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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-03-29 · 13 (29.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
13 (29.3.1871)
Date
1871-03-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JiÄ IS—1871* n'.i 2. Jahrgang* für die religiöse« und sociale« J«teresse« des Judenthums. Lrscheiut jeden Mittwoch. Preis vierteljährlich 20 Silbergrojchen. 9«fMtmHeM«c B» Me breiipaltige Petilzeile ober bereu Kaum verautwortlicher Kebaheur nnb Herausgeber Rabbiner Dr. A. Ireuenfels in Stettin. Breslau, 29. März 1871. Zu beziehen burch alle Luchhanblungen nab Postanstalten. -»(braten-Annahme t» »er Schien Nachen vnchhaabknng (H. Skutsch) in vreslan. Inhalt. LeiteubeArtikel: Die Zurücksetzung be» Iubenthuw» in Deutschlaub nnb ihre Ursachen. I. (Schluß.) Der «ntheil bet beuticheu Jubeu au be» «riege von 1870—1871. FeuiTetou: Die Schwärmerin. (Forts.) Berichte u. Lorrespoubeuzeu: Dentschlanb: Stettin, «ln. Oesterreich: Wien, «umäuien: verlad, «srika: «lgier. Bermischee und neueste Nachrichten: Berlin. Filrch. Pari», stiteraturstertcht. Gnt-egunuU. lvelefkasten ber Aebarttou. Saeauzeu-Ltste. Zuserate. WG^ An »»sere Kerre» A5omre«te«! ,. Mit Rr. 14 beginnt das zweite Quartal der * ' Jsraelittsche« Wschesschrist. Um Störungen in der Expüfitiock zu vermeiden, bitte« um schnellste Erneuerung der Wonmmentt bei den betreffenden Postanstattm und Buchhandlungen. _ lailMbbM (iL C|stf|), Die -uriicksetzuug k« -udeuttz»»» i« Deutschtau» und ihre Drsuche«. i. (Schluß.) -Wir haben zuerst da» Verhaltm der den StantSdieust suchenden oder in denselben gelangten Israeliten betracht,«; die Zahl der» selbes ist «och sehr klein, aber die Bedeutung erseht die Quantität Sie haben vielfach da» Jndenthnm geschädigt. ' Wen dasselbe thun nun Lausende von Privatleuten, welche äber rll, wo eine Collision zwischen jüdischer Religion und bürger» lichem, gewerbliche« oder gesellige« Leben entsteht, da» Judenthnni znricktreten lasten. Man beeilt sich vielfach förmlich zn erkeunen zn geben: an unsere Religion braucht ihr euch nicht zn Binnen, wir legen auf sie kein Gewicht. >n» einer übergjwß« Menge von Beispielen nehnen wir «a» nn» zunächst -* ei«. *.-- CwfOn fniiM. Bor Zetten waren den Inden in Frankfurt a. M. und wohl anch an andern Plästm gewiffe Rücksichten für den Wechselverkehr an »Sonnabenden und Feiertagen zngestanden —ob rechtlich oder nsanwmäßtg. Ist nn« nicht bekannt >1» 1844 da« deutsche Sschstlrecht entstand, versuchten einige Frankfurter Häuser diese »seichternngen der Sabbatfeter zu retten — e» wäre wohl zn mAfim »wesen — wer hat e» hintertriebenf Indenk »La« hl im», et Haute bet 9moMjipstion ftabml* Lieder ist«» ein anderer platz bekannt an de« vor einigen Jahr« dse Börsen« Vrdiwarevidtrt wnrde;, eini» gaachiete jüdische Geschäftsleute smdey« »Wiste Rücksicht«, Fristen, n. der^. nnr für Rasch« chaschana. Ester hat da»»n gesprochen» Sech«! — »l» vor Met Jahren der Sndoneid in Pmchm abgeschaßt wnrde, war im Gesetzentwürfe der - 31S der A. G.«O., nach welchem die Juden am Sabbat rc. mit Eideilletstung verschont werden sollen, beibehalten. Wer ihn nachher gestrichen hat, wissen wir nicht Haben die Herr« Kosch und Linker etwa dafür gesprochen, ihn beizubehalten, da doch erklärlich zehMauseude von Iudm entweder Gewissenszwang oder Nachtheile erdulden, «eim ihnen ein Ctdertecmtn auf Sonnabend aoderaumt wird» Da» Gesetz kam damal» sehr schnell zu Stande, e» handelte sich de lege lata. Ich versuch« damal», da die Sache nur dem ‘ gaben Wiüä der Richter auhotmgegeb« war; einen Schritt bei dem Chef der Provtnzialgertchte Da» Gesetz, sagte ich, nimmt mit der einen Hand, während es mit der andern girbt; warum soll der Jude an seinen Feiertagen vor Gericht erscheinen mästen, während der Christ frei bleibt» Die Sache ist sa leicht zu machen. — Mein Gegenüber erwiderte: Aber ich sehe ja Ihre Glaubensgenossen jeden Sonnabend in ihren GefchäftSükalen stehen, da können fie ja auch zum Termin gehen. Wo,» ich darauf geantwortet habe, gehört nicht hierher; bemerkt muh aber werden, daß der Einwand kein Borwand war. Der Herr, mit dem ich mich unterhielt, ist ein Mann der altliberalen Schule, al» vorortheÜSlo» und steifinnig hochgeehrt. Ein aoderma! galt e» bei einem Hauptmanne Lesteiung der jüdischen Handwerker seiner Compagnie von Sonnabnd»« Arbeit zu erwirken. Hier lautete die Antwort etwa» militärischer: Gehen Sie mir mit Ihren Soldaten, fie lüge« Ihnen etwa» vor, faullenzeu wollen die St—; fie rauchen ja doch auch am Sonnabend, da» dürfen fie ja auch nicht. Da» klingt wie Pharao'» Wort — aber »er trägt die Schuld? Da ist ferner während de» Kriege» an hundert Orten für die Lazarethe in Frauenvereinen Mäht worden. Biele Jüdinnen find — natürlich — auch a« Sonnabend zum »Nähen' gegangen. La» denken wohl die christlichen Damen darüber» Sind fie stow«, so sprechen sie: diese Linden haben gar keine Religion: sind fie freisinnig, so nähen fie z» Haufe am Sonntag auch, der Verein aber ist Sonntag» geschlcffen, denn »da» schickt sich nicht' — also: die Jüdinnen wissen nicht, wa» sich schickt. Oder man sagt sich unter einander: »Mir sollen »erzeffen, daß sie Inden ffaib, darum kommen fie auch an Echadde»." Graß ist der selbftverschnllwte Uebelstand in den Schulen. Würden alle jüdisch« Schüler m Sonnabend nicht schreiben so würde bet vielen Dtrertomn ei» gMe-Wor» eine gut» Statt! finden, man würde die Stnnd« so, legen, daß am Sonnabend

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