Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 17 (26.4.1871)
- Date
- 1871-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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für die religiösen und loeinleu Interesse« des Jndenthums. VipfCOi |MI KMMfb fett* »tMtqiycfi* 90 «HOoftaMca. dr Mi ^Ntkpaliige PeNtzeVe Ion Rani RrmnwiHiRa Ritillir aad $trautyc6rt Rabbiner Dr. A. IreNenfels in Stettin. Breslau, 26. Iprll 1871. Z» beziehe» durch alt Buchhuudluugru imd Pastaustalt». fmftttätn . Jlat»«ait * m m rlPetttrlcha» Vuch haudlu», (H. «kustchj i» Brr« lau. lkahalt. Leitende ArtEelr Lte Farlcksetzaag de» Aadeatha«» ia Deutschland aad ihre Ursache». □. A»rß Btlmarck »ad dt« Aadea. «itthaaisch» Jaden ia Deatschlaad. geaflUtea: Li« Schwärmerin. (Aartsetzng.) Berichte aad UarrespOadeazni: Leatschtaad: Berlia. «etle. Hambar^ Kraakretch: Jatarile. Poli-ay. tlrtei: «driauopei. Seraetsch» aad aeaestr Nachricht«: eaHus>h. Odcha. Danaslegemh«»«. Bertchttguag, orteskestra. Baeaa^Lipe. Inserate. We -uriicksetzN»- kf Indenth««» ia Deutschland ..uud ihre Drjachr». . f n * " Bet der weiter« Besprechung Misere« Thema« müssen wir elütg» einleitend« Gätze voraulschick«, i» den« wir tber Deutschland hinan«« und über die Begeuwart zurückgreif«. Verkennung, Mißachtung und verläumdung Hab« da« Judmthum von jeher und bei all« Bütte« betroffen. Frag« wir nach de» Ursachen, so kam» und soll nicht j» Abrede gestellt »Ai»-d8K^drche fim'tfrfl ft 1# BksöuderheS und «ig«. chianUchkett de« Zudeuthum» selbst lieg«. Da« Judenthn» hat sich von jeher von all« ander« Religion« nicht «nr anttr» schieden, j»de» e« hat in entschiedene« Gegensatz« zu chn« gestand». Dafür hat e« freilich auch-die Bek«aer der and«» Religion« in ihr« llebazeugungm «nt in ihrem Thuu und Lass» Unbehelligt gckaffm, sich «tt Bekehruugöversuch« irgend welch« Art (von sehr selten« Aulaahm« abgefehm) nicht befaßt; lndeff« hat dies« Umstand leid« nicht genügt, um Ihm anch setnerseitl Ruhe und Anerkmnung zu verschaffen. Da nun von vornherein nicht zn erwart« steht, daß ein Mensch die der seÜtig» entgegengesetzte religiöse Ueberzmgung für ebenso gut od« gar bess« all die seiuige erkläre, so ist Polemtt gegm da» JudeNthum vou Gettm aller Böller und Confesstm»« sehr natürlich. Ab« daSJudenthnm ist so durchweg selbstständig, originell, auf seine« Grundprinzip« wafequmt ««gebaut, daß seine Lehre and sei» Gesetz And«« schw« verständlich und zugänglich find, »ud dich« Umstand verschärfte die Polemik, indem « Mlßver» stäudniß «d Lerkmnung selbst denjeuigm Nichts ud« nahe legte, «elche nicht «tt vorgefaßte« Uebelwoll« m die Benrthlttung herantratm. Zwar erscheint di« Lehre de« Judentchnm« heut zutage höchst einfach, klar, vernünftig; sie ist in Wirklichkeit le- MMoue, AuderSgläubizer bewußt oder «bewußt vollkommm die ihrig« gewordm; ab« auch die« ist nicht von jeh« so go» wes«. Sitte hetdusschm Nation«, sowohl dir ältest«, wie die später«, philosophisch aufgeklärt», hcütku für km jüdisch« Monotcheilmal durchaus 'lein Verständnlß. Sie meint« mtweder, die Judm bet« gar nicht« an» Hab« gar kein« Gott» odtr fie srngm sich üb« da», wa« d« Ach» Gott sei, »tt d« albet ist« Rährch«; da« Gesetz d« Thora war ihm» «ine Thvchettjj chaher sagt Taettn«: »diese« Bott ist de» Aderglaab« zngtthe», d« Rttt^o« feindselig.' Da« Christmthmn in allen sein« Gestalt«gm und Sect» so lange diese auf dem Bod« der eigentlich-christlich« Grund» lehre stand«, erklärte da« Judmthum sein« Lehre nach für abgethan, dal Gesetz all abgeschafft, di« Anhänger desselbm rär der Verba»mniß verfall«, .verabscheumSwerth' «ehr denn tie Held«, well jene sich wtffentlich dem ihn« zuerst verkündet« Hell verschlössen. Die Jud« wiederum erklärt« da« Dogma de» Christenchmul für falsch, rerharrtm bei dem Gesetze — uiie konnte da festchselige Polanik aulbletbm? Und mm dmke mm wird« an di« prinzipiellen Geg«sätze zwischm beid» Nell- AvltM. RSkhonk» «ch Protesiemt« köän» ganz wohl sich ül«r da», best« Gemeinsame verständig« «d bei friedlich« Gesta- »mag von d« Unterscheiduugllehr« absehen; ebenso kaun t«r Ändr sehr wohl dem Christ« erklär«: »vir glaub« beide m eium Gott, dein Glaub« au Christ«» stört mich kein« Augeublick, dir Moralvorschrift« dein« Religion find ganz vortreffli ch, ganz mtt den meinigm gleichbedeutend; so laß unk dmu nicht weiter streiten — «ud so köau« wir'» nicht nur sag«, soudem Ihn» diel ja tagtäglich, bet jebcr Gelegenheit. Der triuitäi«- gläubige Christ ab« vermag nicht diesem Cntgegmkonunm zu entsprechm; sobald ec dem Jud« etoräumm wollte, daß dessm Monotheismus auch zur Seltgkett gmüge, so hat « aufgehiirt Christ (im orthodox« Ginne) zu sein. Muh « da nicht gedräegt iverdm, dal Judmthum, sein« Religion gegmüber, herabznsetzim, überall z» bemängeln, zu veracht« k Da« läge dann fteilich nicht am Jud«thum. Ab« diese« ist ja nicht bloß eine Verneinung de« Trinitätldogmal, wenigst»« ist das wirkliche, fatttfche Judmthum mehr al« die bloße Verneinung, und Jude ist keineswegs d«, der nicht Christ ist — unsere Religion hat da« ganze Leb«, häusliche« und öffentlich,»» eheliche» »od ge»o«bliche«, werk- und festtägigeS, nach seirer eigen« Art gestaltet. Da liegt d« Hauptgrund zur Verkmnung und Mißdeutung. Denn, mtt einem Worte; da« Judmthum will in fein« Beso«d«hett gründlich, eingehend, liebevoll erkannt fei», oder man wird e« verwaf«. Da« Erste ist nicht um viel» (Nichtsud«) zu erwart«; so bleibt da» Sud««. Geh« wir dem» nicht, daß JSraelitm, die nicht als solche, tu Hingebung an chee Religion, «zog« find, fie anch uicht «ehr versteh««» sondern verkenn« »ud in »vichrigen Parti» mißachten? - Wir Hab« bi« dahi» vom orthodox» Christmthn» gesprechen; diese» ist freilich in d» Seiften» in D«tschla«d ni'ht mchv da« herrschende, die Aufklärung hat die Stelluug d« Jud«