Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 13 (29.3.1871)
- Date
- 1871-03-29
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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snflcs jsfort entwaffnet, In einigen Punkt« stieß«'dis Ist» Hürden auf heftig« Widerstand, doch gelang eS ihr« eifrig« Demtymtg« allbalb, ba Aufstand gleich zn unterdrücken. Vermischte Md neueste Nachrichtm. Berlin, 28. März. Der Minister de« Zone« hat tm Verfolge der früher von ihm getroffm« Fürsorge eine Verfügung «lassen, nach welcher die jüdisch« Gefangen« in solche Anstalt« -u bring« find, wo ihn« die Abhaltung eine« Sabbat-Gottesdienste« möglich ist. (Licht Ztg.) Astrif». Herr Dr. Nenbürger, Sohn de» Lehrer« Neu« bürgen au« Oettkng«, ein Zögling de« Lre«lauer Seminar«, der etwa« Tüchtige« erlernt hat, wurde Substitut de« Hem» Rabbiner« Dr. Löwy in Fürth. Der junge Mann wirb einmal eine Rabbiuetstelle würdig ausfüll«. (g»r. gehr.) Pckki«. Wie «kr erahnt Hab«, lieg« nn« über die Zustünde d<r jüdisch« Bevölkerung in Part« währmd der Belag» rung Berichte in d« Heft« de« »Untv. Air.' und tu einem Briefe »rn Ilb. Eohn an »Je«. Ehr.' vor. Such »Hamaggid* hat einen kurz« Bericht de« greis« Gelehrt« v. Soldberg in Part«. Der Letztere schreibt: »Ich brauche unsere Lage nicht gn schtldo«, ui»« da« Buch Jtrmejah und deff« Klagelieder, lte« und setze überall statt Zion und Jerusalem Part«. E« ist kein zu viel.« Großartig, über alle« Lob erhab« zeigte sich die ISohlthätigkeit der Pariser Jnd« geg« Glaubm«genoff« und Christ«. Wir müff« e» uns versagen, an« der langen' Eiste Auszüge zu gebm — e« ist ja alle« in einem Buche ausgeschrieben, welche« alle Zeitung« und Bücher der Welt überdauert. Gehr zahlreich find auch die Ehren- und Vertrauensposten, Cfrnranung« und Au«zetchmmg«, welche JSraelitm erlangt Hab«, viele« wird über ihren Patriotismus und ihre Hin- - Hebung l»erichtet. Wir übergeh« auch da« und beschränk« uu« aus efaife Notiz«. Die neuerbaute Synagoge der rn« de ln ▼ictoire hatte auf rn eingeweiht «erd« sollen, fie wurde statt deff« alt Fourage»Magazin benutzt. Die Stadt hatte fie erbaut unt> fie war noch nngeweiht, setzt »U. Jtr* hinzu. Die Blätter wies« darauf hin, daß die Israelit« am BersöhuungStage freiMig 24 Stund« fast«, und ruf« der Bevölkerung zu, fich zu fteudiger Entsagung daran ein Beispiel zu uehm«! 120 Bett« für verwundete jüdische Soldat« warm im israelitisch« H ospttal reservtrt und meist immer belegt. Der Gottesdimst ist ununterbroch« Abend« und Morgens in d« Synagog« geijaltm »vordm, auch während de« Bombardement». Lulab und Esri'g warm nicht zu haben; sonst wurdm, wie Alb. Eohn schreibt, alle religiös« Eeremontm treu bewahrt, »llniv. 3«r.* sagt, md>r ironisch: Dir find sehr rckigiöS, niemand'geht mehr an4 deü» On\ Fleisch und Milch werden nicht zusamm« und Inste« gar nicht genoss«, die meist« Läden find jetzt amSabbat geschlossen. — 2000 Porttonm Koscher-Fletsch wurden täglich «»gegeben, so lange e» Fleisch gab. Der Tod hielt eine entsetzliche lkrndte, tu der letzt« Januar-Woche starb« 41 Israeliten, so viel wie sonst etwa in eine« Monat. Sobald die Stadt geöffnet war, suchte «an für Mazzoth zu sorg«, fie werdm sehr theuer und kaum noch tu Genüge zu beschaff« sein. In die National-Versammlung find drei Israelit« gewähtt: Javal, Lüon, Nrguet. Lorgefchlag« für Part« war Lövy-Virg; da« Manifest, welches zu Gunst« sein« Eondidatur angeschlagen »var, hol die Mgmfchast desselben als Jsrneltt hervor, seine DMgkeit als Verwalter israelitischer Anstalt«, die Ghr«- Lmter, ueichs ihm die israelitische Gemeinde Übertrag« habe. (Sieht rnseru Leitartikel!) Zu» erst« Mal, sagt »yutv. Jsr.'» mchebt eia Israelit, indem er fich an da« allgemeine Stimmrecht »endet, stet und hoch da» israelittsche Banner. Die Wahl war >jß eilig improvifirt, sie ging nicht durch, aber L. v. hat ein« wahr» Ktddusch-Hafche» breitet* — Noch zwei Anekdoten aus de» »Gaulois*. Die erste in Fort Nosny niederfallende Bombe platzt in der Stube dr« Unter-Intendant« Morse. Glücklich«» weise unverletzt tri.lt er mit einem derb« Sprmgstücke unter die zusammmlauftnd« Mannschaft«: »Meine Stube ist allerdings unbewohnbar gewordm,* weiter sagte er nicht«. Desselben Tag« zerschlägt eine Granate ein« Kaffeesack. »Heda,* ruft der Com- Mandant Fould, »die Prmhm find so freundlich uns dm Kaffee zu mahl«!* Die bekannte Rede Alb. Cohn'« wird von ihm in einer Zuschrift an dm »Gaulois* berichtigt. Wir geben die Stelle tm nächst« vlolte und schließ« hat mtt den Schlußwort« de« Briefe« de« Gmountm: »Wir haben viele liebe Frmnde und viel Bermizm verloren, aber wir habm dm Muth in unsem Arbeit« auf d,un Gebiete der Religion und der Aufklärung nicht verloren. Die Welt bedarf mehr dmn7je der wahr« Prtneipim der Pietät und Humanität, der endliche Sieg der Humanität und Civilis»- tton kann niemals zweifelhaft sein. Wir wollm arbeitm, v»tr wollm hoffen, «Ir «oll« uns reinig« und werdm uns dmm wieder erheb«.* Literaturbericht. Anunijn. Hebräische Elegie auf dm Tod de» königl. ungarisch« Cultu»- und Unterrichts-Ministers Baron Josef Eötvös, von Simon Bacher; nebst deutscher Uebersetzung von vr. Wilhelm Bacher. Ofen. 1871. «n klasstsch» schöne«, tief eupfnabenc» Xranerfiefe. das de» takcalm M Unsterblichen Kämpf er« n» Freiheit a» «echt »er Israelit» Ungarn» gerechte Warte der Würdigung zollt. Die sprachgewandte deutsche UebertraKwg des Lahnes »es bekannten stplgewanbten Hebraist» reiht sich de« Originale «tirdig an. Die Elegie ««de mit Snbdentian der Pester itrielitisch» Gemeinde gebrockt; »er halbe «etnertra, ist de» Stipendiensar d« sär arme t»raeiitische Gtubireude gewidmet gedensall» zeigt diese» Lranerliw, »atz da» „veraischenangswerthe" Volk der Jnd« dankbare «rinnernng bewahrt eine» Lnltnlminister, der e» nicht tgnmitt, und wenn auch nicht „christlich", s» dach „menschlich" behandelt Die Verbreitung diese» Liede» dürste zweckmäßig sein._—1— Herr Kirchheim in Franksnrt a. Vt ersucht nn» P» erkläre», daß der Artikel aber Wet «trd. nicht Mit ihm herrühre. Geschieht hiermit <«ed.) Eatgegm»«-. Unter d« vermischten Nachricht« in Nr. 10 d. Bl. ist eine Korrespondenz au« Berlin «thaltm, welche bat Zuspätkommm de« Her« Dr. 8t zu erklär« resp. zu «tschuldig« bezweckt Auch ich habe nie daran gezweifelt, daß nut die gewichtizstm Grürde Her« vr. R. abgehaltm haben, dem an ihn ergänz«« Rufe Folge zu leist«, und würde kein« Anlaß zu einer Entgegnung gesund« haben, wenn nicht der Herr Correspondent im Em» gange ein von mir berichtetes Factum al« Phantafiegebilde behandelt hätte. Ich wiederhole nochmal«: da» durch das CultuSmimfterium herbeigeführte Spätkommm de« vr. Blummstein und meiner hat unangmehm berührt — und mußte ich mit Dm> legxug de« Sachverhalte« mich mehrfach de«weg« vertheidig«. Daß an der Sache und unserer Person dm Herr« nicht besonder« gelegm fei, braucht der Herr au« Berlin nicht erst mtt Aufbietang seine« Witze» klar zu leg«, aber daran ist dort geleg en, daß. di» w die Militärbehörde gelangten Befehle auch, und zn»ar prompt zur Ausführung gelangen. vr. Lew in. Briefs»-« der »edaettou. He. UM. XmIci. Ihre Zuschriften in hebe, «paache gan, «manscht. Nrr »btr n» »entüchere Schrift der» «haraküre, an sich «aas »an tun bei «S stdKchm abweichend, bmch die Zrjammenziehnngen da» Les» s-hr zeitraubend nmchen. Das „Echo" erhaüeich nicht ,