Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 4 (25.1.1871)
- Date
- 1871-01-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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81 da» wichtige, aber rmeinträgliche Amt eine» Eonsnl» der B. St. für Rumänien angenommen hat, ist hiermit de» Dienstleistungen aller auswärtigen Vertreter dieser Regierung empfohlen. Herr Peixotto hat die Pflichten seiner jetzige« Stellung mehr al» ein Misfion»werk für da» Wohl de» Volke», da» er vertritt, über-' nommen, denn um irgend eine» Bortheile« willen, der ihm selbst darau» erwachsen könnte,-ein Werk, in welchem alle gut« Bürger ihm den besten Erfolg wünschen. Die B. St., welche kein« Unterschied zwischm ihre« Bürgern auf Grund ihrer Religion oder Abstammung kennen, glauben natürlich an eine Civilisation, welche in der ganzen Welt dieselben universal« Anschauung« gründ« wird. ll. S. Grant.' Natürlich hat jüdischer Einfluß diese Mission geschaffm und dies« Brief dictitt. Hinter d« Couliff« steht insbesondere Herr Simon Wolf in Washington. Noch ein Beispiel jüdischer Regsamseit, und ich schließe für heute. Da» jüdische Hospitel in New-Kork, da» unterschiedslos all« Bekenntnissen off« steht, ist zu klein geworden. Man unternimmt dm Bau eine» nmm, zu welchem die Stadt dm Grund geschenkt hat. 178,000 Dollar» sind aufzubrmgen, von dm« zugleich da» jüdische Waismhau» ein« Theil erhalt« soll. Man eröffntt ein« Bazar auf zwei Wochen, zu welchem die Waarm im Werthe von ca. 100,000 Dollar» al» Geschmk zusammmgeholt werd«. Der Verkauf beginnt, und am erst« Abmd werd« über 13,000 Doll, gelöst, 35,000 Doll. Baarbeiträge von dm verschied«« Gemeind«. Mtt fast gleicher Liberalität betheiligm sich die Jud« in dm groß« Städtm an dm für die deutsch« Krieger sowohl wie für die französisch« veranstaltet« Bazar» durch Geschenke »ud Käufe. Vermischte und neueste Nachrichtm. Berit». E« ist dm Lese« wohl berett» durch die polttischm Zeitung« bekannt geworden, daß da» preuß. Abgeordnetenhaus dm Anttag von Kofch und LaSker auf Aufhebung de» S 643, Tit. 2, Theil 2 de» Allg. L.-R. aagmommm hat. Derselbe hatte bestimmt, daß da» uneheliche Kind einer Jüdin und eine» Christ« in der christlich« Religio« erzog« werd« solle, während sonst da» uneheliche Kind der Religion der Mutter zu folg« hat. LemerkmSwerrh ist, daß der Anttag, ttotz der gegmwärtigm Zusammensetzung de» Haufe», oha« Debatte und fast einstimmig aagmommm ist, ein Beweis für dm Fortschritt der Idem der Gerechttgkett und der Rechtsgleichheit. Die »Jüdische Presse' berichtet, daß et» jüngst io Berlin vorgekommmer Fall die Veranlassung zur Einbringung de» Anttag» gegeb« habe. Die» mag richttg sei», wahr ist aber anch, daß die Sache schon lange auf der TageSordnuug der jüdisch« Beschwert»« steht, und daß die jüdisch« Blätter schon oft über dies« gegm Recht und Humanität verstoßend« Paragraph« Klage gefühtt haben. Wie verlautet, berett« die ebm gmauutm Abgeorduetm anch eia« Anttag in Betreff de» Gesetze» von 1847 vor. Wir voll« Gmauere» abwattm, vorläufig könum wtt nicht glaub«, daß ein Jurist, wie LaSker, pur« Aufhebung de» Gesetze» be- ,a»ttagm wttd. E« muß eine andere Grundlage geschaffm werd», ehe dt« bisherige umgestoßm wird, well — von allem Religiöse» abgesehm — die Derwögm»-, Schuld- und Verbindlichkeit»- Verhältnisse der jüdisch« Corporation« sonst tu ein Ehao» verfall« würden. Ein Jurist muß sich sag«, daß der Justiz- Minister uumögltch darauf eingehm kan», da» Gesetz bloß aufzuheb«, well er dadurch sein« Jufttzbehördm auf ein Mmscheualter hin «tue Last vo« Prozess» aufbürd« würde. Bet einer Verhandln»- tu dieser Woche hat Herr v. Mühler im Abgeordnetmhause erklätt, daß er mtt de« Elsaß nicht» zu schaff« habe. Danach berichttgt sich die in unserem vorig« Blatte unter Straßburg gegebene Notiz, sowett sie die Person de» Cultu»minister» betrifft. Sachlich bleibt sie unverändert. Ltffa, 20. Januar. Wir bringen während der letzten Monate in jeder Nammer Berichte Ober Ghrenzrtcheu, welche di« wacker» jüdischen »rieger sich aas dem „Felde der Ehre" erringen. Aber auch die Arbeit de» Bürger» in den Werke» de» Frieden« ist eia Feld der Ähre, and wir regiftrirea deshalb mit Freuden die Anerkennung, welch« jüngst da« uneigennützige Wirke» eine« hiesige» jüdische» Bürger» sllr da« Gemeinwohl bei Br. Majestüt dem Könige gestmbe» hat. Herr Rndolvh Moll ist von Versailles au« zu» köuigl. Lommisfioat-Rach ernannt worden. Derselbe verdient diese Anlzeich» nuug durch echt jüdisch« Akte der Wohlthätigkeit; die ganze Stadt ist ihm zu «Mw vttpflUtyttt OU<9 Mt (MflOftniK Ummm BttUpC R MfttU Dtf Kriege« zur Linderung der Noch «ntwickelt hat und auch die jüdische Gemeinde verdankt seiner Initiativ« manch« segensreiche Einrichtung. Mrpaudria. Der Rabb. Nathan Amram ist im 80. LebmS» jahre gestorben. Er war 18 Jahre hier Rabbiner und besaß auch gute medizinische Kmntnisse, weshalb er auch als Arzt gefeiert war. Sein Letchmbegängniß, zu welchem der Rabbiner von Cairo und viele AuSwärttze erschim« warm, war ein groß» attigeS. Derselbe war früher als .Bote' auS Hebron lange in Europa gereist. Er hat Werke über die Turtm verfaßt, welch« zum Theil gedruckt find. Bekannter ist sein Werkchen mon DWJ eine alphabetische Sammlung ron Sentenz« au» 10, thellweise migedrucktm, Werk«. Diese», vorher in Salonichi gedruckt, ist 5627 (in Königsbergs) wieder aufgelegt Word«. New-Kork. Die Gesammt-Einnahme der.Fall' (Bazar zu Gunst« de» jüdisch« Mount-Sinai-Hospital «. s. w.) betrug 155,000 Dollar und einschließlich verschiedener Ncbm-Etnnahmm 160,000 Dollar. Die Kost« be'rusm sich auf 20,000 Dollar Literaturbericht. J>. Gaffel, Hebräisch-deutsche» Wörterbuch, gr. 8. IV u. 377 S. BreSlau, Schletter'jche Buchhandlung. Wieder «in treffliche» Werk de« am di« jüdisch-pädagogische Literat».' dnrch mehrere vorzüglich« Schriften*) verdienten versaffer». Wer dt« Fürst. schea Lexika benutzt hat, weist, wie viel da» groß« dem Gelehrte» zu wünsche» übrig läst» und wie wenig da« kleine auch denAnsorderuugeu der Schul« genügt. Dnrch da« Laffel'sch« Buch ist die ' orhandeoe Lücke auf« glücklichste gefüllt. Nicht blost Bedearnug der Wörter, sonder» anch Deklination »ud Loajugatio» der »uregekmästigea Nomina und Verba sind beigefügt und dnrch zahlreich« Beispiel« der Gebranch erleichtert. So ist da» Lexico» freilich Irin -an», bnch von «eseattich «iffeaschastlicher vedentuug, aber »m so entschiedener darf e« den Schülern jüdischer Anstalten, Gymnasiasten and selbst «»gehe», de» Lhevloge» empfohlen werde». Der Prei« ist bei de« großen Umfang« und stattliche» «enßeru ei» so grriager, daß «an hierfür der «erlagthan». luug zu desouderem Danke verpflichtet ist. k. 8. -»zeige »ener Micher. Surrilai, 6., (vottore in leggi.) II Renn«. Stuäio bibllo Vnlooniologioo. Trie«te 1870. (Abdruck an« »cm „Lorriere ilrael." Der Berf. hat früher über Leviathan und Beemoch geschrieben. Diesmal behandeU er da» an welche» er für „Namibier" erklärt.) Salveudt, vr. A., rrn rn». Gin Oelblatt am vanw« meine« Leven». Karlsruhe 1870. (Mn Nachruf an sein« verstorben« Gattin. S. Nr. 51 der Wochenschrift >. I.) »eich, gpr-, OT*|T3' Jahrbnch «nt Beförderung de» Ackerbane«, Handwerk« «ud der Industrie unter de» Israeliten Ungarn». Pest 1871. Jahresbericht »«» jüdisch.theologischen Semiuar« Fränckefscher Stiftung M Breslau, «orau geht: «osiu, 0r.D„ «in «ompendin» der jüdischen Gesitzeskaud, an« de« vieqehute» Jahrfumdert. vre«la» 1871. *) Dies« Schrift«» stud: o-n-pn (Woflstein 18«); Schnl.WIrwrbnch »er hebräische» Sp.ache (Berlin 1854); Sabbat.Stunde» (Berftn 1618); L eichche» für de» Unterricht in jild. Geschichte nn» «teratur (Berlin 1885).