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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-11 · 2 (11.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N2 2. —1871. L. Jahrgang. V'i Uli für die religiöse« u«d sociale« Interesse« des Judenthums. Lilchetut jeden iittMwch. Drei» vierteljährlich 20 «ilbergrvsche». WtttltUH*** fit Nt dretlpavi^ PeriyeÜe oder der» «tann IV» «gr. vrrmtt»»Nl!cher Kctofencr und Her«n»irber Rabbiner vr. A. Ir«enfets in Stettin. Breslau, 11. Januar 1871. Z» be>ieh«u durch all« «uchhaudlaugeu und Paßaußalte». * Smftttitu-HmmHu hl Kt Schleurr'sche, EMchhimdlmig <H. Skutjch) tu vre«lau. Inhalt. Letteuder Artikel: Ei» «»rt,,r «»wehr. 4tfc,«.>b«rf*ta>. Suuutta. <Fv«s.) veltsawe« Ansinnen. Berichte uu» »»rrrsp,»h«nt«n: D.utschl«,»: ewtti». V-ti». «ettM. «a,deb»r» «« drr H—E. Oeherr.tch: vau'der unter.-» Da»«». , Verwischt« »ud neneg« Mach richte»: Fraulfur» a.«. «»Md«,. Send«» Nvhiwtt. Iernsale». sinrimimi. Mutti. Atrruturdericht. Bertchttgun». Brteskaste». vucuu^u-Ltste. Znsernte. x*,.X J: fr. ^mTTT^Z—■—-- Kcborm ist, sondern in Ungarn das Licht der fwi;: 'Maf die Freude' also, daß et« preuhtscher Sympathien der deutschen Kämpfer jütift beredte« Ausdruck gegeben hat,, muß die ^chuu«erachte,. Wie aber der i» Ungar, gexalisirte Herr Eohn^jEzu kommt, ^nnßW des ftauzö- Wir «fr Ein Hirt?ur Abwehr. Bresla«, im Januar. 3» einer der letzte« itusunem der »Judöpendance Leige* (Nr. 862 Jahrg. 1870) befindet sich ei« per Ballonpost beförderter Bericht aus Paris, in welchem «ntn der Aufschrift F8M ianllite von einer Feierlichkeit erzählt wird, «eiche am 19. Dm crmber in einer Pariser Synagoge zu« Endend« an dt« ^^WtzMlcka. Stft« askafiene» SMdM, iddisch« BtckMBl ^veranstaltet wurde. Wir «nnendlepielätvölle^ordnung fttdischen Eonfistorimn» und ebenso-die paffende Anknüpfung an da» eben beginnende Makkabäerfest nur billigen. E» ist. ehrenvoll nnd verdient immer Anerkennung, wenn eine Gemeinschaft mit Verehrung und Dankbarkeit auf die Männer blickt, die mit ihrem Leben für da» Vaterland eingestanden und ihrer Pflicht bi» zum letzten Athemzuge treu eingedenk gewesen. Wie au» dem kurzen Berichte in dem genannten Llgtte zu ersehen, haben auch die Herren Großrabbiner Zadok Kahn und Isidor diese Gefühle in angemeffener und würdiger Weise zum Ausdruck gebracht. Eine Rede jedoch, welche de« Schluß der Feierlichkeit bildete, euthielt Aeußeruugen fo bedenklicher Art, daß un» eine Entgegnung auf dieselben durchaus nothwendig erscheint. Herr Albert Cohn, der »bekannte Almosenier de» Baron von Rothschild',*) konnte nämlich nicht umhin einige Worte an di« Versammlung zu richten, deren Bedeutung da» bekanntlich ftanzöfifch gesinnte Blatt noch durch die Bemerkung erhöhe» zu müssen glaubt, daß der Redner, ein Preuße von Geburt, erst später in Krankreich »aturaltsttt worden sei. Herr Lohn soll mm mtt großer Emphase darauf hingewiesen habe», daß in den deutschen HeereSreihe» sich 100,000 («ict) Juden befänden, die allerdings ihrer militärischen Pflicht äußerlich auf» Best« aachtommen, im Herz« aber fäuuntlich ftanzöfifch gefinnt feie», da fie in der ftanzöfifch«» Revolution die vefteiertn erblicken müßten von dem Druck«, «elcher früher auf ihn« gelastet hätte. Wir übergehe» die rhetorischen Wendungen, welche der Berichterstatter noch sonst wortgetreu »iederzugebeu der Mühe werth hält. Für uu» find dieselbe» bedeutuugsloS. Wir müffen mm vor Allem erklären, daß Herr Albert Sohn 1 Herr vr. itf, tfc «tc »lr nt, sehr MS»»M nmch»»» Mbfrm, euch filr sei« Pers» «M hSchß «»EchlNMr Wimm, «M «Um tm Mnstttmß« (*».) nicht in Welt Jude de«! scheu ^JndSpl bereue ber die. jlschen srn i Gewicht beilegen. Herr Eohn hat sich in se^er etnstußreühm Stellung nicht unbedeutende Verdienste erwvrbn^um die Hebung unserer jüdischen GlaubenSbrüder namentlich im Drieot, er hat al» außerordentlich thätigeS Mitglied der Verwaltung der Alliance Universelle nicht wenig zur Verbreitung dieser Gesellschaft beigetragen. Um so sorgfältiger müßte er daher seich».Worte abwägen und nicht einem oratorischm Effert zu Liebe Aeüßerungen thua, die da» patriotische Gefühl de» deutschen Juden verletzen und seinen Glaubensbrüdern unter Umständen sehr schädlich sein könntey. Ein Weltblatt, wie stch ja die »Jndäpendance' zu nennen liebt, hat seinen Seußerungen einen hervorragenden Platz eingeräumt und fie auf diesem Wege Kreism zugänglich gemacht, die auf die Gestaltung unserer verhältniffe eine« directen Einfluß auSzuübm vermögen. Wir glaub«, daß der Ruhm, von der »Jndöpmd/ gelobt zu werden, für Herrn Eohn nicht verlockend genug ist, um deshalb sein« deutschen GlaubenSgmossen möglicherweise Schaden zuzufügen. Aber auch abgesehen davon, ist es Herrn Eohn nicht unbekannt, wie gefährlich e» ist, von eine« Zwiespalt zwischen den Jntereffen und Sympathien der jüdischen Bürger und denen ihrer christliche» StaatSgenoffen zu reden. Herr Eohn hatte umsoweniger veranlaffung dazu, alt e» ihm selber nicht entgangen sei» kann, daß die deutschen Juden mit derselben Begeisterung «ud derselben Hingabe an ihr Vaterland in de« Kampf zog>m «1« ihre christlichen Mttbürger. Wir haben an unseren Berhältutffen Manche» autzusrtzen, aber an tteuer Liebe zu unserem Laterlaude stehen wir keine« ander« deutsche« Manu« nach, und unser« Fmtst nicht nur, sondern auch unser Herz ist immer dort, wo »usere deutsche» Fahnen wehen. Wtt habe» ebenso wie da» ganze deutsch« Volk der Jntttativ« Krankreich» viele« zu verdanke», aber anch das ftanzöstsche Volk und nicht minder die Juden Frankreich» habe» vom deutschen Geiste Gaben empfangen.

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