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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-02-08 · 6 (8.2.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
6 (8.2.1871)
Date
1871-02-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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2. Jahrgang. sft--- —H£ 0. —1871. CH -.V in: <jT1 l.-'i -i: IArUrttttsrkr sür die religiösen «nd soeinlet Interesse« des Jndenthnms. I.. I: , ,1- /■: Srscheda jede» Mittwoch. Ber«tt»or<Lch«r NedeWmr und Henmdgebrr Zu beziehe» durch ' P«i. vierUljLhrlich ÄI EUbergroschea. in Stettin. ****** A»stt«tr».Z»»«ß»e IkMt t« ►« ... k*ül<al*»ge Petichnt» oder dm» Raum «chlrtter'sche»«uchhaudbrug (H. «kusch) ' BreÄau, Z.Mkbruar 1671. iuvr^la». Inhalt. Seit«»»« Vtttftl: «liier »ud Lochtet (Schlich.) Nach richte« »c» Krie,1scha»»l«tze. FeuILet»»; Di» Lartarea »ud dt» Jude». Bericht« ». Uvrrrstwadenze»: Deutschland: vreslau: iftlberg. Hamburg. Hamburg. Lchueidemühl. Oesterreich: Wie». Japan: Dokohaaut. vermischte und »euest« Nach richte»: «erlia. Aile-u». stetzstiß. Wie». Prag. Uugara. Rom. 9tocfc«nm(a. Natizr». titteraturbericht. ' «bqrift anct Bücher. «rteflate«. Vaeauzeu-Ltst«. Inserate^ Mutter «ud T«chter. («chl-st M» «*. 4.) Durch die unabweisbare» Eonsequmze») welche sich «sch seiner Grundlchre ergebe», hat das Ehristenthum sich gedtääD gesehen, in seinem Verhältnisse zur nicht« christlichen Welt ds» . Anwenrung gewaltsamer Bekehrung und kriegerischer proytzi» ganda nicht z». scheuen, ja. sip ffa, yothwmdig und gottgefälA» ' •- f* erklären. Aber auch innerhalb der christlichen Welt koniH ' ','MUWUstsUrll bniui»'HmwvgchendrBNfolgnng LadaeT« , denkmter (Heterodoxer, Ketzer) und Religion« krieg nicht aus- , bleiben. Wieder war es die Grundlehre, welche dahin führen mußte, und die Geschichte zeigt, in welcher Art dies geschehen ist. ».'Orientalischer Starrsinn und griechische Sophlstik marterte .sich nt* den Buchstabe» der Schrift, um irgend ein Symbol hervorzubringen, welches da« Unbegreifliche begreiflich und irgend eine Auffaffung desselben allgemein gültig machen sollte.' In diese» Worten eine« kirchenfteundlichen Schriftstellers ist nach einer Seste hin die Sache richtig dargestellt: »das Unbegreifliche soll begreiflich werden.' Ueber vernunftgemäßes können Lausend« einer Ansicht sein, aber nimmer über vernunftwidriges, „ und wenn über einen Streitpunkt irgendwie eine llebereinstim- «ung zu Wege gebracht ist, so wird und muß sich alsbald der Streit über ein« neue Krage erheben. Wenn daher in dem angeführten Satz« Starrsinn und Sophlstik für di« Dogmeustreitig« ketten verantwortlich gemacht «erde», so ist da« di« bekannte und beliebte Manier, welche die christliche Religion selbst damit rein waschen will, aber falsch, grundfalsch ist es doch. Wenn man , nämlich das Unbegreifliche auf sich beruhe», jeden seine Ansicht darüber bilde» und ihn also »nach seiner Fayon selig werden' lass« wollt», dann könnte man von starrsinnige« Sophisten reden; aber leas Grunddogma läßt das eben nicht zu, es macht ja nur der »echt« Glaub« selig, und wie nun den ohne Streit er«;.. mittel»kl Da handelt es sich z. B. um die Lehre von der Person (khristi. Nachdem diejenigen beseitigt, mundtodt gemacht waren, welche den »Sohn Gott«»' «rr als bildlichen Ausdruck »erstand««, und nachdem die Göttlichkeit Ehristi frstgrstellt war, fragt sich wieder, ob er nun de« Leib bloß zum Schein getragen, oder ob sei« Leib et» wirklicher, und ob er Gott und Mensch , zugleich gewesen. Nachdem dies bejaht worden, fragt« sich, ob .. der Sohn dem Vater dem Wese» «ach gleich sei, dann, ob er de« ivejen nach ähnlich sei, dann ob ä ihm nur «ine Natur sei oder zwei, ein« göttliche und «ine menschliche, daun, ob in ihm nur rin Wille vorhanden fei, oder zwei, dann, ob Christi Leib verweSlich oder nicht und so weiter in'« Unendliche. Die Streitigkeit« begann« schon in der Zeit der erst« Kirchenväter, die hier berührt« erstreck« sich bi« tu da» 6. Jahrhundert und macht« dann andern Platz. Können solche Frag« ander« beantwortet werd«, als durch Martern de« Vuchstab« und durch Sophtstikk Geschlichtet «urbm fl« auch dadurch nicht, sondem durch Majoritätsbeschlüsse auf Tynod«, welche mitunter gewalt- 'kam genug zu Stande gebracht wurd«. (z. B. auf der s. g. Räuber« synode) und durch di« weltliche Macht, welche die Beschlüsse sanctiontrte, durchführte, die Gegner unterdrückte. Trotz der Majorität und der kaiserlich« Gewalt hiett sich aber meist«» die Minorität, in Gestalt einer schwach« Sekte, dennoch, versuchte man aber zwischen den Gegensätzen zu vermitteln, so erlitt man da« Schicksal de« »Zauberlehrling«' — man hatte dann, wie dieser zwei Bes«, so statt zweier Lehr« und Sekt« drei. Allerdings hat es in jeder Religion Meinungsverschtedmheitm und Lehrstrritizleitm gegebm. Aber währ«d man im Judenthun: sag« konnte und gesagt hat: »mögm die Einen für erlaubt, die Andern für verboten erklär«, die Ein« so» die Andern ander« lehr«, beider Ansichten beruhen auf de« lebendigen Gotte» Wort,' während daher hefttger und erbitterter Meinungskampf unter dm Gelehrten durchaus nicht zu Gewaltthätizkeit führ« mußte, ist im Ehristmthum, immer au« demselben Grunde, der Stteit nie auf die Doetrin, nie auf die Schule zu beschränken. Wahre Lehre kann nur eine sein, wahre Lehre allein macht selig, folglich muß di, falsche Lehre, zum Hell der Christenheit, ausgerottet werd«. Kaum war die letzte Ehristenverfolguag vorüber, da begann di« Kirche zu verfolg«, von jmer edlm, schön«, geistvoll« Hypatia an, welch« Syrtllus zur Ehre Gottes vom Pöbel mord« ließ, beginnt di« lange Reihe der Schlachtopfer des rechtgläubig« Fanatismus. Hier die gewaltsam« Völker-Bekehrung«, dort Ketzerkriege, Kreuzzüge; wozu Alles namhaft machen! Fälschung ober ist'«, dafür mönchisch« Eifer, hierarchisch« Bestrebung« oder was für äußere Mommt« immer verantwortlich zu mach«, ungerecht ist es, dem Katholizismus allein di» verfolgungsfncht zu» zuschretb« — er allein hatte nur di« längst« Zeit di« Macht dazu in Händ« — nein, das Motiv liegt im Wesen de» Dogmas. Darum, um nur einig« Beispiel« zu nenne», stimmte auch Gerfo», der tief« und sonst mild« Dmker, der Vovlor «hriitUiiiMliaiu,

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