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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-19 · 15/16 (19.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
15/16 (19.4.1871)
Date
1871-04-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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-jyx. NÄ lft-l<l. —1871. ’X» AvmettOßeke r.Acheg«mg. Wochen-Schrift für die religiöse« und saeialen Interesse« des Jude«th«ms. ttrscheint jedm vitttwoch. Put» «ierteljährltch X) Stltergrische». fftrMi tectyMOtge fetil**ik tbn bete* Raxm IV»««». VemuMerMcher «rtaftnu «nb HeraeSgeb« Rabbiner Dr. JU Ireimrfets in Stettin. Breslau, 19. Aprll 1871. Zu bezieh«« durch alle vuhhaadlunzeu «nt Pofianftalten. -»rrrattu-Auuatz«« >»»« Schletter'scheu vuchhandlu»- (H. Sketsch) t» Srea lau. Inhalt. Jettende Artikel: Der dentsche Reichstag »ad die Jude». Uusere streunte. Fevillet«»: Di» Schwlrmeri«. (Forts.) Z»« Passah.Fest«. Dir »ach» «« «hei«. (Hebr.) vertchte tmd Aarrespoabeaze»: De«tschla»t: Stettin. Berlin. $antooer. Saowqz«. Schsnlente. laf Ssbdentschland. Oesterreich: Bim. Pest, »sie«: Jerusalem. Bermtschre »t neueste Nachricht»«: Slrttt». Serk«. Franks«» «. St glttttwberg. BaHer». Bfcjfang. Wie». Prap S«ch»sch. Bukarest. RocboKTifau Natize». Jtteratnrsertcht. Kleiner« Schrift«!« stlnzai»« »««er Bücher. »aeanpewStste. Inserate. 1>er deutsche Uetchrtag «ud die -«de«. 0a. Der erste deutsche Reichstag hat fei« Sitzung« de» gönne». <Scho» der Umstand, daß die etuhettltch« Leuttalgewatt auf die größere» Staate» de» Süden« ausgedehnt ist. «eiche sich vom Staben in dp» innere» Einrichtungen sehr wesentlich unterscheide», daß ferner dem deutsche» Sketche Provinze» etuverleibt find, deren berechtigte Eigmthümlichkettm et« sehr schonende Behandlung beanspruche« — schon dieser Umstand «fob dem Reichstage dt» Signatur einer vollständig »enen Schöpfung geh», und es «ird sich um nichts Geringeres handeln, als eine feste und sichere Basis zu gewinnen, auf der sich der innere Ausbau aller Verhältnisse vollziehen soll. Was bet dieser Grundlegung versehe» tub verfehlt wird, das wird sich bet der ferneren suchest bttter röche» und sehr schwer »vteder gut mache» lasten; die Volksvertreter habe» darum dieses Mal urtt doppelter Sorgfalt zu wache», daß die allgemein« Interest« bet der Neugestaltung der Dinge lein« Sch ad« erieidyu Wir schick« diese»allgemein« Bemerkung« voraus, um damtt aus die hohe Wichtigkeit hinzurvetsm, welche der Reichstag auch für die Entwickelung der jüdisch« Angelegenheit« hat. Die Stellung der Jud« ist innerhalb der Reichsgrenzr eine' sehr verschiedene. Während tu Preuß« da» Judenthum als solches »och keine staatlich« Anerkennung gesund« hat, find jenseits der llkainltnie (und in Hannover» Heffen und Rasta«. Red.) die Eultukangelegmheitm unserer Glaubensgenossen schon von Seit« des Staates geregest, und in Maß und Lothringen hat bisher »nsere Religiou die vollständige Gleichstellung mit dm übrig« lHonfesfion« gmoffm. Der Reichstag ist dazu beruf«, dem ganz« Staatsweseu eine einheitliche Gestaltung auf die Dan« zu gebm; wir Mff« Schritte thun. daß er seine Arbett auch aus die einheitliche Regelung der jüdisch« Angelegenheiten, natürlich in einem »ns günstig« Sinne; ausdehnt. Ein« Feststellung einheitlicher Stamm »vstd sich schon nach dem Grundcharakter der nmm Schöpfung früher oder später als nothwendig erweisen» doch späterhin «erd« sich die Dinge in derselba Lahn bewegen« welche sie während der nächst« Zeit einschlagm, und auf unabsehbare Schwierigkeit« würdm wir stoßen, wollt« »vir sie dann in ein andere« Bette leiten. Freilich etwas Ganzes »ud Lollständiges dürfm wir in der bevorstehend» Legislaturperiode nicht erwarte». Der gordisch« Knotm verwickelter Zustände wird nur auf einmal gelöst, wenn da» Schwerdt diese Arbeit übernimmt; in dm inner« Angelegenheiten, wo d« Gewalt kein Spielraum gewährt ist, vollzieht sich die Löfuüg Vorgefundener S-bwttrigkettm nur langst« und allmählich. Hier kommt es lediglich darauf an, dm Zeitpunkt gut zu benutz«, der am meist« Erfolg verspricht. Und welcher Zeitpunkt kann «nS günstiger komm«? Roch ist in frischer Erinnerung die Opferfreudigkett, in der während teS Kriege« unsere Glaubeusgmostm im Felde wie in der Heimcith mit dm christlich« Staatsbürgern gewettetfert Hab«. Während e« jetzt schwer fall« dürfte «nt die Früchte zu versag«, die wir Hab« zeitig« helfe«, brächte et» längere« Zöge« unsere Leistung« in Bergeffmhett und rückte unsere Ziele in eine »rite Feme. — Günstig ist uns die gegenwärtige Zeit» »veil die innere Arbeit erst bezinitt; ist sie erst fertig und abgefchloffm, dann dürft« wir lange an der Pforte pochen. Woklan d«nl Trerm »vir sofort muthvoll für unser Recht rin, damtt wir nicht ton Neuem die bitter« Ersahmngen mach«, die uns nach l*n Freiheitskrieg« nicht erspart blieb«. Wenn wtt unsere Wünsche off« aussprech«, so wttd uns doch nicht (wie d« Katholik« gegenüber geschieh») der Borwarf treffm, daß wtt an dtt politischen und sociale» Berhältniffe tat Maßstab religiöser Austastung« leg«. Währmd da« Ziel der Katholik« jenseits der deutsch« Grenzmark« liegt, währmd sie nicht« andere« anstreb« als dtt Wiedereinsetzung ihres kirchlich« Oberhauptes in einem ganz ftemdm Lande, find unsere Wünsche nm auf vollständige Gleichstellung unserer Glaubensgenossen, <mf ein« staatliche Anerkennung unserer Religion im deutsch« Reiche gerichtet. Wtt werdm nicht da» Odium von Sonderbestrebuugm . auf «ns lad«; wtt find im Gegmtheil so gestellt, daß unser Interesse zugleich da« allgemeine Interesse aller Freunde des Liberalismus ist, daß dttjenig« e« mit den liberal« Idem nicht ernst mein«, dtt eine Zurücksetzung der Jud« mtt Gleichgültigkett bettacht«. Vollständige Gleichberechtigung aller Eonfesficnm und ihrer Bekmner — darin allein gipfeln unsere Bestrebungen und hierbei Ist uns dtt Unterstützung der liberal« Lolksvertnter sich«. Auf jedm Fall muß die Sache kräftiger als bisher 1» die Hand geuommm werden, dtt bezüglich« Bestrebung« »ach eirm» iauz andern Maßstabe erfolgen, al» es in d« früher« pttsa» mmtartschm Bersauuulung« gescheh« ist. Li» jetzt Hab« ttc zufällige Ereignisse, vereinzelte Anlässe die jüdisch« Abgeordneten, namentlich dm wacker« Kosch, bestimmt, vorhandene Mißstlnde

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