Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 18 (8.5.1871)
- Date
- 1871-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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-tt»l aMMMflHiM» 2-Achr««»g„ «ochenUchrifls für die reltgtösm und soriale^ Juterrjlen des Judenthums. BmmmnMtu WHilwr w> HmMptn S» h»U*n her* f M.MW»«,*. KaUrtanDr.t«Wt, In «Mn. ... ■* lifliiiw!■■«!■< JliB i»Whm<ni «Mi dwGaltt«» «tot Wt« «tarn!%•«*. kl M «chl«»1ch» totfftOBbfMa (-»Whi BreÄau, S. Mai 1871. n «* *kv. «■ "w| . Inhalt. 8cH«b«Vtttfllt Dt» Znrscksetznn» b.« JnbiNth»«» l« Deitfchlanb u»d ihr« Ursache». III. Santlot»», «l» «chwsrmert». (Dchkatz.) Vottcht» «w Tmwsdwwonzmi DwÜ>. **•«•"' *VU «M». SmlM» «nhl. Ka|Uuk. Sdrfia. SttMifilt* und «mit^MSchrtcht,«: v«M. Mott». «tmaturbertchi. »aran»«-ül»e. Aaseratr. Me AurSckseh»»- -e» -v-eultz«»» 1« Deatschlantz »ich ihre Prfache«. . M. IW bes dngllRbmt mb bw Anglo-Amerikaue« ist Achtung vor btt 8M<4<oft und bet Bibel vorherrschrnd. Das ,»itr Testament' ,tlt der zroß« Mesnzahl nnbestrtttm fit Gode« Bott rinb Grnnblage des EtzriAruthumö; ha« Judenthn» stejU h,_ iM dies« Anschawmß hervorg^mb« Achttmg. Wem, ^htmnI einflußreiche Kreise sich für die Bekehrung der Juden iuieresfiren und aus die Miffioa enorme Summen verwenden, so lirgt darin kein« Gerlugschätzuug bes Jnbenthnms, man glaubt r iet mehr gerade die Inden, als die Erben aller BerheiHungen, gewinne« zu zu müssen; auch wäre es unbillig, wem, wir die geistlichen und weltliche» Port« und Senilem«, welche an der Spitze der Mts» fionsgefellschasten steh«, für das nichtswürdtge, ränkevolle Treib« ihrer Er«turm, der getanstm Jude«»Missionäre, direer verantwortlich mach« wollt«. Wir erinnern ferner an dt« Ober» und Unter Haus» Verhandlungen über di« E mancipatio« der Judm und au dt« später« über deren Aulaffnng zum Parlament; dir Gegner Hab« ihre »nficht, daß England „ein christliche« Königreich" sei und daß der Eid „aaf d« wahren Glauben eines Ehrist«" bet» behalt« «erd« müsse, vertheidigt, aber ri ist kein k'äukendes Wort gegen das Jndenthum gesproch« worden. Wohl gtebt es auch in England „Rtschns", es ist aber socialer Natur; der englische Sprachgebrauch unterscheidet zwifchm Je« und Hebrew, und die Geringschätzung, welche erfterer Bezeichnung anhastet, hat gar nichts mit der Religion zu thua. Umgekehrt aber betracht« Viel« religiöse, bibelgläubige Engländer d« Hebrew mit einer gewiss« Ehrerbietung, als Kind des „erwählt« Volkes", Sam« Abraham», de« der Segen für alle Zeit« verheiß« Word«. Hätte auch wohl tu Deutschland «in« solch« Glorificirnng des Jndenthum« geschrieb« werd« und d« Beifall des groß« Publikums find« können, wie sie die erst« Romane Disraelis — „M. m iMwiiftumi Ein Gleiche« gilt von b« Anglo-Amerikanern. Bleu» einzelne Beispiele auch nicht« beweis«, so «riüuteru st« dich; wir führ» daher «in solche» an. Kürzlich, so wurde in ainerikonisch« Bhtttem «zählt, kam zu de« Rabbiner Gntnzdurg in Rew- Pork et» anglttanischer Geistlich» mit seinem «wachsene« Soh»; nmn disenttrtr ftenndschasttich üb« religiös» Frag», »nd bau» bat b» Geistlich« d« Rabbi augelegenf ich, ihn und sein« Sei« segu« zu «oll«. Nachdem dies nach manchem Sttäub« und inständigem Vitt« geschehe» war, erklärt« b» Geistlich« bra T'g für bm schönst« seines Hebens, au dem n des Glückes theilhest grword« sei, von eine« Nachkomm« d« Erzvät», einem Sohn» des Volkes, „von dem das Heil komme", gesegnet zu wert«». Dill Blätter haben die Sache mit all« Detail« und Nenmiig Nam« erzählt, so daß an der Wahrhett nicht zu zweifiln bat« 3rft Anu^ka dm West« gezog« war«, uns erzählt, daß die dortige Bmölkerung mit einer fast ehrerbietig« Neugl» die Einwand»» letrachtet habe, und daß allseitig d« Träger» de« Namm» Israel eine höchst wohlwollende Aufnahm« sich» gewesm sei. Wo sich dagegen in dm V»eintgtm Staaten tn d» Politik, im Verkehr, tu d» Presse v. s. w. Judmhaß bemerklich macht, da geht solcher fast ausnahmslos von Deutschen au«! Das Judmthum stößt tn keinem civlltsirtm Lande auf wmig» g»echte Würdigung und auf mehr Geringschätzung als in Deutschland. Die Orthodoxen beharren hi» in alt» Feindschaft und Verachtung, eine Ausnahme bildm nur die wmig« Theologm, welche gründlich« Kenn» d» jüdisch« Literatur sind; «nt» d« Nichtorthodoxm ab» ist die Zahl d» Freunde des Judmthum« kleiner gewordm» als sie früher gewes« ist. In d» eigentlich« Periode d» Aufklärung und mit» dm au« der» selb« überlebmdm steistnnigm Männe« hat es nämlich viele Ehrist« gegebm, Geistliche wie Lai«, welche unverhole» die Wahrhett d» jüdisch« Gotteslehre anerkannt uud gepriesm habe,; auch wtt Hab« noch protestantisch« Geistliche d» alt« Schu'e, nammtttch ursprünglich reformlrte, gekannt, welche bei gegebm» Gelegenhett dm Judm gegmübn aussprachm: „Ihr habt d« wahr« Glaub«." Seitdem ist dem ein« Thetle d» „Freifinnig«" d» Theismu« de« Judmthum« zu „flach", uud ie find« die Mystik d» rigmm Religion, dir sie sich phtlosophstch zmechtlrg«. viel tief» und romantisch»; ein and»» Theü firht lm Jndenthmne um den Pattimlarismn«, die stane Gesetzlichkett, kurz » «led»holl alle dl« banal« Vorwürfe;!>» gröjite TheÜ ab« will von Bibel, Offmbarung, von Religion übixhm«pt gar nicht« mehr wiss« und überschüttet das Judentßum, das Alir Testament, mtt Spott und Zorn, vir glaub« a»f Iris« WVersprnch zu treffen, wen» «tr behaupt«, daß dt» Zahl oerjrntgen, welch« vom Jndmthnm, von «asem