Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 33 (16.8.1871)
- Date
- 1871-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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MS Et»tttz«rt, 0. Juli. Die Xechuuugl'ErgeßüIlfftz ftttsch» Cmtral Kircheukaffe gebe» Kinde vn de» K kinide tct Israel ittjchm KirchmHuküI» das ans S9M8 fl. «mgawachsm ist. Der Capttalzius betrug 3281 fl^ die personalste«» 5812 fl.; di« Beiträge der Gemeinde« g» de» Rabbmats-Btfotduugm, 3696 fl., der Zuschuß aus der Staatskaffe 9600 fl. Die Ge» sammt-Einnahme 27,141 fl. Die Gösammt-AusgäLea beliefe« sich auf 25,025 fl. Vermögmszuwachs also 2116 fl. Israelitische Einwohner find 1« kaUL« 11,662; dieselbe» bezahlten au Eultsteuer zur Ober-Ktrchmbetzörd« 9508 fl., thut fast 1 Gulden per Kopf; dazu uoch der tlufwaud in dm eigenen Gemeindm, der gewöhnlich die Ortssteuer übersteigt, und es »tri» dadurch erfichtlich, wie viel die Israelltm für Bestreitung ihr,4 Tultus aufzuwmdm habm. Die persoualstmer ist das frühe, e Schutz« gsld, 6 fl. für jedm selbstständigen Israelttm, auf das König Wilhelm zu Gunstm der israeltttschm Emtral-Kirchmkaffe per» zlchtete. Eine odiose vtmer, der« Aufhebung und Ersetzung durch etum gerechter« Modus iäugst erstrebt wird, aber bis jetzt ohne Erfolg. (Uta. Schn.) Pnris. Gegmüber einer Eorrespondmz der ,A. Z. d. 3/, »eiche di« Stimmung der französisch« Jubel» geg« ihre deutsch« Glaubmsgmoff« als eia« feindselig« schildert, bemerkt di« »Rev. Isr.'r »Wir «iff« nicht, in welch« Kreis« der Cor» rrspondent derZ. d. 3.* sich bewegt. Wir könnm oersicheru, daß wir d« Patriotismus unserer deutsch« Glaubmsbrüder immer »erstand« und gebilligt Hab«. (Jene Eorrespimdmz behauptet nämlich, dt« frauzösisch« Iud« sei« über der Patriotismus der deutsch« erbittert.) Noch mehr, wir find liberzeugt, daß ihre Gereiztheit geg« »ns viel stärker ist, als de unsrige geg« sie. Wir heg« geg« unser« Glaubmsgmoff«, welchem Land« sie auch angehörm mög«, die besten Gefühl«. >b«r wir werd« ihu« nicht uuseru Patriotismus opfrm und verlang« dies ebmso wmig von ihnen.« Das ist sehr schön und richtig. Wie der Redaktmr der ,R«. Jsr.« zu seiner Behauptung über feindselig« Gefiuuuug der deutsch» Israelit« kommt, iviffm wir nicht und köun« auch unsrerseits nur sag«, er müsse mtt einer seltsam« Klaffe verkehrt Hab« (»ermathlich mit «tu paar bra» «arbastrmd« jung« Geschäftsleut« oder mtt erbitteit« Aus» gewiesen« resp. Gehetzten), vir köun« dageg« «brnso heilig wie zuversichtlich brthmern, daß di« deutschen Iud« krinmHaß empfind«, daß st« ihr« jüdisch« Gefinnuugm wie in Köln (der Bericht des Hem» Dr. Schwarz tu der »Wochmfchrft« ist in der ,Rmue« «ad im ,Untv. Isr.« vollständig «irdergi geb«) so aller Ort« geg« die Gesang«« bethätigt haben, l»iese selbst würden sich des infamst« üudanks schuldig »nach«, wenn st« dies nicht bekennet«. Der französisch« Iud« Latnlandsliebe zu mißbillig«, kann uns vollends nicht etnfallm, da müßt« wir auch wahrlich dm verstand verlor« Hab«! Uud so wäre dem» nach dm beiderseitig« Erklärung« alles abgethan. Vaterlands» liebe schließt ja drüderllch« Lieb« geg« Ausländer richt aus! Also hosimtlich nun kein Wort «ehr darüber. No». Wie dr» »Lourual des Döbats" geschriel»« wird, erregt dort 'ei» mysteriöser Vorfall eiuiaes Auflehr». Der im Jahre 1665 sei«« israelitisch« Elte« «triff«« >uS iusaehrim unter dem Ramm Stauislaus getauft« Los» »oar im vorm«!'. Oktober auf Befehl des Generals Aadorua sei»« Altern wielieraegrbm ward«. Der juug« Aosu ist abermals verschwunden, und um» zwetfett nicht, daß er wich« bas Opfer einer Priestrr-Inlrig»« ge» »vord« ist. Nord-Lmerik». Der Streit über dir von tSts«. uud Mayer gethanm Aeußerungm spinnt sich in chm Bläi ter» fort. Mau behauptet jetzt, der Wortlaut sei entstellt «ied.-rgegebem Daß vr. Dlayer etti« geradezu atheistisch« Satz'auszesprochm Hab«, ist allerdings nicht wahr (wir Hab« ih». unsrerseits gleich »tcht so aufgefaßt)» «fc» « hat genug gesagt, um di« schärfst« pmteste zu rechtfertig«, vife hat einfach'Uufdm vo-getrag«. Hßtzsch d« pstisident der Versammlung, rechtfertigt sich damit, daß er.tu drm Mvamlr, ist» die Debatte die fragliche Wendung nahm, dm Vorsitz abgegeb« und d» Saal verlass« hatte. Genug davon! ,3e«. Meff.' ruft wiederholt au«: Wir woll« keine Rabbi«.' »Eonfermz« mehr! — Henry Greenebaum, der hervorragendste Letter des d«tsch« Friedmsfeste» in Chicago, hat von seinen Freund» als Anerkennung eia »eile««« Kreuz' von massive« Golde mit der Inschrift: »Dem Fest-Marschall H. Gr. zum Andmkm an das Friedmsftst zu Chicago am 29. Mai 1871 von sein« Freund«' erhalt«. — Mehrere Israelit« habm de« Präsident« Trant eia Memorial überreicht, worin sie d» (Sol. Hart für einen höher« Post« in der Verwaltung Vorschlag«. Gründe: Die Israelit« fühlt« sich zurückgesetzt, »veil Grant kein« Iud« angestellt habe. Die meist« jüdisch« Blätter sprechrn sich, offenbar mit Recht, geg« die petitton aus. Für Amerika darf di« Frage, ob rin Candidat Israelit oder Chttst ist, gar nicht in Betracht komm«. Literaturbericht. Metel«, M., Anfang der hebräisch« Metrik der Psalmen. Münster 1871. 20 S. Al» vor etwa 100 Jahr« der berüh««» «-lisch« Orientalist SB Uta, g»es i» seine« »Berte »der dt« astatisch« Poeste auch versuchte, die Gesetz« der hetzrstschen Berstunst zu bestimme«, da sagt« er sich: «warn« sollte ich hassen, «in User pl erreichen, bet de« sch» so viel« »«»undernswürdige Minner Schtssbrnch «riitt» haben?" tWorte VT, G. 59.) Die Schwierigkeit des Gegenstände« schreckte jedoch seitdem die bedeutendste» Gelehrten, wie Bellennan», Saalschsttz, Emst Meter, «ich» ab, außer de« Paralleltsmn» noch das ta Quantität und Accent verborgen liegend« Arcanum der btbü. sch» Metrik gu ergründe». Trotz des ansgewandten Scharfsinnes wurden unr wenig fest« «esnlrate »u Dag« gefördert, «ch auch der vorliegend« Bersnch, weicher nach einige» vorbemertnn-eu di« ««irischen Schemata der erste» iS Psalmen behandelt, befriedig» nicht. Für Vers- und Stropheuba» ist lei»« «orm gefunden, mch das aus de» slecent beruhend« Hauptergebnis, daß diese Psalmen jambisch« oder anapästischeu Gang haben, ist bei den wiAlürlichen Annahme», di» hierbei Vorkommen, von sehr wenig Belang«. So wird tz B. das 8d>tir» mobil« ftir nicht» gezählt, während doch ein Hinblick ans dt« arabisch« «ch spanisch-jüdische Poesie lehrt, daß dasselbe bet jedem »nfbauverfnch der hebräischen ttttttt nicht anher Acht gelaff« «erbe», darf. Unsere« Grachten« aber wirb rin solcher versuch lau« je gelinge«, und der Kenner oab Freilich biblischer Poesie wird «ch fernerhin in dem natnrgemährn Wort- und Grdankea-Paraselismu» «ehr Beruhigung sind«», als tu de« stets äußerlich» Rhythm»« einer fremdartigen Metrik, 77. 6. f Auzeige «»er Mütßer. Bastsreuid, Js^ Biographie de« Danatte» R. »Itba. (Hebr.) Lemberg. 1871. Hochmuth, A., Leopol» Ls», als Theologe, Historiker and Publizist g«. «Urdigl. Leipzig. Brockhan«. 1671. Hschfiädter, vr. VL, lieber dir zweckmähtgst« GiMheilung der sabbmhlich» biblisch» Vorlesung» innerhalb eines Sjähr. Ipclu». Mainz. 1871. g»«l, vr. M., gnr Genest« der kehre Spinoza'». Brella». Schletter. IS7l. Krauß, Stgm^ Wtssa ub Blande», oder: Der Mensch »nd »er Israelit. Pest. 1871. Kroner, vr^ Snn.>Är«a., Guistellte», Unwahre» und Erfundene» in dem »DÄmndjud»" Pros. vr. »ng. Rohling'». Msnfter. 1871. Lswy, Jsr^ Statut».Lutwurs für ei« Lhewra-Kadischa nebst einem Spital«. Pest. 1871. «ahmer, vr. «, Hebräisch« Schreib-Lese-Fibel. 2-Ansl. Berlin. 1871. Daran» separat: »8 lithogr. jüdisch-bentsch« Vorschrift». Gben». v. Scharss-Scharssenftet», H^, Das «tlarvw Jndemhm» der Renzrtr. 1. Dir Iud» t» Franksnrt a. M. Zürich. 1871. (Rnr angeführt, »m z» bemerk», daß «in g«m gemeines Jude». Hat-Prodmi nach längst «erschall»» Mnstrm oorliogi, «elchesäm kein« Bucht»»- verdiätt.) 1