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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-12-28 · 52 (28.12.1870) · p. Seite 429

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
52 (28.12.1870)
Date
1870-12-28
Page
Seite 429 (sequence 7)
Language
German
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4M CMUMattMS tof tm hfUa Vach«. U« anch 1» dm H#w> Kltnß« iß sie heimisch. So spielt sie z. V. «orzäglich Via». La« kRädch« iß kam» 14 Jahre alt. Paris. Bat de« „Je«. Mess." erfahre» wir, daß In der Hauptstadt Frankreich« seit einiger Zeit et» verein rw "nerv Sabbat-Feterer besteht. „Eine Anzahl von bedeutenderen Geschästßmännern," sagt der Bericht, „hat erwogen, daß unter deu 40,000 Juden der Stadt viele, gleich ihnen, ihre Läden, Comp» tot« u. s. w. am Sabbat geschlossen halten. Diese würden gut thun, in ihren Geschäften nur solche Leute anzusteüea, welche den Sabbat halten wollen und dann auch tm Stande wären es zu thun. C« erfordere große llebenvtndung, wenn junge Leute eine gute Stellung auSschlage« sollen, «eil fie in derselben am Sabbat arbeiten müßten. So handele man denn nach dem rabbtnischen Satze: „Wer gut handeln will, den muß man unterstützen." Die Directoren der genannten Gesellschaft führen ein Register über jüdische Arbeitgeber und »Nehmer in dieser Richtung und suchen vermittelnd zwischen ihnen einzutreten." Damatenß. Heber die von un« bereit« (Nr. 46) erwähnten englischen Machinationen gegen die Juden in Dama«cu« giebt der ,J»r' ein Schreiben eine« syrischen Juden, welche« gegen den engl. Consul Burton fchwereKnklagen erhebt. Derselbe leihe dm Judenfeinden offene« Ohr, Leuten, welche e« mtwedec auf Gelderpressungm abgesehen habm oder al« Neophyten tm Dienste der Missionare stehen. Wir setzen mit Bestimmtheit voran«, daß die mglischm Judm diese Angeiegmheit beobachten und energisch versolgm werden, und wollm daher abwarten, waö engl. Zeitungm über die Sache weiter sagm werden. Jerusalem. I» die von der türkischen Regier»»- nenlich eingesedte Vaucommisston gvurd« auch ein Jude, Ramm» Joseph Krieger, al» erster Secretär erwählt. Dir erste Arbeit dieser Lommisstou ist, di« uralt» Brunn«, die »och von dm Zeitm de« König« Salomo herrithrm, wieder auszugrabm und tu gehörigen Staad zu setzen. (Hachabrzeleth.) Safet. Eine jüdsschr Dame, Namen« Meäbuz, hat auf ihre Kostm hier ein jüdische« Hospital gegründet. Notizen. Auch ein Iubiliium. Der IS. Killrw diese» Jahre« ist eiu «erkatwerther Selm klag, dm» an dmlselbm hat vor 300 Jahren eia schrecklich«» Erdbebm di« iialir». Stadt Ferrara plötzlich und »„geahnt in der verheermdstm weise heimgesucht, Hieran zu eriaueru gehört allerding« nicht in dm Bereich liner'jüd. Zeitschrift; allein eia «m» auch nur au« dm mittelbarm Folgm diese« Ereignisse« hervor, gegangene« großartige« «Serk »er jüdischen Literatur, da« kritisch« Buch Meor Enajim de» vielseitig und lkasfisch gebildeten Nsarja de Rosst, steht damit in Verbindung und läßt »eia Jubiläum» feiern. Da» Datum ist durch dm neuestm Herausgeber und Commmtator diese« Werke«, durch Herrn vr. David Cassel, richtig ermittelt und indem wir ans deffm lehrreiche Notm, mit denen der Werth dieser Lusgab« (Wilna 1866, in Berlin bei Poppelaaer) bedeutend erhöht ist, hiaweism, setzen wir dm Schluß de» Verfasser» her, der im Eingänge diese» Buche» jene» Naturereiguiß aulführlich beschreibt und Hiera» zugleich einige philosophisch« und historisch« Rotizea knüpft. Er schließt dann ungefähr mlt folgend» Wortm: »I» jea» «nglücklichm Lag» (de» Erdbeben») flüchtete ich mit Mehrer» an da» südliche User de« Po. Dort traf ich mit einem gelehrte» Christ» zusammen, der sein« Schwermuch in Folg« de» Erdbeben» durch die Stct&tc eine» griechischen Buche» au» dem jüdisch« Llterchume verscheuch« wollte. Er verlangt« von mir, chm einig« dunkele Stell« nach dem hebräisch« Texte zn erkläre». <11 er aber von mir hörte, daß wie eia solche» Buch iu hebräischer 'Sprache gar nicht besitzen »der kenne», war er nicht wenig erstaunt darüber, daß wir solche herrlich« Seistelprodneie unbeachtet gelaffm habe». Seme Sorte, wie di« seiner Emoffm ermuuterim mich, di« . unangenehme Situatia«, in der ich «ich fefut, durch die Beschäftigung, jene« Werk in» Hebrätsche za Übertrag«», mir einigermaßen auzeaehmer zu mach«.» * So übersetzte Lsarja die Leiste »«briefk, di« Gespräche «ine» griechisch» König« über di« jüdische Weisheit, iu» Hebräisch«, um sie sei»« Glauben«, gwwss» zugäuglich Pt mache». Dieser ErstÜngsfrncht ftägw» bald »och au- »er« kritische Arbeiten, dir unter de« Titel »Me« Emjtm« uu» -Mazres Nesteszwei Werk« bikden, »elch» «bst einig« poettsch» Erzeugnissm pm erst« Statt vereintgt, tu der erwähnt« Lulgabe de« vr. Cassel «thalt« sind. A. B. A«» Crsmieax' Advocalenleben. Im Jahre >826 «acht« Lrömimx — am 90. Lprtl 1796 zu Rtme« geborm — sein« erst« Reise nach Pari«. I« Postwagm va« Lyou trisst er während seiner Fahrt mit einem Mamw zusammen, der «ium Ehescheidung». Prozeß i« der Hauptstadt de» Rhöne-Departemmt» schweb« hat und der ihm seine Befürchtung« über dt« von ihm zu führende Sache mittbeili. «Ich habe «ein« «dvocatm schon t« Bora»» bezahlt»» so klagt er ihm, »und darüber bin ich besorgt. Er steht Alle» verkehrt an; ich werde memm Prozeß verlier».« — «Wan» wird Ihr Prozeß geführt?« fragt ihn Crömims, al« er za Lyou au» dem Postwagm steigt. — »Hmte, noch dies« Morgen.« — «Ru» gut, l>mfm Sie schnell zu Ihre« Ldvocatm und fordern Sie Ihre Lctm zurück; ich verpsticht« mich, Sie au» Ihrer Berlegmheit zu ziehen.« — Zwei Stunden daraus, nachdem er flüchttg di« Vewei«stücke durchlauf«, «lectrifiite er die Richter durch eine brillante, feurige Red«, gewinnt sein« Sache und verläßt dm Serichtthos unmittelbar nach der Sitzu^, um seine Reis« »ach Pari« fortzusetzru. Sein Client begleitete ihn bi» zum Post» Burcau und bietet ihm 2000 Franc» al« Honorar an, doch Lrömieux weist st« mit den Wortm zurück: »Geben Sie da» Geld dm Armen; ich für meine Person verlang« nichw; ich Hobe Ihre Sach« al» Künstler geführt, und nur t.m mich von der Langeweile meiner Reise zn erhol«; und nun geh« Sie mir Ihr« Hand. Gut« Abend!« Dahin fährt der Postwagen. Di« Lyoner Zeitungm warm voll von diesem Ereigniß, und noch ehe Crbmimx in Pari» ankam, kannte man dort sein Bravourstück. Al» er den Justizpalast betrat, brachte «an ihm elu« Ovation, und di« jung« Ldvocatm traten zusammen, um ihm ein Banket zu geh«.' (Unsere Zeit) Literalurbericht. Ickksst Isrev«d, Confirmation-reden (GelegenheitSpredigten jüdischer Kanzelredner. H. Band), vreölau 1870. 108 S. Vorliegende Coufirmalion«redm zersallm in zwei Lbtheilungen, der« erst«, bei Weitem größer«, Red« de« Coustrmatoi» enthält, di« sich durch klare Dilpofilion. einfach« schöne Redeweise, ungesuchte Exegese und ttefm, moraüschm Gehalt ouszeichnen. vermöge dieser Vorzüge «erd« diese Red» nicht blo« aus dm tlonstrmandm de« beabsichtigt« Eindmck» nicht versehle», st« werdm auch dt« übrig« Zuhörer fesseln und ihre» Beifall» gewiß sei« dürfe». Di« zweite, kleiner« Lbtheilung, die Red« de» Lonfirmaudm enthaltend, hat dieselben Vorzüge, wie di« erst«, nur schade, eben diese Vorzüge gern chm ihnm zun. Nachtheile. Nicht so gut wäre hier besser gewne^. Man.wird es diesen Red« sofort anmerkm, daß ste vom Constrmandm nicht vnsaßt sein könu», da st« der Reflexionen «ad SSahrheit« gar riele enthatten, auf «elch« «in Knabe von dreizehn Jahrm lücht durch eigme» Dm km komm« kann. Der einfichtige Lehrer wird iudeß diesem Uebelstand« leicht abhelsm köaum, int ew er bei Benutzung dieser Rel>m jene Reslexioam weg» läßt und an ihre Stelle Gedankm setzt, von dmm «an annebmm kann, daß st« de« Konfirmand,» geläufig find. I« Ganz« genommen leistet da» vn« vorliegmde Buch in seiner Art Bonreffliche» und tarf sowohl weg« seine« Inhalt« al» «egm seiner äußer« gefällig» Form best»« empfohlm. «erden. — Au» dem Nachlasse de» sek. vr. Meisel «rfcheiut iu Pest: Der Prüfstein (pro pW), Sittmspiegel de» Kalonymo», metrisch übersetzt. Der sek. Meisel hatte au acht Jahre an diese« Werke gearbeitet und e» kurz vor seine« Lode vollendet, vr. Kayserling besorgt di« Herau«gabe uud hat eine Einleimug Hinzug «fügt. Der (echte) Midrasch Jelamdm» («ich» gleichbedeutend mit dem «TOT) -rscheint, heraulgegebm nach einem Oxforder Manuscript und mit Lommeotarm versehm von Jos. Cohen Zedek, z. Z. in Wie». Die »Schief. Ztg.^ berichtet in ihrer Somtabmduuuurer die Ernennungen dreier jüdischer Feikprediger; die dort genannten Herren find die in Frag« Stehenden; daher «oht die Rachrüht nicht ganz gnwdlo« sei» wird. Doch ist gerade dm Betreffenden biPer «och k«t»«rlei Anzeige davon gemacht «ord»!

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