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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-03-22 · 12 (22.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
12 (22.3.1871)
Date
1871-03-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MM t* — ÄS. "if"’’»1 MmeMikeKe L^Achr««»s. fir dir religiSse« und sociale« Interessen des Judenthums. E^chedü lrdea ÄUtwvch. fni» vimwljlhtttch 90 CHOergattm. |ifiril)M|<H|r fti Ml brrttzxUtiHe Petitznl» «bei bm* «an IV»««*. BermtworNicher Ktbattmr anb H«rm»-»bkr Rabbiner vr. A. -reAtttfet» in Stettin. Breslau, S^März 1871. Z» betzieh» bnrch al» Bnchhmblna§»a mb Poftanftalten. t» kt «chletter'schm «nchhrnblNa, (H. «ntsch) in vretlrn. -»halt. Lettende Artlkel: Di» Znr«ckf»tznng be» Inbenttzn» ln Dentschtaab anb ihr» Ursachen. «r«»s» zar Schnlsr.,-». IV. UeukNetnn: Dt« Echwlrmrrin. (Forts.) Z»it,«M»t«» rran»pUr«nt »»bich«. lvertchte und Lorrrsponbenzen: Dentschtaab: Stettw. Beeün. Eerün. CIln. kyck. veßerretch: Wien. «o» Ua^rn. Nn»l«nb: ««schm. v«r»ischre »ab nmeffe Rachrtchtm: SeipM. «ata» Prag. Gaatz. Pest. ««schm. «mfimNmpri. ««bm»rtla.Frmkrrich. Ltteratmteeicht. Offen» Anfkn,». Vriestnsten b. Expeb. Vaenn^n-Liffe. Inserate. WM- A» «rser?BWf» AH»««e»te»r -WW , Mit Nr. 14 beginnt das -«»rite Ovartal der Jsrselitische« Wsche»schrist. y« Störungen in der Expedition zu vermeiden, bitte« um schnellste Erneuerung der Abonnements bet den betreffenden Postanstaltm imd Buchhandlungen. Breila«. Die Fchfssttirisch» Unch-andf««! (Jft jEJhrtfif) Die -mckcksetzu»- de» Audenttzu«, in Deulschland nud ihre Drsncheu. i. „Wir stnb vor Dir i» n»s«rrr Schnw." «sr.», IS. Neuere Sreignifle habe« un« verhindett» die Forstetzunz de» Lettarttkel» »Die Judm i« Deutschland und in den anderen Eulturstaaten' (9tic. 8) zu geben. E» ist Zeit, daß wir unser versprechen lösen und die Krage zu beantworte« suchen, warum wir 1« Deutschland schlechter gestellt sind als in den übrigen Eulturstaaten. ' Die Schuld liegt nicht am Mangel an Bildung, nicht an der fittlichen Haltung der deutschen Juden. Liegt fie denn am deutsche« Volke? Luch da» kann nicht behauptet werden. Au Bildung, Aufklärung, Humanität stehen die Deutschen ficherlich nichs häter andern Nationen zurück. Sir haben ln Deutschland, Dan? der bi» in die unterste« Schichte» der Gesellschaft reichen» dm Schulbildung und der vorwiegend liberalen, vielfach religiösindifferenten, wenigst««» von Kanati»mu» freien Denk» und Sn» schauung»weise, wenig von rohe« S«»brüchen de» Judenhgfle» zu ftkchten; wir können ferner un» der Hoffnung hingeben, daß da», wa« wir mühevoll, Schritt für Schritt, ja im Schnecken» gauge, errungen habe«, nicht wieder verloren, auf die Dauer verloren gehen kann, während z. 8. in Oesterreich im N« da» Eovcordat und die kaum befeittgteu Zustände wieder hergestellt «erde« könne». So fanatisch, geradezu blutdürstig, wie «och kurz vor de« Kriege in Frankreich, ist im protestantischen Deutschland schon lange nicht «ehr gegen Juden geschrieben worden; wir haben ferner hier tu den letzten Monate» die Erfahrung! gemacht, daß Franzosen, al» Jnl'ivlduev, nicht weniger juden» feindlich find, al» Deutsche, und wir könnten darüber drastische Beispiele erzählen. Desgleichen sagte un» ein de« gebildeten Ständen angehöriger Protestant au» dem Elsaß: »in Frankreich kommt bei Snstellungen und Beförderungen auch erst dreimal der Katholik, dann erst dee Protestant und der Jude' — aber gesetzlich, politisch, ist die Recht»stell««g eine ganz andere. Warum? Die Frage nach den Quellen de» »Rischu»' ist sehr oft besprochen worden; wir wiffm nicht» Neue» darüber vorzubringen. Skr wolle« auch, wie die Uebrrschrift zeigt, von ■ A«t 3«rä<S4>«!g de» Judeuthum» (nicht der Juden) reden. Und nun verweisen wir auf den Vorgesetzte». Bibelspruch. E» ist in der Lhai notzlo», besonder» in einem für Juden geschriebene» Blatte, die Schuld Anderer aufzusuchen; e» ist der Lehre unserer Religion, r» ist der Moral und der Vernunft angemeffen, die eigene Schuld zu prüfen. Sprechen wir darüber »ohne Zorn, .. aber auch ohne Vorliebe', oh» e Beschönigung und falsch« Schonung. * »Nicht «in», nicht zwei Dinge' haben wir anzuführen, so«, der« viele» und mancherlei, doch läßt sich alle» in'einen Satz znsammenfaffen: Wie sollen Andere da» Judenthum achten, wenn Tausende unter un» selbst e» an Achtung vor ihm fehl« lasten? Seit sechzig, achtzig Jahrm ist um Errin^mg bürgerlicher und staatsbürgerlicher Recht« für Juden gekämpft werden; für da» Judenthum hat man wesentlich nicht» verlangt. Mußte da» nicht die Christen, Regierende und Regiert«, auf die Idee bringen, daß un» am Judeuthum wenig gelegen sei, daß wir in Beziehung auf diese» mit dem Bestehenden zufrieden seien? Konnte man nicht auf den Gedanken kommen: Ihr verlangt nur persönliche und sachliche Rechte — wenn auch gebührende, setzten die Liberalen hinzu — aber doch immer nur materielle; um die Religion ist e» euch nicht zu thun? Man kämpfte für die Anstellung»fähigkeit. Allerding» handelte e» sich um ein Princip. und e» war somit Sache , aller Juden (und aller liberal Gestnuten) dafür einzutreten, wenn einen ein» zelnen Inden, iveil er ein Jude, Anstellung oder Beförderung versagt wurde. Aber »venn e» nun durchgesetzt war, hatte da« Judenthum dabei etwa» gewonnen?! Hat der Mann gesagt: »Ich verlange angestellt zu werden, aber mein Religion»gesetz will ich dabei beobachten, so gut wie dem katholischen Staat»» dimer die» in vollem Maaße zugestandm wird?' Oder wmn man zu einem jüdischm Juristm, Philologm u. s. w. gesagt hätte: »Sir wollm dir ein Amt geben, wirst du aber auch am Sonn»

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