mösfischa Jniwn Miel sonstig« ßttlichr» Frevel, Rohheit und AnSschwetfuug vrr» Me Mfche» Tn^nüen. m Die bet all« Mensch« «eseatltch gleich« natürlich»« Gefühl« z» leib», in Zucht zu nehm«, die TeußernnAM de» selbe« z» regeln, die» ist eine -der wesmtltchste» Ausgaben, welch« die Rettgto» sich z» steil» hat. Sie 1h«t-ba» thetl» direkt, b«ch. ReftgionS-Gesetz nnd Brauch, cheilch indirekt- Nnch 'Aestch .destMoW-chqBL,d»R dnh M» I« — also abgeseh« von d» Einflüffm de» Klima «. s. «. — die religiösen Anfchannngen d« bedeutendsten Einst»h ans Sitte und Sittlichkeit geübt Hab«, braucht nicht «Notes« zu «erden. Die religiös« Lehr« und Anschauung« habe» dt« natürlichen Gefühle der Völker, der Coufestoum modificirt, veredelt oder auch herabgedrückt und verschlechtert. Die alt« Weis« Israel« Hab» jene Aufgabe klar in dem Satz« anögesproch«: »Alle ReligioaSgesetze Hab« nur die Bestimmung, dm natürlich« Mmsch« (dm , Naturmenschen') zu läutern/ NN Aber auch umgekehrt, wenn die natürlich« Gefühle bet einem Volke auSarten und in ihr böse» Gegmtheil «uschlag«, so gebm ste der betreffmd« llkeligtoa die Schuld. Leidenschaft« zügeln nnd Begierden zähme« ist auch ein« Aufgabe der Religion; aber da j»e bei de» Einzeln« und b,n dm Völkern in sehr verschiedmmr Grade «alt«, so kann diese Aufgabe-nur unvollkommm und ungleichartig gelöst «erd«; «an darf die Lhatm der 8eid«schast nicht der Religion, zu der sich die Person« oder da» Volk bekenn«, zur Last legen. Unsere Leis«, dm« man mit Unrecht national« Dünkel vorgemorsm hat, «iss« recht gut und Hab« «» oft anSgesprochm, daß die Israelit« stack Begierden und bösartige Leidenschaft« in hohem ltzrade besitz«», aber ihre natürlich« Gefühle (Ni DW”2 awm) feie» «verdorben und unirr de» Einfluß der Religio» veredelt «ordm; so «ein» sie, und die Geschichte bestätigt e» vollkommen. Wenden wir die» ans die kindlich« Pietät, von der wir noch zu red« Hab», an. Auch hier find die alt« Lehrer «eit davon entfernt, die» Gefühl für dm JSraeittm gleichsam zu owno» poltstre»; sie «iss« Betspick davon zu erzähl«, daß Heide» die Weist» JSraelS durch ihre zarte kindliche Liebe und Ehrftncht belehrt nnd beschämt haben.") Wen» sie aber wiederum Leispick der gräßlichst« Behandlung der Elte«' bet b« Heid« . -Jt - - ' li-i V‘, Wir Hab» in dem vorig« Artikel gesagt, daß die Pietät gegen verstorbene Elter», welche da» Jndmthum etnschärst «ad eingeführt hat, viel zur Förderung der Liebe und Ehrfurcht geg« die lebenden beigetragen hat. Wir «oll« hier «och darauf arif- »erksam «ach«, daß fast alle jme Sittm und Gebräuche sich a«S de« jüdisch« Volksleben mtwickck haben. Rnr Me eigentlichen Trauersatzungm gehör« der fixirtm Halacha an; Jahrzeit, Kaddisch und manches andere find Mtnhagim, devm Ursprung sich derart in daS Volksleben verliert, daß weder die Zeit deS Entsteh«» z» ermitteln ist, noch ein Man», der ste eingeführt hätte. ES hat ste wirklich keiner eingeführt dm» da» Volk selbst, welcher auch für da« Betragen geg« die lebenden Elte« sich so Manche» vorgeschriebm hat, waS »och heute nicht nieder geschrieben ist. Da» ist aber mm da» Charakteristik»« im jüdischen Bolköthuw, daß alle seine Sitten au» der gesetzliche» Färbung de» ganzen Leben» herporgegaugen find, daß alle» Thun und Lassen den Typus de» Gebote» und Verbote», der Mv oder der «TOP, an sich trägt. Schwindet diese», so bleibt die Snbjeetivttät, jeder handelt nach sein« persönlich« Gefühl« und Gesinnung«, er folgt dem Strom« der Zeü und dem Tone, den der Tag angiebt. Dan» »mischt sich Israel »ater die Völker und lernt ihre That«'. (Pf. 106, 35.) Wer die Augen nicht verschließ« will, der siebt schon gar manches» was der alt« Pietät geg« Elte« schwer« Abb«ch thut. Wir wollm von einer einzeln« Beobachtung an»gehen und daraus di« allgemeine Ansicht ja gewinn« stich«. Bei: *) Sisre |i 6. Mos. 12, 31. Da« to.1 Berichtete »irv nicht «gl«b. lich klingen, mm aww bedenkt, daß der Augenzen-t, 9L Akiba — «. 8. S. N. Jakob — in der Zeit de» vollsten Sitteoversall» im Heidenchnm nnd unter de» verwaefenst« Sickerndertz»L««v«ü lebte, nnd vast in eine»»«. hNnkstmizi, »och besser« Zeitalter mW «ater be» feingebildetru NSmem ich« stber Berbrech« gegen die Elter» geNagr «dd, z. B. O». Nketam. 1 tkNdnfch. 31. ».

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