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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-08-16 · 33 (16.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
33 (16.8.1871)
Date
1871-08-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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2. Jahrgang. N° SS. — l«7t i*t**uti*th ochen-Schrift für die religiöse« und socialen Interesse« des Jndenthnms. Lrschrint jede» Bkittwoch. Prei» vierteyührlich 20 BUbergroscheu. -U(«ttauOO»«--r I», M< dreispaltig« Petitzeile sbtr btrm Itann «>/»«0». Rabbiner Dr.JU Hrenenfeto in Stettin. Breslau, 16. August 1871. Zu brj itheu durch all, vuchhaudluugeu uud Poftaustalte». -userale» - Kuuuh«« t» kn Schletter'lcheu Buchhaudluag (H. Blutsch) tu Breslau. Juhalt. üetteud« Artikel: Die jüdische» Lugeude». l. Berichte »ud Briese über di» Syuadr. ll. -euillet»»: vr. G ottsried Schwelte». Gadbath.Beiter. Bet »er «explosiv» i« Btuce^ut». Berichte «ud Torrelpoudeuz«»: Leutschlaud: Breslau. Breslau, »»«sch. Oesterreich: Bau der uutere» Donau. Niederlande- BoeNtda». vermischte und »euest» Nachricht«: verlia. «lu. «ul preustisch eich«»». Stuttgart. Pari«. Bo». Nord-Uuirrira. Ltteratiirdertchl. Tuzeige »euer Bücher. Baeauzeu - Liste. Inserate. Me jüdische» T«-e»de«. L Daß der jüdische Stamm gewisse ihn vorzug-weise zierend« Lugend« besitzt, ist in unserer Mitte bekannt, von unse« Mit» bürge« anerkannt, von den Segne« widerwillig zugestand« und fett «alt« Zeit« so notorisch, daß wir nicht einmal «öthig Hab«, diese L«g«dm hier vornweg aufzuzählen. Woher aber haben wir sie? Lieg« sie im „Blute", sie Eigrnthümlichkeitm und Borzüge der „lstarr", wie man sich heutzutage gern a«-drückt, find st« durch „natürliche Züchtung" entstanden, außgebildet, wie Darwin sag« würde, find sie Vorzüge de- „jüdisch« Herz«-", wie dal jüdische Dolk selbst gewöhnlich spricht — oder find sie anerzogen «nt an gewöhnt? Wenn eschon sehr schwer zu entscheiden ist, wabei dem einzelnen M«sch« auf ursprünglicher, natürlicher Anlage, körperlicher wie geistiger, be«ht, waer von Batec und Mütter au sich trägt, und wa- Nesnltat seiner Erziehung, Gewöhnung, Au-btldung, seine- Lebenlkaufe« und Bildung-gange« ist, wenn diese Frage in die tiefst« Erörterung« über philosophische, theologisch«, physiologische und pädagogische Themata führt; so ist di« Frage in Beziehung auf die Gtamme--Etgmthümlichkeitm eine» Volke« noch verwickelter, weil da noch geschichtliche, ethnologische und sprachliche Untersuchung« hinzutretea. Unsere Leser werden zufried« sein, w«n wir sie nicht einlad«, mtt an« eine Fahrt durch die Klipp« diese« Meere« von Zweifeln zu unternehm«; wir bedürfm ihrer zu unser« Zwecke nicht; wir könn« «ns zunächst an dm allgemein« und gewiß auch allgemein zu» gestand«« Satz hast«, daß Naturanlage und Entwickelung Hand in Hand gehen und da« tu die Erscheinung tretend« Ne» sultat, bei Einzeln« »t, bei Völkern, gemeinsam herbeifthr«. Betracht« wir die« im heutig« einleitenden Artikel noch etwa« näher. vir könn« di« Lugend« de« jüdisch« voll!«-, wie seine Fehler, von der Gegenwart bis in di« Vorzeit hin,ruf »erfolg«; schon vor Jahrtausenden find sie erkannt, gekannt trab benannt worden. Di« J-raeltt« find, nach dm Licht» imd Schatten» seit« ihre« Eharatters, von Mose«' Lag« bi« h«t so wesentlich «verändert geblteb«, daß <«i« ein« geistreich« christlich« D»m» «tust tat Lauf« der Eonverfittio« -e-m uns geäußert hat) dieser Umstand für die GlanbwÜrdlgkett der Bibel, zumal der Bücher Mose«', «in« Bewci« bietet, welcher mehr werth ist, aU die weitschichtigsten historisch-kritischen Untersuchungen. Die» führt freilich am leichtest« zu der Ansicht, daß j«e Eigmthümlichkeit« dm Jud« angebor« sei«, und die Unser» mifchtheit unsere« Stamme«, welche d« körperlich« Lypu« so gleichförmig und charatteristtsch erhalt« hat, daß die Züge der heutig« Jud« sich beim erst« Blick« in dm plump« Abbildung« unserer Vorfahr« auf altegyptisch« Denkmälern wieder» erkenn« lass«, könnt« die Annahme rechtfertigen, daß alle Merlin der „Mischung" iMeseg), wie mau t« RittelaUm-sagt«. sindmale des jüdisch« Volkächgr-Hkr« auf der Abstammung beruh« und demnach in gevrlff« Natur-Anlagen — körperlicher oder geistiger Art — ihre gemeinsame Wurzel Hab«. Irgend etwa« Neelle« über die Art dieser Anlag« und die jedenfalls unendlich feine und kleine qualitative oder quantitative Berfchied«heit der Mischung«» und Lagerung«-Berhältnisse der Elemmte in dm »«schlich« Körpern, über die bei dm Völkern und bei dm Einzeln« verschied«« veschaffmheit der Organe, über ein« Zusammmhang von Ursach« und Wirkung« in dieser Beziehung hat freilich die Wissenschaft bi« jetzt durchau« nicht «achzuweism vermocht. Die angeborme geistige Berschiedmheit der Mmschm und der Mmschmartm oder Stämme mtzieht sich vollmd« allem Wäg«, Mess« und exakt« Erkennen. Aber Alle« au« der Abstammung und angebor«« natürlich« Anlag« z« erklär« ist gleichwohl durchau« unmöglich. Wir brauch« uur an ein« Umstand zu erinne«. Der Eharakter der Jud« (wie auch ihre körperliche Blldung) zeigt unter dm »er» schied«« Bölkem erhebliche Berschiedmheit« und Annäherung an ihr«'Umgebung, ohne daß wir im Eutfemtestm ein Recht hättm, zur Erklärung eine Nacen- oder vlutmischung anzunehmen. Da« Leb«, die Gewöhnung, der Umgang, die Sprache und di« dadurch vertnittelte Anschauung, all« diese und ähnliche Verhältnisse wirk« auf den Eharakter unsere« Lolk-stammeganz bedeutend ein, ändern, variiren die ursprüngliche Anlage und Hab« so innerhalb de« gemeinsamen jüdischen Volk«» charakter« jm« verschiedmhetten herbeigeführt. (Ebenso Hab« Klima und andere äußere Einflüsse dm leiblich« volk-typuetwaverschiedmarttg «erd« lass«.) So muß dmn auch da» Sem ei nfame in de« D«k«, Fühl« und Wollen der Jud«, also auch die Stamme-tugend«, neben der ohne Zweifel Vorhand«« ursprünglich« gleichmäßig« Anlage, auf der gemeinsamen Lebeu-gewöhuung, Erziehung und Entwickelung beruhen.

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