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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-07-12 · 28 (12.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
28 (12.7.1871)
Date
1871-07-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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82-8.-1871. 2. Jahrgang. HsrNrUtt-eke Wochen-Schrtsl für die religiösen «nd soeiale» Interesse« des Judenthums. ErscheiM jeb« Mittwoch. Preis vierteljährlich 20 SUbergroschen. 9n(atU*»§tHft fh M< breispaltige fktitjnU ober beten Rasm!>/» Sgr. Verantwortlicher WebaMbnr nb Heransgeber Rabbiner vr. A. UttMnfet» in Stettin. Breslau, 12. Juli 1871. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Poßanftalten. -nseral« - Anna« «e t» b«T Echlever'schen Buchhandlung (H. «lutsch) in Breslau. t.r Snhslt. gtitenbrr Artikel: Zur Synobalsrnge. (Schluß.) »ttfllft»: »avib Ferbiuaub «oress. (Forts.) «ine wahre Geschichte. Bericht» ». T«eres)»»«>benzeu: Dentschlanb: Breslau. Ldlu. Oder-Ingchht^. Fraulreich: Paris. (Schluß.) «ersaille«. «merika: «ucinuati. «erueischte >. neueste «achrichteu: Berlin. Fulda. «Ile. Floren». *»*■*. feWÄnrg. Rew-Yott. «vttz: Die jüdischen «peisegesehe nnb ihre «e. beutuug für die Gesnnbheit. Briefkaßen. Laeanzen-LlUe. Inserate. Zar Syrrodälfrage. (Schluß.) Daß »Schluß folgt' hat i« voriger Woche deu Leser wahr» scheiulich eben vor der Frage stehe» lass«: »Aber daß ist es ja gerade; warum geht ihr deau nichts Warum bringt ihr dem» nicht die fehlenden yeu« Elemente, die so zu sagen »och «jcht außgmutztm Kräfte in die Synode, warum sucht ihr nicht durch »ok» Antritt ihr Autorittttzu verleihen 7' Was daß-Lrtzte betrifft, so ttuute ich — und gewiß nicht nur für meine Person, sondern auch im Rmq« der meisten meiner Gesinnung-verwandt« — daß etwaige Kompliment nur einfach ablehnen. Sollten wir also dahin agitiren, daß wir die Majorität erlangten, unfein Landsturm aufbieten 7! Da fehlte nur noch der gute, edle Rath, daß wir, so wir nicht die Majorität gewinnen, in social-demokratischer Manier aufkeim, die Bersammlung sprengen möchten! — Also wir sollten der Bersammlung konservative Elemente zuführ« und, gleichviel ob in Majorität oder Minorität, unfern Standpunkt, unsere Ansicht zur Geltung bring«, zu überz«g« such«. Da« kldigt sehr plausibel. Aber in der That, soll d«n rin« öffmtliche Disputation aufgeführt werden, wie man sie im Mittelalter liebte?! Rein, eß handelt sich um eine Synode, man soll nicht d« dikputirmd« Gelehrt« Beifall zurufm oder sie außpochen, auch nicht schw«ig«d Lorträge anhören, man will Beschlüsse fass«. Eine auß Radbinen und Laien (im bereit« angegeb«« Sinne) zusammengesetzte Bersammlung will rituelle Kragen zur Entscheidung bringen. Da« ist i« 3»d«thum noch nicht dagewes«, und ich sage wiederum: Da« kann und wird nicht sein! Da« ist'«, wa» ich zu zeig« habe. Die Synode sollt« und wollte nicht bloß allgemeine und Euttuß«Angelegenheit«^, sondern 8) auch rituelle, z. v. Sabbath-, Speise-, Ehegesetze behandeln. Man hat sich die Procedur •) ®» i« ine Meilen Blatte, b* M mm Bemthnng bet Gottrsbienß. Otbnnng Me Siebe iß, fofgenbe Inmeriag vergessen worben. .^Obgleich Me Principien ber „Lnltnsrejorw" fett 30 Jahr» bnrchgesprochen, obgleich in ben Kreisen her Leipziger «hnobe über Meselben faß gar lein Dissen» ßvttßmb, iß boch nicht einmal eine «ebetoebnnng ßßgeßelll worden, iß »an boch nicht über Beßeßnng von «wumssß»»» hinansgelangt. Der Schlüssel zn diese» «tüthsel liegt hinter be» «snUssen, aber nicht »erborgen, vr. L woßtt gern sein Gebetbuch «genoWW», iauctionirt sehen, Vr. P. nnb A. jeder bas von ih« heransgegebene» vr. ». aber woNte da» mu vr. ». eingesührte gern bnrch Shnobalbeschlnß wieder loswerden n. s. wahrscheüllich^so gedacht: Die Rabbtn« soll« sachkundige, motivirte Gutachten gebest, die^im soll« prüf«, richten, «tscheidm. Wa« heißt nun da«7 Für sich prüf«, sich in ihrem Herzen für die eine oder die andere Ansicht entscheiden? Da« steht ihn« ohne Zweifel zu; aber so ist es nicht gemeint, sie sollen ein Votum abgeben. Man hat sich höchstwahrscheinlich von der Parallele eine« Schwurgericht« leitm last«; die Laim sollen, den ungelehrt« Geschworen« gleich, da« Recht-bewuhtsein de« Volke«, ' «A h. htm-die in ihm leb««b»ursUgiösm Ansichten und Gefühle vertretm. Ich will kein Gewicht darauf legen, daß dann dir Laim auch allein zu votir« hätten, will nicht ftagen, ob man d« Rabbinen die Rolle der Richter oder die de« Ankläger« und Lertheidigcr« zugedacht habe — der ganze Vergleich ist unzulässig. Man bringt damit Ansichten in da« Iudmthum, die in ihm ganz unberechtigt, und überträgt Berhältniffe, die ihm ganz ftemd sind; sie sind au« dem Christmthum genommen; man holt un« die in der evmigelischm Kirche berechtigten Ansichten und die dort, gegenüber der katholisch« Hierarchie und dem Confistorial- und Pastorenregimmt, zur Geltung gebracht« Ansprüche der Laien, der Gemeind«, herüber; aber alle« diese« paßt auf da« Iudmthum ganz und gar »icht. Handelt e« sich denn bei un« um GlaubenSsatzungm und Bekenntnisse, die sich freilich niemand von einem ander« Menschmkinde vorschreiben lassen kann?! Doch ich kann auch auf diese Parallele nicht näher eingeh«, jede principielle Erörterung würde zu weit führen, ich will ein« einzelnen Fall besprechen, vielmehr ihn reden lassen. Ich nehme mit Absicht ein Beispiel, welche« nach der Ansicht vieler Jud« unserer Zeit etwa« Geringfügige« betrifft. Gesetzt, e« liege die Frage vor, ob ein Hühnchen koscher oder trefa sei. Gesetzt weiter, ich halte e« für trefa, aber zwei Collezcn, d. h. gesetzeskundige und ehrliche Männer, gleichviel wer oder wa« sie sonst seien, di-cutirea die Sache mit mir und begründ« die mt» gegmgesetzte Ansicht; so bin ich überstimmt. Hab« sie mich überzeugt, daß ihre Gründe die besser« sind, so ist die Sache ganz in der Ordnung; Hab« sie mich lediglich überstimmt, ohne mich vollständig überführt zu Hab«, so werde ich wohl für meine Person von dem Huhne nicht« g«ieß«, ich »erschwere' dann für mich, aber richtig und ord«tlich lautet die Entscheidung: »erlaubt.' Der Late, der di« Frage gestellt hat, kann sich in all« Sach« >:ach der Majorität richtm; sollte er indeff« für sei»« Person mir «ehr Vertrau« schmkm al« d« beib« Ander», so wird er, de« Zweifelweg«, da« Huhn nicht eff«.

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