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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-08-23 · 34 (23.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
34 (23.8.1871)
Date
1871-08-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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E» entstnflchi liMer der natürlichen Ordnung der DKge, daß wir zu allererst da» Verhältniß der Kinder zu ihre» Elter« betracht««. —- 8» ist wahr, daß diese» verhältniß in »nserer Milte ein fittH, tauige», heilige« ist. daß die Kinder sich bi» in dal reifste Alter «l» seiche fühl« «4 bttragen, daß Beispiele von llngehierfam,' U»pauk, llnehrerbietigkeit gegen Vater nad Mutter selten, iw» roher, rücksicht-loser Behandlung greiser Elter« bei tn» fast n»erhärt find.!/i:' Sollte aber da» Gefühl der kindliche« Lieb« k«i den Inden stärker alt bet andern Rattone« sein? Da» ist gewiß nicht der Fall. Diese» Gefühl ist ein natürliche», allgnnetnmenschliche»; e» kan« bei einzelnen Menschen — gleich jeder ande»' natürlichen Anlage — in verschiedenem Grade vorhanden, waltend «ab entwickelt sein, aber e» hat gewiß kein« Volk»- stannn gegeben, bet de« e» an den erhebendsten Beispielen kind» ltcher Liebe gefehlt hätte. Iber genügt denn die« natürlich! Gefühl der kindlichea Liebe? Die heil. Schrift sagt: »Ehre deinen Vater «ab deine Mutter' und .jeder soll sein« Mutter und feinen Vater fürchte«', «ad so rede« auch Gesetz und Sprachgebrauch in» Judeuthu« nicht von .Liebe' zu Later und Mutter, sinder» von »Ehrerbietung «nd Ehrfurcht' (Liddack amors ad waCm). Nach diese gehen an» natürliche« Gefühl hervor (und 1«rum sagt ««h der Talmud: di« Obrigkeit solle zur Ehrerbietung gegen Eür« nicht zwingest aber sie stützen stch nicht allein auf »a» «ntütliche Gefühl. S» find tat Fälle genug denkbar, in den«« •) S»tti»»t, der W» tm Xitel „«tutet»-, Ck. i, da fchtee, v»ch JKktr de» Mteiche» «tan" «schrie»«» hat, spricht 'm« de» .^aitUitn. fboMtefielte» «»» sagh daß dteser Htetelieuß»» »«« Mich» «>««« ei»,e»,re» chi. Xa «»er da» «nch'WNs te».9«»fc Mt »»• |tei: mc> I «hnckich deschüftl»» M, «ns ter-G«M». Woher tee I»te» ih« Xupudtu i »ne »ich» «u-eht, so «isst» wir nicht, '•».»« Anoden» W«rl!ich yt! »chan» sei» wie». -r,. ' natürliche Gefühl je« Ghtsmcht MüGveist oder «Wenigsten» beeinträchtigt. «ie SVern I»an«4« »chtau, der «mhöchst unwürdig geworden joi«, KDtzdnch der Sohn in «A- Achtnng steht and fich, hmM3Da<sächlich zu ichä«en; er kann mehr Einsicht und Kenntalffe besitzen al» sie, tt Hnn sie in jeder Beziehung übrrünG« - and überrage«; er kan« längst «eett mrhr Gute» «wiche« habe«, al» sie ih« «v» a»ß« de«. Der natürliche verstand kam» da längst «it de» Ellern „abgerechnet", da» natürliche Gefühl stch längst in Widerwill« verwandelt Iiaben; e» ist nur die Sieligio», welche vorschreiben kann: du sollst deine Eltern unter alle« Umstände« ehren! Da» wäre mdeffen gar nicht» de« Iudenthum Äigenthimliche»; die allge»einm Lehren, über kindlich« Lieb« und Ehrerbietung find und waren in allen Religionen wesentlich dieselbe»; eigen» thmnlich ist di« Att, wie die Ehrfurcht vor den Eltern sich in Gesetz und 8ebeu»sitte der Jude» ««»geprägt hat. Wir erinnern an einige dieser Eigenthümlichkeiten. Da» Kind soll ni(£ an dem für die Eltern bestimmten Platz im Gotte-Hause oder am häu»lich«n Tische fitzen, auch nicht »ach ihrem Tode während de» Trauerjahre»; die Namengebung «ach den verstorbenes Elter» and Vorfahren, da» Kaddifchfagm and die Feier der „Jahrzett", di« genaue» Borschrist«» über di« Trauer and dm Vorrang, der iu ihnen überall den Ettern vor audem verwandte« ängstlich gewahtt wird. E» beziehe« stch, wie man steht, viele dteser Vorschriften «nd Gebräuche auf die verstor» benea Elter» — da» ist aber sehr richtig. Den« die kindlich« Pflicht ist gleichsam ein Schuldbttef, der von Geschlecht zv Geschlecht geht. Jede»' lebende Geschlecht ttägt seine Schuld gegm da» vorangegangene in dem ab, «a» e» dem kommmde» thut, uln von diesem seinen Lohn zu erhalten; wir danken unser« Elter« durch die leidlich« und geistige Pflege unserer Kinder «nd lehre« dies« uns ehren» indem «tt unsere Eltern ehren. Aber nicht jede» Kind steht, «1« Vater und Mutter sei« Groheltem ehre»; da» eine hat die letztere« nicht mehr gekannt, oder kan» sich derselben nicht mehr deutlich entsinnen, da» andere hat von der Ehrerbietung, welche seine Elter» ihre« Slte>m erwiesen haben, nicht viel, ja vtelletcht da» Gegentheil gesehen. ,,Wa» frhtt, kann nicht «rgäugt, wa» verdorben ist, kann nicht wieder gut gemacht wertzM^' ja»» paßt aas d» ersten, diese» auf de« zwetteu Fall — aber da» Judmchu« hat mit alle« Kraft«« in mannigfacher,

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