Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 10 (8.3.1871)
- Date
- 1871-03-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Wt 1».— «7t 9 IfilliilHil Wochm*Schrtft für die religiösen «nd foctatdk Interessen des Judenthums. IrfcheiM jw« DkiMvsch. Pnt» »tertestLhklich A) Sübergrofth«. fb Mc knifHttifl* Petttzeile «der der» IN«« I'/, «»r. vt HLi Moo rrü chrr IlMiDmr «ld Heraol^'ber Rabbiner vr. A. IrDienfets in Stettin. Breslau, 8. Hlärz 1871. Zu bezieh«; durch all« Buchhaadlim-ru und Pastaustaltru. Schlrttkr'scheu Buchha^lteug (H. Skutsch) iu Brtilall. Auhalt Letteude ArtUel: «achtr«,liche» «b,r de» «»»slß»»tal.«rlaz M«ch richte» »»» Krtegdschmrplatz«. Feuillet,»: »iu« Friedr,«frier i» der Ey»a-o-e. >« Jahreltag; der «chlachj »et Belle.Ullieuc«. verichte «»d «orrefponder,»: Deutschla»d: Bnü». «lttem. Hamburg. Vtrudal. Oesterreich; 9o* Mt asten» Daumt BktarifdjU u»d »«»rste stlachrtchteu: Berlin. Men. Paiaut». Nol- WWW ptAwCtKy« cORVM. KPCMflKttU« DIUIM|flL PlU>|IWipp )|KlCtlYr. 1 ' Uechträgiiche, wer k« Ssufistorial-Erlaß. ■' •> > tttr, haben eine ganze Reihe von Bemerkung«« Vorschläge» und Eutzoguungm in Beziehung auf den gmüglwd bekannten Erlach «halt«. Urberdte» hat. hie gesammte liberrle Presse ihn zurückzewtef» und hie belmmt» Wochmherold« der Satyr« Hab» ihn »verarbeitet*.. Widerleg»»- unferersett» ist tu der Khat eutbehrltch, .Die.von «ch verfaßte -»spräche ist gut aus» tea» ach>yd»ckt »ctat Wir ged« iudeffeu uo«h einig« Au»' zch-r an» etuzelu« un» etugesmdetm Schriftstück«. 2. »Ihr jüngst«, eb» so wahr« att zettgemiißer Leitartikel (iu .R^ 8) üb« die Juden tu Deutschland erhält eine eigmthüm» ltch« Illustration durch d« Erlaß de» Brandenburgisch« Eon. fistort»«». M« traut sein« -ugm kaum, wenn man sieht» wie eine staatlich« Behörde — denn eine solch« ist doch da» Conststo» rtmnuud »och «ehr der Ober-Kircheurath — sich nicht mtblödet, offietell zu eine« -uftreten von der Kanzel aufjjufordern, da» (««NN UN» nicht Alle» trügt) dem Strafgesetzbuch weg« Er. reguug von Haß und Verachtung geg« anerkannte Religion». Gesellschaften verfällt. Welche»' Gefühl dies« Erlaß in dem Herz» jede» Juten Hervorruf» muß, davon giebi: nachstehende» Schreibe» eine» jung» jüdisch» Referendariut ein beredte» ü«»g>Uß: »Dies« Erlaß muß einem jedm Jud» beim 8es» di« Aoruetzröthe tu» Gesicht treib«. E» ist eine «nechörte veleidt. guug, di« «n» tu» Angesicht gewors» wird. Man unterschiebt UN» uud »ns»« Religio» ein« Gesinnung, die dm offmkundtg. st» Thatsach» widerspricht. Wo geschieht ein UnMck, daß nicht Jud« rintret» und bemüht find, di« Lhrän» ter Betroffen», ob Ehrtst, ob Jude, zu trocknen, -nne christlich« Gemeind», dt« Ktrch« oder Schul» bau» «olleu, wenden sich an wohl, habend« Jud», und seit« bleib« sie «ubescheakt. Die werk- IHLttge Liebe, ohne -nsehm d« Person, ist bet mw iu Wahrheit et» religiöse» Priuctp.' nstst d« Vorwurf, der un» gemacht wird, iuuerlich unbegründet, so verstößt die Form, in der «an B wagt ihn au»« zusproch», g«ß» die oberst» Grundsjh« uusrrer staatlich» und gesellschafüich» Ordnuug.« »LRr find ein« verf«ffung»«tßtg al» gleich berechtigt auev» kannte Religtonsgeseilschaft. E» darf d« Bchörl« «in« and«» Konfession nicht da» Recht zugestande» ««dm diejenigen zu schmähen, welche zu ein« Eonfesstcu übertret», welche d« Staat al» gleichstehend anerkennt.' »Da« Wort von d« Kanzel herab, umgebm von dem ganze»; Rimbu» geistlich« Würde, geht tief« m» irgmd eine andere Red« «nd ist geeignet in der Brust de» Miadergebildetea, deffm Wegweis« im Handeln mehr da» Gefühl al» klare» D»ken ist, Haß und stanatidmu» zu entzünd» uud da» friedlich« Zusammen» »Dem «nß vorgebeugt werden. Wir müssen an «nsnem Theile thu», «a» «-glich ist, darrst d« Erlaß casstrt, die Be» h-rd« zur B«antwort»»g gezogm w«d«.' — M. R.-»Die ,Dolk»»Z«!st«ug' fordert in einem geistvoll» Leitartikel vom 7. d. M. dt; Jud» der Provinz Brand», bürg, geg» die sich d« Erlaß zunächst wendet, zu einem Pro» teste ans. Ein solch«, ziemlich harmlos«, von dem Berliner Vorstände ist auch b«eit» «schier» (s. Eorresp. B«ltn im heut. Bl. Red.) Die Sache ist für Jod» all«ding» etwa» heikel, «eil man durch jed» Protest den Schein e«egm könnte, al» ob die geg» Abtrünnige von d« Protest. Kirche g«ichtete Maßregel un» ein A«g«niß wäre, »ährmd wir ja keine Proselytm mach» woll», und nur in d« Weise, wie in d« Begründung jm« Maßregel vom Judeathum g«edet wird, da» A«g«. niß liegt. »Doch hör» wir» wie im christlich» Lag« selbst üb« dies» Erlaß geurtheilt wstd. Eine bedeutende Stimme, di« .Pro» testantische Kirchm-Zettung', läßt sich im Leitartikel vom 18. Fe» knurr darüb« uut« And«rm wie folgt, vernehmm: »Gesteh» wir e» nur, wst find in Betreff diese» Erlaffe» nicht ohne Bedenken. Die hohe Behörde «wartet von dem geg» Abtrünnige beim Gottesdienst in Anwendung zu bringend» Formular, ,daß d« sich hstrbei kundgebende heilige Ernst zur Stärkung de» Gemetndebewußtseiu» und zur Förd«ung christ» ltch« «ud kirchlich« Treu« gereich« und And«e von einem solch» v«absche«ung»werthm Schritt (dem llebntrttt zu« Juden» thu«) zurückhalt» ««de.' Un» will e» scheinen, weuu l.a» di« wirklich» Mittel find, welch« christliche «ad kstchltchr Tr»e be» fördern, al» dürft» wir dar» bald umsonst nach dies« Lugmd suche». Uud wmn wir hi« nur da» Gegengift zu sehm habe», um Aad«e von solche« v«abscheuuag»w«1hm Schritt zurück» zuhalt», dam» dürft» »vir bald recht viel« Beschneid»»-« vo« Ehrtst« erlebe». Ja, «u» »Ul e» bedüak», al» ob eintreteu»