Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 50 (14.12.1870)
- Date
- 1870-12-14
- Page
- Seite 413 (sequence 7)
- Language
- German
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413 «tgegmgetretm fei*) Schließlich vertagte man Mef* Ira-ü SM wählt« eine an» 11 Herren bestehende vorbereitende Commisfioo, welche einer späteren General-Versammlung positive Vorschläge mach« sollte. Inzwischen ging Schippend eil selbstständig vor und «öffnete im September 1888 ein »provisorische- Waisen» Pmfionat', indem 6—8 Waisen einem dortige« Gemetntemttgliede io Pension gegeben wurden, nnd hielt diese Institution trotz de- Widerspruched« vorb«eiteuden Commission aufrecht. Diese letztere versandt« non im Wint« 1868/69 an die Gemeind« d« Provinz «ine Broschüre, in »eich« für di« Errichtung «iue- Daismhausewann plaidirt, ja sogar die Erweiterung desteib« zu einem Lehrerseminar in Su-ficht gestellt war, «nd welche von dem Entwurf eine- Statut- sowie von d« Lufforderunz begleitet war, daß die Gemeind« d« Provinz sich mit einem gewiss« Proeentsatze ihre- Etatan d« Unterhaltung de- Waisenhausebetheiligm sollten. Nachdem einzelne Gemeind« ihr« Beitritt er« klärt, versammelte sich die Commission im Juli 188V zu B art«stei», «m ein« endgültig« Beschluß zu faffm. (Schluß fsigt.) Warschau. In der Nacht vom 18. jiw 19. Rovbr. wmtze» «r-rrre hießg« vorn«Hw« IM«» »«haftet und in da« Polizeigesfe^uiß abgesührt. >« 19. Rovbr. BvrmiMg» ««den st« vor de» Ober-Polizei^lammiffarin« gefsthrt, drr Idne» strenge Straft androhte, wen» st« den von der Negiernng »e» eingesetzten Rabbi»« nicht anerkenne» würden. Mt diesem von der Behöid« der Warschauer Aemeind« ausgrdrnngeue» Rabbiner »erhält et sich sMgeMermaßen: Rachde» der hochverehrte Warschauer Ob«r-Rabtt»rr im »orige» Jahre gestorben war, hatte drr Aememdevorstand alle Sorberrimnge» getrosfe», ein«, andern Rabbiner zu wählen, der zu einem Nachfolger fltcifctt würdig «fee. Plötzlich mutt aber dieser Vorstand von de» Behörden mit «ine« amttiche» Schreiten überrascht, da- « sich nicht mehr über ein« Rabbinerwahl den stotzs »erbrech«» möge, da die Behörde schm, einen Rabbiner gewählt hat«.—) Drr Vorstand war verblüfft, zog ei» saure» Gesicht, doch mnstle er gut« Mene »um böse» Spiel mache», da durch de» duttsch-fravzösische» Krieg mit der Behtrde nicht »» spreche» war. Kr »nd beinah« all« Gemeindewftgllidu, »elche den behördlich ansgedrungeae» Rabbiner nicht wallt« »«hi«»»» sich gnn» rnhtg »nd cheilnahmsl»» dem nene» Rabbiner gegenüber, da» heißt, st« verhielte» sich s», al» «fee noch gar kein Rabbi»« am Orte. Wege» dies« Haftung stich «»» di« »be» erwähnten Inden de» hördstch verhaftet worbe». Rachde» an» der Ober-P-lizei-Tommissar sie hart «»gesprochen n»d streng» ansgrftrdert hatte, de» »«» b» Re giernng «in» gesttzl» Rabbi»« M ehre» «ch M schätze», «nrde» sie gnädigst «ntfeffe«. (Sr. Ztg.) Vermischte und neueste Nachrichtm. Alt«»». Brr Karge» fttnwe hi« Fra» S. varbnrg ihren hnndertstru GibniMog in »olle« vrsttze ihr»« Augenlichte« »nd ihr« Geistrükeäste. (Mag.) Mrw-Wort. Rllr Bllftwr bringe» bie Rachricht om, de» DM« de» Hem» «»phtali Phillip», HA »st,st,, R»o. Yorker«., »ater welchem Amwen « rüge« ei» tMnnft §mtku p, sei» scheint, »n» de» antführliche» Rachrnst», «elche mmmMch üb« die BerwaMtschafM-veziehnngen de» verst»rb««e '«M »relich Interesse»« gebe». theile» «ir einig« Rotten mit. «. Philsttz» mtr .->, 19. Ccfefet 1778 gebnm Dir Familie besitzt «ch da» Deennn n», .» «lche» »« Bm, ter CMMt «brntz »nt» Wm 13. »ng. 17b«, »de» 33 JM-. T-nier» Gorreiche» Klnig« Georg v.., bescheinigt, daß •) Diese «mnistch» erst tige, stch leicht. I) D« »m, d« Lvmmisst»» necheestwe Swwnrk schfeß» stch wfeNich an da« hiesige StMM an, «d daß diese« bet de» Amchönsft emspmchie» geändert «ordr» «fee, ist lelbüoersttnbtich. st) Sv lon>edftVw»i»g>««ftim Spende» zn» hies. Waisenhanftgietch kann dich,« nicht atz« Westme« di» vmsr» d« Pnvi», «fnehme»; »aß diese« tnstvische» dnimch »st einige» ^schehe» ist, habe, «ir berichtet. 3) D« hies. Ge»«i»d«-Bmst»»d ist d« »»fett grwese». dag ei, besonder« jüdischer Rochst»» st» Job« 1887 t» Ostprenße» nicht geherrscht HM» sdaffelbr hm Herr Silber»»»» t» »Hmnaaid» s.Z. wiMerhvlt nngedeMe«! Red.), »M daß i» HtMück «ns dst saci», Berhältniffr nnd die hnmmw Geschifttstlh- «ng drs ProvdqiG Kmnitt» di» GrüNdnng eine« besonderen jüdische» nicht »tkbsg grwese» sei. Ueberdie» steht da« hies. Waisenhan« |* de» Gemeinde- Behtrde» in gar kriner Beziehnng. —) Dergleichen ist in Deutschland «nch schm» oargebomme» »M hat «an de, Bert angewöcket mn 2^ ’b r" MD nem. >t« was mag man gegen stk. Jak. Gesnndheit eigenttich eingmornden HM«»? (Red. d. wach.) tu dstst» lag, Jana« Phillip«, «in geboren« Prrnße, „tdomnaa nock eiti/eo" Vr» Stame» Rew.yoek geworden sei. In jene» Lage, war da« kein« Kleinigkeit l Dieser Iww» Phillip« hrirmfew et« pmwchrststh. Jüdin n» mm» Bmev unser«« Naphtalin Dies« grnoß mm den Unterricht d« Stadtschale, lernt» kein« ft»«»«» Sprache», «ar ab« mit d« «aglischea Literatur sehr vrrtra» uud vcrstaM g» hebräisch, « liebte diese Sprach«, die « »och »«s seine» GroßvaN-r grler» hatte, sehr. 181« «nrde « Heran«ge»« uM -iDtUhüm« de« »Rational Advocate», «me» demokratischen Blatte«, und führt, diese» in Berbindnug »tt seine» Resse», de» Major «oah, fünf Ich« fort. 1822 trat er in Staatüdienst und blieb in demselben, ohne mit den politische» Partei«» »» wechseln, üb« 80 Jahre, bi» 1853, läng« al» Rellmcht stgiM «i» llagostefeo«. Bo» frühe» Maoartalt« au gehörte « drr portul giestschm Gonwinp» «churich Swmel an, war lang« IM« der» Parnaß >wd bi« gm GM« thätige» Mtglstd. Er war zweimal verheirmhet, sei« beide, Franen, Lauft«», «arm, au» d« Familie d« .««»««». Setz»«.. (Diesenigen, «elche sich um die Geschichte der Juden in R.-»merika bekümmert Hab«, wisse», daß Newport dir alte StammundMutwr-Gemeiad« all« Synagogen d« UM«, ist.) D« Bat» de, ältere« Setza» war der v^saff« d« berühmte, Freimaurtt-ildresir, «elche Georg Washington überreicht «nrde. Rapht. PH. hielt ftnnge an «adbachm» Speisegesetz, er war ein «dl«, wohl, wollend«, gastfreundlich« Man», höchst mäßig nnd »in allen sei«» Gewohnheit«» «in «nft« für uns«« junge» Mäu«r-. Sei« gweitr Fra», 83 Iah» alt, »M 12 Kind« llbrrlebra ihn. Er war emer der Gründ« d« Lhewra Lhrsed we-Lme«. 1802 sand man nämlich ans der Straße eine» tobten arme» Juden; Phillip» sM noch ein Ander« begliche» Ihn nnd dir» gab Nntast pK Gründung Mt Lh««ra für Krankenpflege, lodteabestattuug und Wehl, thätigkeit, deren langjährig« PräftdeM Phillip« gewesen ist, nach ihm d«. kleidete» da» Amt »»ei sein« Sich« und ei» Schwie^rfth». Roch ei» Gründ« der Lhewra ist jetzt am Leben, der »alte» Major Mordecai Mtzer». — B«»j. Peixotto hält gegenwärtig in verschiedenen Städten drr Uni«, Vorträge üb« seine Mission nach Rumäni-n. «asm,-« December wirb « »ach Lnropa abrrisen. Slduey. Mr. I. E. Salomon» ward zum Milzlied de- Oberhauseö von Reu »Südwal«- gewählt und mit dem hohm Amte eine- .Leiter»' de« Hause-, d. h. jene« Minister» betraut, dem in der Kammer die Kührunz der Rezierung-geschäfte ob» liegt. Er brachte bei der Einnahme seine- Sitze« sogleich mehrere Bll» Hw. (I. «.) Literaturbericht. Kpispza'» theologisch» politischer Traktat auf seine Quell« geprüft von vr. M. Joöl. Bre-la«. Schletter'fche Buchhand» lsng. 76 D, »KIM, laß Dir gefallen diese« kleine Han«; größere kau» «an bauen, mehr komm« nicht heran«.. Au diele« Wort Goethe'« mahnt uni Jotl'» schriftstellerische Dhätigkett; laut« dün« schmächtig« Bändchen; da» lehre enthält gar not sech»«wßebiig Seiten: da find wir ja bei de» Buch« eine» gelehrte» Proseffort «st mtgesLhr mit d« erste» Linleitong sertig. Ader »ft de» Bücher» geht« wie «ftden Schädeln: die dickste» sind »st die hohlste»; da» jüngst erschienene Heft Joöl'» hingegen hm unsere Keumaiß von Sviiwza «esenttich bereichert; schon »auch' dick« BrM ist voll geschwatzt worben üo« die Onellr» »« Spitmgistische» Wcltanschannug. aber di« Herren wußte» kein Sterben»Wörtchen hebräisch und Spinoza ist eben ei» Jade gewesen und hm sei« Jugend fast ganz d« jüdischen Liftratrr gewidmet; da mußte wohl ihre Arbeit für die Wiffenschast ftnchtto» bleibe». Joöl dagegen, «ohl vertrant «ft de» jüdisch« Philosophen, «eist Schritt für Schritt »ach — daß Soiooza nicht ohne Ratze» Maimonide« »nd Kretka» gelesen HM; da ist kein leere» Raifounirr», soMer» an» dm Quellen geschöpfte Wiffenschast. Joöl lengn« damft nicht dir Originalität Spinoza«: jede« Genie ist in sein« geistigen Wesenheit so za sage» da» Product sein« selbst, „eatwa n>“; aber er wider legt de» Götzencultn«, den man bi»h« «ft Spinoza'» Geist nnd LharaN» getrieben hat, durch de» «rrecte» Hin weil, wir viel « de» jüdische» Sehr«» entlehn«, uM wie »ft » stch dennoch gegen st« versltndigt hm. Spinoza mnß sich da« am «heften gefallen laffen, »nicht geliebt, nicht gehaßt, sonder» b«. griffen zu werden.» & Briefkasten kn Redartton vr. L, Fortsetzung sehr erwünscht. — vr. 6. »M ander» Linsender» klein« FenilletowArtikel: Wir mußte» de« Rau« seich« d« Beendigung kn 9ie*tUt ganz r»servile». — vr. >. Die Angab« üb« K. Lh. ist ja UN. möglich, kann mtr auf MhstistcMio» »d« schlech« Witz bemchr»; »HU als« «wähne»? — 18. Für diese Kamm« zu spät erhalten. G