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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-07-05 · 27 (5.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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NSW.-187t 2. Jahrgang. Wochen-Schrtst für die religiösen «ad socialen Interessen des Jndenthnms. Erscheint j^e» MtMooch. Prri» »ierlerjLhritch 20 Bttbergrosche«. ffa Mt knifpoltigt Petitzeile »der bereu Ura» B«ra»t»»rtlich«r Ktbcftrar mb Herautzeber Rabbiner Dr. A. Urenenfet» in Stettin. Breslau, 5. Juli 1871. Z» brzieheu durch alle vuchhaudluuge» uob Poftausialtea. Anftralen-An»»»«« t» Ml Bchletter'sch» vuchhaudlaug (H. «klatsch) tu Breslau. Inhalt. Seitruder Trltkel: Zur Gy»»v,lsra»e. Frutllet««' D»»td Ferdinand «»ress. (Forts.) Bericht« «. Gr»rresP»»denie»: Lrntschland: Berlin. Gchliaua. Oesterreich: Nieder-Un-an». Ntederleude: «a» Hollaub. Fraulreich: Pari». ver»tschre u. neueste Nach» Achten: «tatgshilit». B»dy. Bnwreft. No«. Odeffa.^v«gb»b. Stteraturdericht. Lnzetge »euer Bücher. vriefkustru. Saea»»«UsStst«. Inserate. Inr Iynsdalfrage. Mstßdebnrß. E« nahen die »drei Wochen', die Zeit der traurig« Erinnerung« an die Zerstörung der Heiligthstmer Israel», di« Zeit der Rabbiner «Bersammlungm und Synoden. »Ans nach Aagßburg!' lautet in diesem Jahre di« Parole. Da» Judenthum muh doch auch eine »Augsburger Eon» fession' habe», «enn e» im christlichen Staat« vollständige Gleichstellung erhalte» soll. Dt« Synodtsten rüsten bereit» zur Reise; was aber geschieht inta andern Lagern? Bar nichts. »Todkschwekg«' — scheblt Bon« Parole zu sein. Ob solchen tief tu'» religiöse Lebe» einschneidenden Bestrebungen gegenüber Schweige» and Richtsthun am Platz« ist? Es mag Bielen bequem sein, aber pflichtgemäß gehandelt ist es keineswegs. Die ander« Anficht, «an solle jene Herren nnr ungestört gewähre« lasse», bis sie in der Skntfluth ihrer Reformen selbst untergeh«, sich so zu sagen todtreformtre«, oder (wie da» der sel. Vernay» richtig nannte) fich selbst au» dem Judenthum hinautgeworfrn haben würden, ist denn doch wohl gar zu pesfimistisch. Roch Andere pflegen sich damtt zu beschwichtigen, daß sie die Synode für ungefährlich halten; die Frommen, sagen fie, werde» fich durch die Synodalbeschlüsse nicht beirr« lass«, und die Ander«, die find ja längst darüber hinaus, die wart« auf die Beschlüsse sticht. Allein es handelt fich hier nicht um die beid« Extreme, sondem um die große Anzahl der Halb« und Schwankend«, die in d« Gemeind« d« Ausschlag geb«. Soll« diese preisgegedm «erd«? Die Belehrung von der Kanzel reicht bet wiederholtem Anstürmm der Gegner nicht aus. Man hört da nicht seit« selbst von Wohl«eia«dm das Wort: Warum geht Ihr nicht zur Synode und verthetdigt dort mit beredt« Wort« Eur« Standpunkt? u. s. v. Es läßt fich nicht l«gnm, daß hierin viel Wahres liegt. Stolzes Jgnorir« ist nicht am Platze. Soll «an stillschweigend Alles gescheh« lass«, bis man vollendeten Lhatsachm geg«übersteht? Jedermann weiß, wie schwer gegm solche anzukämpfm ist. Oder soll man wart«, bi» einzeln« Borsteher mit Berufung auf die Synodalbeschlüsse an die Ans- resp. Einführung derselbm in ihren Gemeind« gehen, de« Veto des Rabbiners die Majorität der Synodal-Mitglieder geg«überstell«d (vetgl. Wim)? Ich glaube, es wäre richtiger, »«» di« verschied«« conservattv« Partei« die kleinlichm Differeuzpunkte untereinander fall« ließen und gesetzeskundige, charakterfeste Vertreter zur Synode s«det«, um dort die Prtncipim des Jvdenthum» gegm willkürliche Eingriffe;u wahr«; und selbst wenn sie, wie vorauSzusehen, mit ihien Bot« in der Minorität blieben, so wärm dieselben doch. jix die masorisirte Minorität in der Gemeinde von nicht zu unterschätzendem Werthe. (Man dmke an die bekannte Mischna in Edujoth (.xbv ■pocn irr nan rw ra ntcr owr Möge Jeder nach reiflicher Ueberlezuaz und je aach der Stellung der Partetm ii iner Gemeinde noch in letzter Stunde di« Entscheidung treffen. M. Rahmer. Unser geehrter Herr College "hat "mkk ^ein^ Vor^kehmdm eigmtlich nur eine Frage gestellt; es ist ziemlich selbstverständlich, daß er eine Antwort erwartrt und zwar wohl zunächst von seinem nächst« Adressat«, dem Redacteür. So muß es dmn versucht werd«. Die Synode .todtschweigen' zu wollen wäre mir nie in dm Sinn gekomm«, wie wäre dmn das möglich?! Die Anficht, «elche Herr I)r. Rahmer ob« erwähnt und als pessimistisch bezeichnet, mag immerhin für manch« sogar eine optimistische, eine Hoffnung sein; aber es ist ganz richtig, daß das »bleibe fitzen und thue nicht»' wohl für den Einzeln« bequem sein mag, aber ein Princip, fruchtbar für die Gesammtheit, ist damit nicht gegeben. Und wmn einzelne Rabbiner srparirt-orthodoxer Gemeinden, welche zwisch« fich und all«, die nach irgend welcher Reform streb«, da» Tafeltuch zerschnitten haben, die Synode und ihr Thun ignorir« können, so geht da«' allerdings für uns andere nicht. Darum muß, wenn nicht gegangen und geredet wird, wmtgsten» geschriebm werd«. Aber vor der Synode würde ich allerdings nicht geschrtekm Hab«, schon darum, weil ich dem, was Herr Prof. Graetz vor der erst« Synode in seiner Monatsschrift, darüber gesagt hat, nicht» irgend Wesentliche» hinzuzufügm wußte. Ich kann also, da ich nun doch, nach de» Her« College« Aufforderung, meine Ansicht zu begründ« im Begriff stehe, ganz wie damals Herr Prof. Graetz mit den Worten beginnen: »Sie setz« mir die Pistole auf die Brust.' Zurrst ein Wort über die äußer« Berhältnisse. Bor zwei Jahr« tagten Synode und jüdisch-theologischer Verein gleichzeitig; der Zeitpunkt war für beide unabhängig von einander bestimmt, jedenfalls war es nicht der jüdisch-theologische Verein, welcher die Frist später als die Synode anberaumt hatte. Damals war also ein gleichzeitiger Besuch beider Versammlung« unmöglich. Für 1870 war allerdings von manch« Mitzliede« des jüdisch-theologisch« Vereins

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