Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 25 (21.6.1871)
- Date
- 1871-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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2-Jahr-a«O. Ns 25,-187t ::i, v . a. : ti| b. für die religiösen und socialen Interessen des Judenlhnms. («tai Wlimich fatU ataMMdhl 30 eUteataMo. Jwftifli—ylfr »Ml PeMzMe i»f VfTfir Um 9«taaflaoct84cr KrtaHnq aa» tnwlyte Nabbiaer Dr. JU Prexrrfets in Stettin. BreÄau. 21. Ami 1871. w—»m^—»W Z» bqiehm d»rch «I« Bnchhaadlnnge» nab ^Uajtaltt«. 9afrwfe».JhMM|atf tat Mf Schlettrr^ch« Vnchhandl»»- ($. EÜNfch) t» Vrrtla». Antzalt. «ettende «r««l: Da» echte NN» da« latsche Prteßaathnau A»ch et» kleiner «int. »enileta»: Da»id Fertzivin» «arest. Nnfstsche«. Gerichte «w »ae«kw»»«qm: Deatschlanv: «wni». vre««», «oft«. Otatta*«. Oefterretch: Debe«^». Brratfftt «»» »eaefc «echrtchtr,: grasffart iR. H «»»erd«», «ancheßer. Pari«. Ltter«1»r»ertcht. vrirfkastm »er «edartt,». GnamzeMchiske» Jifcntt. 90* An wnfae Zerre» Z-simeirle»! ^WW ' Mit Rr. 27 beginnt da» dritte Quartal der ASrtelltis-e« W<che«schrist. ll» Störungen in der Expedition z> Vermeiden, bitten um schnellste Erneuerung der Abonnement» bei dm betreffenden Postanstaltm und Buchhandlungen. Sr»«,» Dto^ldPestltto«. ' ^■■■' £4tttUt’f# »nchSmdtVn, (A. KßntM -a» echte »nd ta falsche Drießerttzum. Sa s»Ne ihr dt« Kinder iwnnls fvcnc»: Jtm Saift f<fM ddy" «.[.*. (tat ß» soll»» »ctats Kay» «af dt« Ki»»«r Idrorl« lege», nn» ich »i> »« fegaea. Der „Priestersegm" ist von Jtrael zu all« Völkern der gesittet« Mmschhett gekommm und ertönt in all« ihr« Gotte»« Häuser» und bet all« rcligtös« Versammlungen. Ar seitlicher Weise sprech« ihn au dm Festtag« der Synagoge die Kohautm» die Nachkommen Aharon'ß. Man hört tudeffm heutzutage mancherlei Gtnwmdungm geg» diese Institution, die älteste von all« uuseru »och bestehmdm gottesdtmstlichm Einrichtungen. Jene Bedmkm wer dm nicht bloß von solch« erhob«, welch« alle» lleberlteserte tadeln und resormtrt sehm möchten, st« Hab» auch nicht» mtt einer prtnctptellm Bekämpfung der Gesetze über die Kohanim — welche viel« Laim unbekannt oder gleichgültig find — zu thuu; sondem mau hört sie au» de« Mund« von Män- »eru und Frau«, welche sich dabei lediglich auf ihre „Gefühle «ud ßlufichtm" beruf« und tu and«« Pmrktm nicht ebm reformsüchtig sind. Di« Mystik, die schm« Ehrfurcht, welch« sich ehedem au da» ,L)«ch«um" knüpfte, ist de» Bewußtsein sehr vieler, sonst religtö» gesinnter uud lebeuder Zettgenofsm entschwunden — man fragt: „Wer sind dem» diese Personen, welche uu» da segum soll«?" uud weun sich au» gar im gegebmm Falle geg« di« Moralität, Religiöfität, lstespeetabilttät einzelner fungtrmder Kohautm wirklich Erhebliche» vordringm läßt, so kann mau an jede« Feiertag« d« Tadel, die Aeußerungm de» Mißbehagen» von Reue« hör«; der Htuwet» ,anf da» klare Schriftwort und die Erläuterung, daß. ja nicht die Person« uu» segum, sondem nur Gott, beschwichtig» jme Einwendungen wohl äußerlich, aber befriedigt ist der „Ratsonutrende" schwerlich. Dagegm würdm diese!dm Laim wohl gar nicht» dagezm «tyznwmdm habm, wen« der Geistliche, der Prediger, d« feierlichen Seg« spräche; dm Mann, würdm sie sagen, habm »ir beruf«, schmkm ihm unser Verträum, sein Wandel muß taixU fni sein, denn sonst wäre er überhaupt, seine» Amte» uuwürdig, er mag d« Seg« Über un» sprechm. Da» würde denn freilich wieder bet dm Wissmdm «inm Sturm der gerechtesten Entrüstung, «tzs» Schrei deg^Eutsetzm» hervorrufm; wir Hab« bi»her euch »och nicht gehört, daß ein Rabbiner «. s. w. (so er nicht Kohm uo» Geburt) fich erkühnt hätte, noch Weise der Kohanim nid au ihrer Statt dm Segm zu sprechm; «och mehr, auch in dm Syaagogm und Tempeln*), welch« sonst weitgehende Reforram «ingeführt habm, ist da» Duchmm, so viel un» bekannt, überall unangetastet geblieb«, d. h. nicht „abgeschasst"» wen» «» auch in manch« unterbleib« mag, weil sich die Kohanim ihrer Pflicht entzieh«. Daran» könnte dmn wohl der Laie ersehm, daß seine „Gefühle uud Aafichtm" ihn irre letten, daß e» fich hier um ein wichtige» Prtucip handle, welche» wir nicht auf- und pret»gebm dürfe«. Wir soll» der Welt nämlich die große und gewichtige Lehre »oa dem Wese», dem Berufe und den Attributen de» echte» Prtesterthum» erhalt«, damtt e» unterschied« «erd« könne von dem falschen, augemaßtea, unterze» schoben»» Rach« «ud Zerrbilde, welche» so unnennbare» Glend über die Mmschhett gebracht hat. Da» ist'», wa» hier nrchgewiesm werdm soll. Also 1) «er soll dm Segm über un» sprechm? Segm erthetlm kau« nur Gott; wer aber soll „sein« Ramm auf un» leg«, damtt Gr un» segne"? Derjmige, dm wir für deß würdig halt«, oder der, dm Gott dazu berufm hat?! Der Priester in Israel aber ist von Gott berufm «ud defigriirt. Kohm ist, wer al» solcher geborm ist; da ist nicht» Zweifelhafte», keine felbftgeschaffme, augemaßt«, auf Fiction«, offenbar« »der geheim» Trug fich stützende Würde, kein übertragmer oder selbstgewählter Beruf; dir Kohm stellt sich nicht al» Stellvertreter GottM hin, er ist auf eine »uaufechtbare Weise von Got zu dem Amte.berufen. Niemand kann sich zum Priester machen (wir sehm von etwa einmal oorgekommmem abstchttichem vednge ab), auch kann kriu Mensch Glum zum Kohm ernennen. *). HaKnaimlai, wUche sich ibre» Aaetrsdienft ge», »ach eigene» «rwefim eingericheet habe», Wanne» nicht l» Deieachr.