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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-08-09 · 32 (9.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
32 (9.8.1871)
Date
1871-08-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Iso sr.-1871. Mt - 2. Jahrgang. für die religiöse« n«d socialen Interesse« des J«dt«thi»ms. «rschriut jeden CHttm* *. Drei» Vierteljährlich 20 Silbrrg rächen. ffa M< breifpalttg« Petichril» «btt ktrra (Um verantwortlich« Rabbiner Dr. A. Breslau, 9. mb Herausgeber et» in Stettin. 1871. Zu beziehen durch all« vuchhaudluugeu und P rstauftalteu. -nsernten-Annnh«« t» da Schletter'sS'-u vochhaadluag <H. Skutsch) iu Breslau. m Anhalt, gcittsbc Artikel: »in «Bort f»r «ab ela «art cft bea «tauiabtbaab. v»richte nab Briefe über die «tzuob». I. •miltt»«: «ia indischer Frauenlos «iu B.rschle a^Nr bi» nächst« Syuobe. »ertchtr uub Lorrespoubeazeu: Deutschland: Berka. Fstrch. Leipzig. Schwerseuz. Oesterreich: «as Ungarn. $»f«a: O0****“*- vermischte «Üb neueste Nachrichten: Paris. Loabou. koubau. LUeratnrstertcht. Briefkasten der Medakttan. vewpnzen-Liste- Zaserate. Sin Mort für nnd ein Mort gegen de» Selneindedunb. Ei« soeben erschiene««» Schriftche«') giebt m>» erwünscht« Gelegenheit, ein Wort für de«. Gyueindebund zu, spreche«. Wenn in der Broschüre die Gründung de« Gvneiedebunde» als wesentliche» Mittel zm Erfüllung der Aufgabe de» Judenthuws i« nennt deutschen Reiche bezeichnet wird, so erkennt der Leser leicht» das» der Verfasser sei« Thema von eine« weitauSschaueude», idealen Gesichtspunkte auffaßt und bespricht. Da wir j«, behrlich machen wollen, so enthalten wir uns» einen Auszug aus de« wenigen Blättern zu geben, aber wir wolle« auch nicht^eine bloße Recenfion darüber schreiben, sondern gedenken einige der darin behandelten Punkte nächsten» selbständig zu bespreche«. Für heute wollen wir an der Spike dieses Blatte» nur darauf aufmerksam machen, daß der Verfasser als „bie beide» große» Aufgaben. von deren richtiger Bolleudung die glückliche Zukunft Deutschlands und aller auf einen gedeihlichen Fortschritt zählenden Völker abhängt, zwei nennt: 1) die Begründung innerer staatlicher Zustände auf dem Wege der Gesetzgebung, welche die Freiheit und Gleichberechtigung Aller in ihrxr Enwickclung im Staate ermöglichen und sichern; 2) die Lösung der s. g. socialen Frage." Demnach sei da» deutsche Judenthum berufen: 1) zur MÜbegründung der Freihett im Staate in sich inustergültige, freiheitliche Institutionen zur Entwickelung de» Gemeindewesen» zu schaffe«, 2) zur Lösung der sociale« Frage ebenfall» (in seiner Mitte) mustergültige Anregung zu geben. Wir billige« nicht eben jeden Satz der Broschüre, halte« auch von den beide« eben bezeichnet«« Theilen den ersten für wmiger gut autgeführt, aide« zweiten, aber wir wünsche«, daß sie ihren Zweck, den Bei» tritt zum Gemeindebunde rasch zu fördern, erreichen möge. «nd Orthodoxie' von S. I. Efaoch) iu Fulda —.und e» ist Wohl da» erste, welche» der nominelle Haupt»Redafteur de» genannten Blatte» selber spricht. Zuerst wird — a'ier- und oberwal« — hervvrgehobea, baß »die formelle und gänzliche De»- avouirnng jeder Gemeinschaftlichktlt mit der Synide und deren Tendenzen, sowie überhaupt die gänzliche Ausschließung de» rein Religiösen, gleichsam die Reuttalistrung der Religion auf diesem Gebiete, nur beruhigend, ermuthigend wirken konnte'. Abgesehen davon, daß die letzten Satzthelle offenbar unzutreffmd auSgedrückt Lektüre, de» Werfchchstü apffortzcrn Wch. keineswegs dieselbe — denn wie könnte, ein israelitischer Gemeindebund, der Wir bedauern nun auch ei« Wort gegen dm Gemeindebund — nicht selbst sprechen, aber erwähnm zu müssen. Da» Wort ist um so schlimmer, da e» scheinbar für ben Bund redet, also »ein Schwanzstück mtt einem Stachel darin'. E» steht tu der »Jüd. Presse' Nr. 29 unter der lleberschrist: »Gemeindebund *) ,/Das gudeuthmn und seine Ausgabe i» neue» Inutsche» Reich." Sendschreiben an di» deutsche» gab«» M» einem Glanbensg>m«fs«n. Leipzig. Lewer 1871. (24 S.) Vas. ist brr Neferendar Wochirl. Bergt, ench die SiodMiku ■ ■ ■ 'fr*"**"« sich lediglich auf dem Boden der religiösm Zusammengehörigkett erbauen kann, »da» Religiöse' gänzlich auSschließea? — zeugt dieswiederholte Heworhebung von wenig Taft und Zartgefühl. Ein Vernünftiger und Erfahrener ttaut demjenigen nicht, der zehnmal wiederholt, daß er ein ehrlicher Mann sei, keine Hintergedanken hege und un» nicht hinter da» Licht führm wolle; giebt man aber einem Andern Veranlassung, dir» zehnmal zu wiederholen, so giebt man zu erkennen, daß man ihm nicht traue. Haben ferner die Urheber de» Gemeindebundes atfänglich einen Mißgriff begangen, denselben erkannt und unumwunden zurückgenommen, so ist e» gegm die klarsten Aussprüche unserer Religion, der Bibel wie de» Talmud,') auf dergleichen tadelnd immer wieder zurückzuweisen. Aber der »Stachel' kcmmt nach. E» wird gezeigt, daß sich bei mehreren Gegenständen, die in dem ThätigkeitSbereiche de» Gemeindebundes liegen wiirden, »die Religion nicht ausschließen lasse.' Wir führen nur einen Satz wörtlich an: »Wir gründen ferner eine PensiouSkasse für invalide Rabbiner rc. Die Orthodoxie dürfte ernstlichst darauf dringen müsse«, daß nur ein vorausgegangene» religiöse» Leben conditio ■ine qna non zur Pensionsberechtigung ist.' Daß ein etwa wegen unmoralischer und irreligiöser Führung entlassener und brodlo» gewordener EultuSbeamter nicht au» der zu gründenden Gemeindebund»kasse unterstützt werden solle, darauf wird fteiltch nicht bloß die Orthodoxie »ernstlichst dringen müssen'; wa» aber in diesem Zusammenhänge gemeint ist. da» ist nur zu klar, und wer vor dem Forum der Herren Ensch «. s. w. ") Es ist freilich für mau che Wortführer der s. g. Oithodoxie charakteristisch, dost sie bie Satzungen über Nächstenliebe, RLchfte»tchtuug, schoueube Benrtheilnag, bie gegen Lerläumbuug, Wißbeutnug a. s.». u. s.». nicht nnznerkennen scheine», «eil st« im Schulchan »rach nicht „Mbifknt" find; mbei freilich R. I. Lar«, brr nnr bie noch üblichen Ritualgesetze, aber nicht die Moralvarschrifteu zusammenstelle» wollte, kein verwarf trifft.

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