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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-14 · 24 (14.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
24 (14.6.1871)
Date
1871-06-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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TiltL — 187L 2. Jahrgimg. f ' •' JA; •). r 1 für die religiösen ’Ot»»* «t»»Gch>-»ch »CTIwpuWw. Wtrtl»—|>H|r »Ml UUlWGMWt fn«|nr MC» WWW WMUM »nd soriale» Interesse» vemaNannNcher MchalUW nt («nljittt Nabbiaer Dr. JU DreGNfetß in Stettin. Breslau. 14. z uni ISIl. des Jndenthnms. Za bezieheu Mrch alle vuchhaadlau-e, «d Poßauftalien. }ifin«ta.|sMm Vchleiterlch« vuchhandlu», (H. Vk-rch) i» vre«!«». Anhalt. NettWth« Tntlkel: Lte pr»i«cttrte» jNdlich-thealomschea Lehrantzalten. ll. Ae*i«et»n: «nalecteu »ach te» »«chNM-tz. »i»e »««lntoem» Bericht« «t» GatOspande»»««: Dentschlanv: Coda*. Bali», verlt». Ohanbtaun. »wtch«. v«der««ser.^,ßl«»»: Barsch«. «»»«»len: vnlareß. A»wlschrr »»»»rnestr«achrtchtrn: Hamwver. «rritftrife». Jar-ein. VtrrLtz. Cadfo^e. v»«»«,s„. Ml» «t Peter. Pari«. Rml BteratnrAertcht. Hajci«* iicwt Bicher. SaM»jca*8tffe. 3»fmti!. We prnsectirte» Misch.1tze«l«-ischrn Kehrnnstaite». ' ll. Der i« Rr. 22 HWbe»» Darstellung de« Hergang« bei der »ersuchten ReortzmilWo» de« Bech-Hamtdrasch in Berlin laff« wir den Bericht «ch dtr d»»» gebtüpftm Betrachtung c« eine« ander« SorrespondmlW folg«, «nd »enneisen «ir zugleich auf die weiter n«te» seichende Entgegnung -de« Herrnyr. Hjlde«- "chrtWSk, -»eicheZu ^48cht«'MmSache der Rchartionssei» 8»n. Der nachstehende Brief ist freilich nicht »ohne Zorn und Bor» liebe* geschrieben, aber der Zorn ist «in edler» di« Liebe gilt einer guten Sache, der Wissenschaft im Judenthum. Dem llrtheil der Leser greifen wir nicht vor, habe« aber auch keinen Anlaß zu streichen oder zu ändern gefunden. R. Berlin, dm 21. Mai 1871. Die Berliner find bekauutlich die klügftm Leute auf der der Welt. Für solche Häher geartete Wesm nun schickt a sich natürlich nicht fich irgend wie nach fremden nicht Berlinisch» autochthouischen Mustern zu richten. Alle« muß dem ureigenen Berliner Geiste entfprießm. Lieber der gesundm Bernunst ein wmig Zwang anthun denn auf Originalität verzichtm, diese Parole ist besonder« hellig der jüdischm Gemeinde unserer viel gefeiertm Metropole, und sie hat in dm letzt« Jahrm et häufig genug bewiesm, wie gem, ja wie ftmdig fie die Ehre fahr« läßt vernünftig zu sein, wenn fie dafür dm Ruhm eintauscht »zu wandeln auf der rtgmm Spur*. Welche jüdische Gemett.de in der Welt kann fich deffeu rühmm, eine Synagoge zu brfitzm, di« kein Christ, kein Mohamedaner, kein Chinese bei Seite liegm läßt, wenn er nach dm Sehenswürdigkeiten der Residenz sich umschaut, die aber die ungeheuere Mehrzahl der Judm bet Seite lieg« läßt, die fich im GotteShau« zu Andacht und religiöser Grbanung sammeln «oll«? Welch« Gemeind« hat ein« solche Musterkarle von Theoiogm aller Schattlrnngm aufzuweism wie die Berliners Wo tu aller Welt aber als gnade dort ist unter dm verschiedmstm Partei« bet dm Rabbiuerwahlm die« eine die leitende «nd maßgebende Maxim«, mit dem Grwähtt« nicht die eigen« Wünsche z» befriedig», sondern dem Gegner et« Schnippchm zu schlag«? D« Orthodox« znm Trotz wurde Geiger vom Vorstande znm geistlich« Letter der Gemeinde proclamtrt, obgleich 1« Wahrheit die eigentlich« Seel« «nd Letter der Fortschritt»- Bewegung gar nicht so begeistert in die Gciger'schm Zukunft«» »«lodim einstimmtm; dm Freisinnigen zum Trotz wurde vr.HUdell- Wmer, der Lunde«genoffe (?) der obernugarifchm Chrsstdim, nach Mrlio, der Stadt der neunmal filtrirtm Vernunft, berufen, oi>» Wich sich dort nur eine verschwindende Minorität zu seiner religiösen Maxi» und z» Aafichtm bekennt, welche selbst in dm finstersten Dt» in dieser schroff« Fassung niemal« »ater unfern Glaubentichmossm fich autoritativer Geltung erfreut hoben. Allen Lachern Hg^ptz behielt duVerein, der nach dem fstamey zu^bließen ganz besoadei« d» Tute aufsucht, einen Seelsorger, der im Suchen de» Guten so oft aebmher greift. Und diese unglückliche Jagd nach Originalität, diese ängstliche Scheu, nur ja nicht» von aader«woher zu entlehn«, gepaart mit jmer Opposition«- lust, welche selbst die best« und heilsamsten Institute mehr dem Gegner zum Aerzer als fich zu Liebe auftichtet, effmbart fich auch in dm Projekten höherer jüdisch - theologischer Lehranstalten, die fett einiger Zett durch die Berliner Luft schwirrm. In BreSlau blüht schon seit nahezu zwei Jahrzehmten eine theologische Anstalt und erftmt sich zwar recht vieler Angriffe von recht« und link«, so daß fie bald eine Brutstätte de« Mucker» thum«, eine Jesuttm-Anstalt, bald eine seelenvergiftmde Berbretterin de« Unglauben« genannt wird; aber es gilt von ihr da« Wort: .Biel Feind, viel Ehre!* Die Anstalt hat in dir jüdischm Wiffmschast, im jüdischm Leben feste Wurzeln ge» schlagen und gehl ruhig ihren Weg, sicher der Anerkennung, welche jedem ernsten Streben unfehlbar zu Theil wird. Die BreSlauer Lorbeerm haben nun Berlin nicht fchlafm laffm, und da« ist sehr shön;! nicht al« wenn vtt den Berlinern einen guten Schlaf nicht herzlich gönntm, sondern weil wir noch mehr dem Juden» thum gönnm, daß der Wettstreit nach edlm Zielen die Gemstndea wach erhäst; und zuletzt wie die schlechteste Regierung immer noch besser^ ist al» gar keine, so ist auch die schlechteste Hoch schule besser al« lptne. Posfirlich indeß ist e« anzusehen, wie gefliffmt» lich man cjof der Rechtm und Ltnkm bemüht ist so zu thuir, al» existirte das BreSlauer Seminar gar nicht. Auf der Rechten und Linkm» sagen wir; denn natürlich kann in Berlin keine Anstalt gedeih«, welch« die jüdische Wissenschaft rein, unverfälscht, tendenziös ohne nach recht« oder link« zu schiel«, lehrt; Hst un« zu Land« ist die Gefinnnngltüchtigkeit die Haupssache; wer nicht die Refnltnte der Wiffmschast fertig auf Lager hält oder nach de« ParBbedürfnkß zuschnewen kann, über dm zuckt mcm die Achsel« a> über ein« schwach« haltlos« Man» der Mitto, auf

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