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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-03-01 · 9 (1.3.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
9 (1.3.1871)
Date
1871-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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* m s.- 187t in;r. ff- - 1 S. Jahrgang. Pr religiös^ mtt.frtiitleti Interessen des Judenthums. Irscheiut jede» Mittwoch. BfrPüwortlich« Nedatlwr «md Henutsgeber Zu beziehen durch P«i» «erteljLhrtich 20 Silbergrosche^, Ifr. £j§jtt$Uttfefy M Stettin. | «»chhaadlm^ep und Poftaustulteu. ' A»fer1l«»oge»»»r « +>> - .. - ' »*fa*U*-JUtM#au - «u iv» egt. . . Breslaus. März 1871. dreijpaltige Petitzeil» oder t» der er'scheu Buchhandlung (H. Skut^ch) iu Breslau. wjs Auhalt. LetteudeArttkel: Der lrlaft HG» »»»1gl.Pr«»t.Soustß«rium» der Provinz BraudÄIugg. Briefe jtufe^ntftagc. TU. Nachricht«» »o« Krieg»s«ba»»latzr. gettftto»: Ai» >iso»da»s< i> Bresla^iSchlvß-) Berichte u»d Correspoudeuz«: Deutschland: »wezard. >u» Württemberg. OeßerretchNlA«. Lemberg, »u» lMMechtwgarn. Mrmtschte «ad neueste Nach,richte«: Tchneidemiihl. Mmde». Wie». L»w«o. Petersburg. Bern. Müuchcu^stzHkn, Briekkastm. BNeMMa-Liitr. I»ser»te. .« c. » IN' t.y -er Erlaß de» Königs. Dreaßische»' -»ufistorlumu der Provias Prandentmr-, - - iu * .>aÜ»»»t«ach»ng, eine« Uebertritt M» Judeuthu» \A '..resse,d.> Wir hatte« eben die erst« Sätze -d«ch< ge Blatt in gort» g der Juden; bestimmt« Lettarttkel» ntedergeschrieb«; setzuug der vorigen Betrachtung über »dl« i ,i t» KnMlsnd »d ti! VMirknnn begonnen» daß et» amerikanisch»jüdische« Blatt rn» längst, eine judenfeindliche Handlung unter der Ueberfchrist .Rischu» Muhag Aschkena»' erzählt hatte; da erhalten wir nach einander zchhi neue Belege, obgleich «» an älteren gar nicht fehtt: die Verhandlung« de» Herrenhause» mit den Reden de« Herrn von .Smsst-Pilsach und den oben bezeichnete« Erlaß. Wir legen da» begonnene Manuskript bet Sette, e» wird in nächster Woche, e» wird noch lange nicht veraltet sein. Heber Herrn v. Seusst-Pilsach hier kein Wort. Er nimmt, wie ein Berliner Blatt sagt, Revanche an der Zett, die er uitt seinen vor dm leeren Bänken de« Herrmhause» gehaltmm Red« >»ertteidt, weil die Zett ihn und seiae»gleichm vertreibt. Er stört st»» nicht au» unserer Ruhe, lass« wtt auch ihm die seinige. Ueberdie» hat ja, wie noch bei der Correctur der vor. Nr. erwähnt werdm konnte, eine schwache Majorität diesmal doch gegm Smfft-Ptlsach und Coufottm mtfchiedm. Aber der Eoufistorial-Erlaß ist ernsterer Naim. Unsere Leser «erd« dm Wottlaut bei Empfang diese» bereit» komm. Nun kann e» nicht» Nutzlosere» gebm, al» ln einem für Juden beftimmtm und um settm in eine christliche Hand gelaugmdm Blatte gegm dergletchm anzukämpfm und sich zu ereifern. Aerger ist auch Sott Lob gar nicht am Platze, denn unsere Feinde ärgem sich ja offmbar. Die .Zukunft' schickt de« Erlaß folgende Wotte voran»: .Klug wie. die Schlangm und ohne Falsch wie die Tauben' — da» Wort ist auch für da» Eonfistortum der Provinz Brandenburg nicht umsonst gesprochm worden. Da» beweist der nachfolgende Erlaß, welcher »ohne Falsch' und überdem Inder packmdstm Au»druÄweise au» dem Herzm der stommm Herren ge» qnollm ist» welcher aber auch al» .klug' gerühmt sein mag, statemalm er noch vor sech» Wochm mtt Gefängntß von Einem Monate bi» zu zwei Jahr» (§ 100 de» preuß. Sttafgesetzbuche») bestraft worden wäre, währmd er jetzt f«i WAgeht, da er zu dm »Gewaltthättgkeitm, welche ß 180 bH^Drddmtfchm Sttafgtjetzbuch» vora«»setzt, nicht direct auffordett.' Wir habm nachstehende Ansprüche verfaßt, und an die Äkdactionm liberaler Blätter versendet, unserer Bitte um Abdruck »ttd wohl von einigen entsprochen werdm/' so daß da» riftstück dadurch an die rechte Adresse gelangt. <M «nser« christliche» MUtzürgerl -L» A««mbllL iu weichW M^gM^ApU iss'st jMg Stämmm, Siäudm und Klassen, da» ganze Volk ohne Au» »ahme und Unterschied sich der ftmöigm Hoffnung auf baldige Wiede» kehr de» Friedm» htngtebt; dm Augmblick, in dem die stircht» barm Opfer, welche der Krieg von allm Stämmm, Ständm und Klafsm, von allm Deutsch« ohne Unterschied der Religion und Eonfesfion, gefordett hat, wahrlich noch nicht vergessm find, da tausmde von Leichmhügeln sich kaum geschloffm habm, und die Wunden noch blutm und schmerzm, die de« Feinde» Waffe dm Leibern und dm Herzm geschlagen; den Augmblick, da wir Alle im ttefm Weh nur in dem einen Gedankm Erhebung fiudm, daß da» gemeinsam vergossme Blut die Einheit de» deutsch« Reiche» und die Einigkeit im Volke geförder« hat; dm Augmblick, in dem tausendfälttge» Leid durch da» tröstliche Bewußtsein gelindett wird, daß alle Stämme. Stände und Klaffm, die Bekenner aller Reltgtonm, in hingebmder Trme bi» tu dm Tod und in aufopfernder Pflege der Verwundetm, Unterstützung der Waism, Wtttwen und Bedürftig« gewetteifert habm — dies« Augmblick hat da» königl. preußische Coufistorium der Proviuz Brandenburg (bezw. der mangeltsche Ober-Kirchmrath) für geeignet gehaltm, um eine Berordnuug zu erlass«, welche al» Eingebung eine» finsteren, wilden Fanatttmu» bezeichnet werdm muß. E» ist der Erlaß über die Bekanntmachung und Braud- »arkung von Uebertritt« zum Judmkhum. Jede Eonfesfion hat «oturgemäß da» Recht, ihre Angehörigen in der Anhäaglichkett an ihr« Glaub« besten« zu stärken, sie vor de« »Abfall' eiadrtnglichst zu warnm. Daß die Kirche, speziell die evangelssch«, eine besondere Ursache Hab«, vor dem Übertritt zum Judeathum zu wamm» ist ftellich durchau» zu bestreit«, da da» Judmthum nicht nur nicht aus Proselytmuuuherei au»g«ht, sondem aus da» Bestimmteste vorschreibt, wie «an solche, die sich zu» Eintritt in sei« Gemeinschaft meldm,

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