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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-14 · 24 (14.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
24 (14.6.1871)
Date
1871-06-14
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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101 goge an,; einige Hinterhäuser brannten gänzlich niob«; Me Synagoge Ober bereu Neubau schon längere Zeit znÄch» dm hiesigen strengorthoboxeu und dm Reßorw-Israeliten ein Streit besteht, wurde ergriff« und im Amern so völlig zerstört, daß jene Streitfrage durch ein« nun unumgänglich« Neubau gelöst sein bürste. Butteumies« (Bayern). Der hiesige Arzt vr. BinSwanger wurde zum Phystcu» ernannt, er ist der erste Jude, der eine derartige Stellung in Bayern erhalt« hat. (Jüdische Kreit»Phystci siebt et in Preußen schon ziemlich viele/ jedoch auch erst seit wmigm Jahr« Der erste jüdische Arzt, welcher m xtuiimiony uufiyusyi vir yrsgumr ^nun9*HcVjraNRfg tiyuutv' hat, war wohl der vor einig« Jahr« alt Ober» Medizinalrath »erstorbene vr. Herz in Weilburg (Nassau), welcher seit 1842 dm Post« alt Medizinalrath belleidete, nachdem er denselbm schon lange vorher provisorisch" verseh« hatte. Die Medizinal- Lerfaffung bet ehemaligen Herzogthumt Nassau war durchaut burmukratisch, der „Medizinalrath" kein bloßer Titel, sondern im eigentlichst«« Sinne Bmmter, d« Benvaltuugt» und Justiz. Beamt« ganz coordinirt. vr. Herz ist wahrscheinlich der erste jüdische Staat-dimer in Deutschland gewesen.) Kajatzo St. Peter (Ungam). Die „llng. jüd. Woch." meldet d« Tob de- Rabbiners Markus Eeligmann. Derselbe ist in hohem Alter zu Wim bei einem seiner dort etablirtm Söhne gestorb«; er war ein Schüler des Rabbi M. Benedikt, ebmso strmg orthodox wie tolerant Schon bei seinem Amtsantritte vor mehr als 60 Jahren führte er die MendelSsohu'sche Pentateuch»Uebersetzung in die Ortsschule ein, natürlich nicht ohne auf manch« Widerstand zu stoß«. Seine Söhne ließ er christliche Schul« besuch«, weil er die Anfordenmzm einer um« Zeit begriff. Seine Leiche wurde, seinem Wunsche gemäß, in der Bemeiude, der er ein halbe« Jahrhundert, andere Berufung« ausschlagmd» vorgestand« hatte, beerdigt, vr. Kohut au« Stuhl» «eiflmbmg hielt die Leichenrede. Parkt. Die nmeste Nummer des „Univ. Jsr." ist unt zugegangm. Eie ist vom 25. Mai dattrt, also noch vor dem grauenvoll« Finale gedruckt. Der Bericht läßt uns also in Ungewißheit über da» Schicksal der Synagog«, Institute rc. in Pari«, er ist in sichtbarer Beängstigung und schmer Zurückhaltung geschrieb»; von Berbindungm mit der Außmwelt war «an gänzlich abgeschnitten. Da« Blatt ist nit Auszügen an« dm jüdisch« Zeitschrift« vom vorig« Winter gefüllt No«. Letzter Tage fand im Ghetto ein früher dort nie gesehmes Leichmbegängniß statt. Der Jude Moses Piperno, Gerneiner der Nationalgarde, starb in jugendlichem Alter; ein Piquet der Rattonalgarde, aus Katholik« und Jsraelttm be» stehend, folgte der Leiche zu« Friedhofe der Juden. Das erste Beispiel so großer Toleranz und bürgerlicher Gleichhett in der ewig« Stadt. New »Dort. Am 16. Mai hiett der Board of Delegat« eine Versammlung. Au« dm vorliegend« Bericht« theilm wir alt das Bemerkentweriheste mit, daß die Gründung einer „Publieaüon Society", welche die Uebersetzung jüdisch-theologischer Schriften, besonder« deutscher, in die Hand nehmm soll, beschloss« wrrde. Rach Eingang der antführlich« Protokolle behalt» wir unt »eitere Mittheilungm vor. Liter-turberichl. Pt» Mesa-Z>ent»«l «ch ftine Schaift, von Pros. vr. M. U. Lewy. (Programm der jüdisch« Religion«»Unterrichtt» Anstalt) ' Breslau 1871, Schletter'sche Buchhandlung. 1V S. und eine Schrifttafet ' .r!Ui ki pu «nofOi BWfiwt juw vrimwI uv pcryffv» ts aoatMUg Mt ynft, HM ts ka cfav lxfn|(|u| oHm Weich» -«feiert Bau lebendig» und leibhaftig» Köaigm Und Kaisern ist kOA» soisiel i» stffenttich» Blätter» gesproch» worb«, als von diesem Moabiterhiinpiling; und nicht minder warf sich die wstsenfchast «ft wahre«' Heißhnnger aus dies» ltngst »ervwtert» Potentaten. Der Sachverhalt ist folgender. Dal zweite Sach der Könige begimtt «ft den Wort«: Und Moab empörte sich wider Israel nach de« Lode Ahabs. Ueber den Leiter, -der de» Verlauf dieses Anfstantes berichtet uns die vitel nichts, vielmehr springt der Bericht »ach diese« Beese ganz abrupt zur Erzählung der Krankheit des »hasjah imd der Bolle, welche Eliah dabei spielte, über, wie den» überhaupt io d» Lheil» der KSoigsbllcher, i» welch» «liah ood «lise. «Gekommen, sich die Ereigntste nicht um die Fürst«, sonder» nm diese Heid« Propheten gruppieeo. Aasführücher wird i« dritten Kapitel, B. 4 bis Schlot der »osftaod de« Ksoig» Mesa ood seine Bekämpfung darch die verbündet« Jehora« ood Josaphat erzählt. Die Ausführlichkeit erklärt sich, weil wie bekaoot «lila io die Actioo eotscheidood eiomeift. Mesa wird beste,! ood arg bedrängt. Dennoch ««reißt er d» König« den Erfolg. Denn als alle Bettnngsversnche mißlangen, opfert er den Thronfolger aok der Bingmauer ood „es war ei» großer Zoe» über Israel, ood fee zog» davon und kehrte» t» ihr Land zurück", d. h. das öffentlich ans der Mauer dargebrachte Opfer de« eig«en Sohne« reizte die Wuth des «oaditische» Bolle« aufs Aeitßerste, ans de« Kamps der Fürst» ward ein erbitterter Bollskrieg, Israel konnte sich bei de« groß« Sri»«», der es aus Schritt und Tritt verfolgte, in dem fronte» Lande nicht halt« und mußte sich zurückziehe». Herr Prvi. Lewh mißversteht de» Ber« ans eine unbegirisliche weise, wen» er ihn Sette 5 so I erläutert: „d. h. ei» großer Zo« (Gottes) war über Israel gekommen, d. h. da« Entsetzliche und zogleich den Götte« (der vornehmlichste Götze der Moabiter hieß Kam»«) wohlgefälligste war vollbracht und die Bemühnog» Israel« n« die Unterwerfnng Monds vereitelt". Also nach Her« Proseffor Lewy «acht sich die Bibel znm Herold de« Götzen Kamo« und der Gewalt seine« großen Zorne«, welch eine Monstrofitätl wollte der Herr Beligionslehrer seine» Bibel-Interpretation auch im Religionsunterrichte Folge geben, so müßte er sich ei» »«es, bisher in jüdischen Schulen noch nicht vorgetragene« Kapitel einricht«: über die große Macht de» Götzen Kamo«. Kehr» wir »ach dieser Abfchweifnog, zu welcher uns der wie es scheint in Phönici» bester als io Jndäa heimische Herr Prosestor gezwungen hat — nnd ganz deckt sich da» Althebräische und Altphönicische doch nicht — zu unser« Gegenstände zurück, von der erst« lhpeditio» gegen M»ab und ihren> Erfolg »der Mißerfolg erzählt die Bibel also nicht«, lieber diele nun klärt n»1 eia Denkmal ans, da» zuerst im Jahre 1868 von einem Prediger Klei» in Diblan (dem biblisch« p3n) entdeckt «orten ist. Es ist dies ei« Siegessäule des König Meso, gegen der» Echtheit sich kaum Zweifel erheb» könn», nod die schon ans dem Grunde, weil der prahlsüchtige König ten Opfertod des Sohnes nicht erwähnt, ans ten Kampf mü Ahasja sich bezieh« muß. Das Denkmal selbst ist in dem Jahre, in welche» es entdeckt wurde, auch zerstört Worten; die aberglänbischen Beduinen wollt« es von ten Enropäe« nicht wegnehm« last« und zerschlug« es. Aus photographischem Wege ist ei» Abklatsch der Inschrift verfertigt 'worden, aber da der Stein in viele Stücke zerschlag« ist, so sind die Lesarten im Einzeln« sehr unsicher und die Gelehrt« find« für ihre «ehr »er weniger geistreich» Eonjectur« Thür nnd Thor off« Die Herr« Hab» sich den» auch diese Gelegenheit nicht entgeh« last« not wohl an hmwert (k) Erklärungsversuche in die Welt gesetzt, wir heben schon an einem ander« Orte über dieselten nosere Meinung dahin ansgksproch«, dag sie ein» bleibend« Gewinn der wiffeuschaft nicht gebracht Hai«. Und hierin siegt kein Borwnrs, de« wie der Baumeister so kaan auch der gelehrt: Forscher nnr «ft vorhandene« tüchtig» Material ein» solid»'van ans. führe». Herr Pros. Lewy druck» im erst« Lheil der Programmarbeit, tetci ■«eririf Vorzüge vor de» ander» Abhandlung» hier nicht erö.-tert weite» könne», »ach einig» einleitend» Notiz« Lez» nnd Uebersetzung der Inschrift nochmals ab; t» zweit» Lheil beschäftigt er sich «ft eng wsienschafikich» Sperialsrage», wie sie, trotzte« es sich »ms Alphabet hantelt, in ei« Schnlprogramm nicht rech» hineinpaffe». Giebt't für die jüdische Religion», schale, der so vieles «angelt, nicht znr Besprechung nützlichere Llpmatak Tu Anzeige nener Aücher. Seiger, vr. Abraham. /Das Jndenthmo nnd seine Geschichte. Dritte Abtheilnog: vom Aosange de» Ist. bis zwo Ente de» 16. Jahrhunderts. I« zehn Borlesnnge». Bebst einem Anhang: Da» «erhalt» der Kmhe gege» Hu» JndeMhnrr in der neuer» Zeit. Gin »weite« Wort an d» evangelisch» Ober-Kirchenrath in Berlin. Gr. 8. Brest». 18^1. Beteler» „Anhang der hebräisch« Metrik der Psalmen." 8. Münster. 1871. Beteler, ,Die Gliteernng de« Buches der zwölf Prophet« als Grundlage ter Erklär«« derselb»." Münster. 1871. -Wals. «„ „Israelit. Religion», nnd «ittenkehre." wie« 1871.

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