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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-07-05 · 27 (5.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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313 Man», best« Men zwar fchllcht, ansprnch»» und geräuschlo» dahinfloß, «ad der e» trotzdem verdient» daß seine« Namen in Ihrem den echt jüdischen Interesse» so war« dienend« Blatte ei» Denkmal gesetzt «erde. I« Mteszkow, eine« armselig« Ueck« im Grohherzogthum Pos«, im Jahre 1804 von unbemittelten Eltern geborm, wurde er früh schon an dm Brüst« talmudischer und rabbintfcher Wistmschast groß gesäugt und saß später al« vachur zu d« Füßm mehrerer rabbintfcher Celebritäten. Schon in seinem 18. Jahre mußte er da« elterliche Hau» verlast«, um an Jeschiboth seine talmudstch« Studien fortzu» setz« und dabet auf eigene Hand sein Leb« zu friste». Nichtsdestoweniger eignete er fich schon in dies« erst« Nngltng»jahrm, dem innerst« Zuge seine» Herzen» folgmd, al» Autodidakt auch die Elemente der profan« Wistmschast« an, so daß er schon in seine« 18. oder 19. Jahre sich in Pos« zur Prüfung für da» öffentliche Lehramt meid« konnte, — ein Umstand, der für die damalige Zeit nicht hoch genug anzuschlagm ist, weil selbst heutzutage in die von der groß« Eismstraße und dem Weltverkehr abseit» gelegmm Fleck« und klein« Städte Posm« die Strahl« profaner Wistmschast nur spärlich und vereinzelt dring«. Settdem wirkte er an mehreren Ort« al» öffentlicher Lehrer und stand seit 42 Jahr« mit seltmem Fleiße und trmer Gewistmhaftigkeit im Schuldienste unserer zahlreich« Gemeinde und zwar die erst« 15 Jahre hindurch allein; seit 1844 war ihm 'ein zweiter, «ad seit wenig« Jahr« ein dritter College betgesellt. Bei einem höchst kärglich, ja armselig zugemestm« Gehalte (in den erst« 80 Jahr« betrug dasselbe nur 100 Thlr.!!) und bei einer zahlreich« Familie war er gezwung«, außer dm täglich «x officio zu ertheileuden sechs Unterrichtsstunden durch fast ebmso viel Privatstund« sein Leb« zu fristen. Daß er trotzdem noch Zeit fand, seine talmudtsch« Studie» täglich auch t« Amte fortzusetzen, sein profane» Visse« fortwährmd zu erweiter» und fein« Pflicht« al» Mitglied de» VV-veretn« und langjähriger Vorsteher de» Beth-Hamtdrasch, da» fast einzig «ud allein ihm sein Besteh« verdankt, gewiffenhast nachzukomm«, verdient hier ebmso hervorgehobm zu werdm, wie sein durchaus biederer, strmg rechtlicher und friedltebmder Charakter, sein reit» giö» untadeliger, echt frommer Waudel und dabei seine milde Duldsamkett geg« ander» Denkmde und Glaubmde. Kein Wunder, daß die ganze Gemeinde eine solche ehrwürdige Lehrerzestalt, die vom frühest« Morgm bi» 1« die späte Nacht hinein, ohne sich Feierabmd zu gönn«, emsig arbettete, nm verehr« und hochachtm konnte, wenn schon diese Verehrung und Hochachtung — in hergebrachter Weise — e» nicht über fich gewinn« konnte, sei» schwere» und harte» Loo» im Greismalter «ach Möglichkeit zu erleichte«. So lebte er, so arbettete und wirkte er bei schwächlicher Gesundheit unablässig und raftlo», bi» er vor drei Woche«, ein Opfer seine» Dulderberufe», auf da» Krank«- und Steckelager hinfauk. So gerecht und untadelig sei» Leb«, so groß und edel war sein Tod. Wie et» Frommer bestellt« er sei» Hau» und seine Seelmangelegmhettm und in d« unsäglichst« Schmerz« bewegt« fich feine Lippen zu dem Gebete: vonff Tujiy bo bv vrto wo tcw t* »Harre, du Frommer, »ud sieh«; du Gerechter, noch ist eine Zukunft für d» Man» de» Fried«».* (Ps. 84, 38.) E» wein« ihm »ach «tue Wtttwe mb 7 verwaiste Kinder, von dm« vier «umüdig «ud uuversorgt sind. (In seinem veglettschretb« spricht der Herr Correfpondeut «och folgend« Sätze au», die wir mttzuthetl« un» erlaub«: »Et» an fich schlichte», aber musterhaft religiös«» Leb« verdient wohl um so eher au die Oeffmtltchkett gezog» zu werde», wem» e» t» dem vielgeprüft«, feonunMflm Lehreckeruf« verlebt war. Dag» kommt, daß die »geprüft«* -ehr« ttu Posmsch» «eist irreligtö» lebe» u»d de» jtdstch« Wisse»» first bna» find; um foviolmehr-dürftreöangemeflm^ei»,. et» -ehrmieben» wie e« in G. abgefchloff» vorltrgt. öffentlich za besprech« «ud der Mit^ wett ein Muster z» geben." Sick.) r Oesterreich. r. L«s Rieder-Ungar«, 21. Juni. (vrig^Eorresp.) Die geistige Regung und Bewegung, die fett einig« Jahr« auf deur Gebiete unserer religiös« Interest« Platz gegrisfm hat, droht seit einig« Monat« in eine erlahmende Monotonie überzugrh«. Die Reibung« der Partei« haben aufgehört; die Knutmhtebe nach recht» und link» find eingestellt und der Sturm, der ver» heermd über unserm Haupte dahinbrauste und in dem auch mancher sein« Kopf verlor» hat einer gewifl« Sttlle Platz gemacht, in der die hocherregtra Gemüther sich ernüchtern und ein «mig Rückschau halt« auf di« verflostenm kampfretchm drei Jahre. — Die Ein« arbeiten emsig fort an de» Ausbau de» von ihn« geschaffmm Statute» und Hab« die hochtönend« Phrase« von Licht und Fortschritt und die schwer« Anklag« von Geiste«knechtung und Schulchan-aruch-Bergötterung fahr« last«. Die Alldem sehm e» immer mehr ei», daß der Kampf, dm sie geführt, denn doch kein Kampf für Gott bfth war und di« löschpapteren« Trophäen, die sie mit hetmgebracht, wohl keine» dreijährig« Wühl«» würdig warm. So geht Alle« still seine» Wege» und wir könn« un« kaum an diese Ruh« gewöhn«, wir rührig«, kampfgewandtm ungarisch« Jud«. Aber die betd« Organe der Partei« Hab» ein« Blitzabletter »ach Außm gesunden. Da» Organ der Congreß-Kaazlei in dm Borgäng« innerhalb der Wimer Gemeinde! Da» vom fanatisch« Chassidismus angekränkelt« »Trab. Judenthum' hingeg« muß in dieser Zett de» Fried«» nach Inn« dm ausländischm Collegm gehörig den Text lesm. Der Standpunkt, von dem au» Sie in Ihrem Lettarttkel »Absagebriefe' diese ltterarisch« Fehde b«rtheil«, ist der allein rtchttge, und wird von zahlreich« Anhänge« der Orthodoxie sogar getheilt. Sind ja schon laug« innerhalb der Orthodoxie Stimm« lant geworden, die da» Gebahrm diese» Blatte» entschied« mißbillig«, und hat ja selbst ei» Mitglied der »Durchführungs-Commission' in einem Arttkel im »Trad. Judmthum' geg« da» »Säbelgeraffel' geeifert, da» au» jeden, einzeln« Arttkel diese» Blatte» htndurchklingt. Wahrlich, da» ist keine jüdische Orthodoxie, die au» diesem Blatte spricht. Da» ist der Zeloti»mu» tu seiner sämurigm Rackihett, der sich dort brett macht, und von dem fich jeder bester fühlende Jude mtt Schamröth« im Angesichte wezwmdet! — Sie dürfen auf diese meine Worte um so eher Gewicht leg«, al» Sie wist«, daß ich mit ganze« Herz« und voller lleberzeugung derjeuigm Partei angehör«, die «an gemeinhin die „orthodoxe" nmnt. Ale-erlau-e. Lu» Holland, im Juni. (Vrtg.-Eo,resp.) Man hört zuweil«, daß in einer Gemeinde Streitigkeiten entsteh«, well der Rabbiner in zu großem Reformrtfer schroffe Nmeruugm bei« Gottesdtmste x. einführm will. E» bildet sich dann gewöhnlich ein« Partei, die dem Rabbiner Oppositio» muht. Nur fett« hört man, daß eine Gemein!>e mtt ihre« geistlich« Führer dämm unzufrtedm wäre oder daß innerhalb derselbm Strettigkett« mtstäud«, well derselbe zu «mig reformthättg ist. Unerhört ist et aber, daß eine Gemeinde, da» heißt ihre Letter, ihre Ausgabe so wett verkenn«, daß sie fich Eingriffe t» di« heütgstm religiös« Gemetnde-Justttuttou«, «elche fpectell Sach« de» Rabbiner», find, erlauben, und daß dieser, der selbst- »ersttvdltch «in solche» Treib« «icht gewähre» last« kan», sei« Amt niederleg» mußte. Unerhört — Md doch hat fich die» Faet»» erst vor Kurze« inoiner Gemeinde vollzog«, welch« ma» ein« VM TV nannte. Herr Rabbiner Dr. Jsaarfvh» in Rvttorda«,

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