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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-30 · 48 (30.11.1870) · p. Seite 395

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
48 (30.11.1870)
Date
1870-11-30
Page
Seite 395 (sequence 7)
Language
German
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895 so viel,wir wtffnr, seit« vor.) 3« dem ablaufmd« Johre seiner > Amtsführung hat seine Gemahlin ihm eia Kind geboren und die Stadt hat, altem Herkommen gemäß, der Wöchnerin ei«! silberne Wiege geschenkt. Auch dieser Fall soll seit vielen Jahren sich nicht in Eanterburh ereignet haben. Jap«». Die etwa 4V Mitglieder zählende jüd. Gemeind« <ver«uthltch in Pokohama — der Ort ist seltsamerweise nicht genannt) hat einen Friedhof erwarb«. O.IUc.) Ne»»Kork Moritz Ellinger, Herausgeber der ,3ew. Times*, Ist al- Coagreß-Tandidat für ein« New-Norbrr Wahlbezirk aufgestellt. Auf Vorstellung de» Her« Sim. Wolf hat Präs. Graut beschloss«, einem Israelit« da» Amt eines Indian Agent (Regierung»» Commissatrs für die Indianer) zu geben. Der Präsid«t hatte geglaubt, daß in diesem Departement nur solche Secten rcpräsenttrt sein sollt«, welch« Missionsgesellsämstea 6e« fitzen, die 3«dm aber wären kein proselyttomachende» Lolk. Da» ist es eben, worin Wolf Recht und der Präsident Unrecht hat! Die Zwistigkeiten mtt dm Rothhäutm find wohl oft durch fromme evangelische Commissatre herbeigeführt worden, welche die Seel« retten wollt« und die ttenden Leiber sich selbst überließen. Ein ehrlicher Agmt jüdisch« Glauben» wird sich strmg an dm vuchstabm seiner Amt»pflichtm halt« und nicht gestatt«, daß die »armen Indianer* wider Willen in eine religiöse Gesellschaft gedrängt werden. (I. Mess.) Literaturbericht. Machte^ Ar.» Offmer Brief an Herrn Fritz Reuter. Zwette Ausiage. Leipzig 1870.*) M kleine (13 6. «mfassmd«) Schriftch« ist tm Septnnb« d. I. «schiene», doch ist un« «st die zweir«, dies« Lage anügegebme Auflagezu Gestcht gekonrmm. Obgleich dasselbe bereite in verschiedene» Blättern (z. B. i» der »Europa«) anettennmd besprich» Word» ist, kbnam vir doch nicht nochtn. »achttäglich n»ch unsere »es« ans di« Broschüre anfmerksa« zu »ach» und dem Herrn Berf„ einem sing» Israeliten in Eisenach, uns«» «olle Snerkenanng sowohl für dm Inhalt, wie für die Form einüznsprechea. Li« veranlaffung zu de« »offen» Briefehat folgender widerliche Vorfall gegeben. klm S. September fand in Eisenach eia Festmahl statt; Fr. Reuter ergriff da» Wort »nd äußerte in sein« Lrinkrede: »Ja dm 20« »ad 30» Jahr» diese» Jahrhundert» sei» di« deutsch» Geister zmn Lheil so verblendet und vaterlanbüverrätherisch gewesen, daß st« Napoleon I. für ein» Her»» »er Renfchhett gehalten »ad gefeiert hätten; und di« die« gethaa, da« sei» besonder» dies« «lende» Jndenbengel«, wie,.«. Heinrich Heine gewesen, der sich nicht -eschent habe, Napoleon zn verherrlich», wie beispiel«. weise durch da» Lied »Rach Frankreich zog« zwei Grenadier« tc Herr Wachtel erhebt sich nun gegen dies» Auübrnch cyrischer Rohheit »nd weist 1) d» darin gegen H«i»« »ad Börne (an d« Reuter bei dem Plural der „Jndenbengel«" gedacht Hab» muß) erhoben» vorwarf zurück, indem er ihre deutsche Gesinnung, ihr» glühmdm Patriotilmn» schildett und an» ihr« Werk» belegt; 2) vettheidigt er di« Jüd» gegen di« in dem Rentrr^chm Dictum liegende Beschimpfung und Verdächtigung. Wir verweis» ans da» Vchristch» selbst, welch«« wir nicht ansschreiben, au« de« wir auch keine vlnmmlese treffender Watte hi« gebm können. Rnr zwei vemerknng» «oll» wir an d» Vorfall and da» Schriftch» knüpf» E» ist wahr» daß da« ganz« junge Deutschland — im wörtlich», nicht in de» bekannt» literar» historische» Sinn« — da» ganze liberale Dentschland sehnsüchtig hoffend, »ettraaend, zam Dheil an- oder doch aachbttead auf Frankreich gebückt hat. wir Hab» üb« di« Ursachm und di« Folg» hi« nicht z» reden. (S. übrigen» S. 246 der Wochenschrift I) Wird etwa Renttr selbst» wen» « uaonti, oompo». der Erinnerung fähig ist, behaupt», »aß « in seinem „Festnagslied" von deutsch» ZnstäSm begeiftrtt gewes» sei?! Warm» denn g««de d» .jndenbengel»" die» ansbürdm?! Wie viel christlich, germanische Väng« nu Liedertafel» Hab» „dir zwei Grenadiere" gesungen» in welch« Gedichtsmnmlnng fthl» ste?l Wem wäre Franzi«-Asßttnng («k Besachtnng de« Dmtschml) »ehr »orznwers» al» Friedr. d. Gr.? w«n« beschimpft niemand sei» «ndentm drswe^n?« Da Hab« wir jea» Indenhaß, d« jede» »Maß ergreift, «n, ta» in roh«, bald in urvan« weise, die Gegmständ« seine« verhalten« Groll» |u treffen. Sb Hab» «st vor 14 Lager ,» Pietsch gesprochen, und steh« da, di« „schön« Geister" begrgnm sich, Pietsch leitet feine klbfnrdttäte» richtig mit «ine» Reuter'schm witzchm ei»! R. htt sich in sein» Schrift» vielfach an d» Iudm gerieben, jSoch «eist in ziemlich harmlos« weis«; wir Ind« dürft» nn» wahrlich rühm», unbefmg» gmng zu sein, um dergleicken z» übersehen, mit zu lach» und die Reuter'schm Späße ganz g«u zu lrsm »d« z» hören, »ber gelegmtlich bricht di« inner« Rohheit de» Manne» dnrch, tritt d« obttritische Flegel zu Lage. Und solche Gelegmhett bietet, nach altem Wahrworte, der Lrnnk! Da» ist die andere Sette der Sach«. Sett Lacttu»' Zeit« ist diese» Rationallast« bekannt und hat nammtüch unsäglich viele hochbegabte, iatbesoaderr zu Lchtm Dichte» angelegte ReMrm ruinitt, verkomm« lasse», wir »oll« nur Günther und Grabbe an« der lang« Reihe nenn«, wir verschweig« andere Namen, der« Träger noch weit höher — geistig ,d« gesellschaftlich — steh». Die Vers— Genie« bildm eia« sehr schwarz« Puuft am dmtfch« Geifteühimmel. Herr w. hat genug gesagt, um den Zusammenhang »wisch« geistig« Getränk« und dem in d« fraglich« Trinkred« waltend» Geiste erkenn« zu lass«. E» ist bei eine« so jung« Manne anerkenne»»werih, daß di« kÄspielung so decmt gehalttn ist. Da» Schriftch« hat durchweg männlich« Haltung! Notizen. „3«o. Sec" berichtet, daß «in zweihändige« Werk üb« jüdische Geschichte und Ltttratnr, »«faßt von Miffe» konstante und klnai« Rothschild Löchte« de» Sir Anthony tL, sich unter d« Presse befindet, und daß d« erste statte Vaud al«bald aukgegeb« «erd« wird. Nähere« üb« Beschaffenheit de« Werke« ist »ich« an-egeb«, doch ist auch diese vorläuslge Notiz Sens» iatereffam »oft erfreulich. Herr I. Steen» Inspector d« gacobsmffch« Waisenaastalt in Sees», hat nn» «in« antführlich» klntikritik d« kurze» Anzeige seine» „Gebete nud >ndacht»büchlein»" (Nr. SV) übersendet. Daß wir sein Schreib« io setne» ganz» Umfange abdruck« soll«, wird Herr St. nicht begehre», wir theil» «doch da» Lhatsächliche au« demselb« bereitwilligst mit, well diese Notiz« üb« eine ein« gefeiert« Ramm ttagende »ustalt von allgemeine« Jutrreff« stad. (Die bereit» 1801 gegründet« Jacodsm-Schnle in Sees« ist mit d« hier erwähnte« waismanstalt nicht idmtisch, steht jedoch «tt derselb« in gnsammenhang.) Herr St. schreibt: „Sett der Gründung der Jacotson'scheu Wiismanstalt 1852 ist» mir vergömlt, dies« für gemischte Loasesstoa« gestiftet« Lustalt al» Leiter und erster Lehrer vorznstehm. Die Zahl der aufznnehmendm Waismknabm war ursprünglich auf >2 festgesetzt. Dnrch wein harmonisch«« Znsammenwttt» mit dem edlen Sttster unser« «nstalt, dem Rittergut«besttzer Hrn. M. Jacobson auf Schulzeadorf, ist e» dnrch «ei» Bemüh« Gott Lob! dahin gekommen, daß jetzt 22 Waismkuab« darin erzog« «erd«. Bon der administrativ», pädagogisch« und ökonomisch« Leitung der »»statt will ich nicht» erwähn«; e» ist aber thatsächlich keine leichte «ufgabe, jüdisch« und schriftliche ttinder gemeinschaftlich zu erzieh« und dabei die „berechtigten Eigeuthümlichketteu" eine» jedm Dheil» gewissenhaft zu berücksichtigen. Inwieweit nnr die» gelingt, da» darf -ich getrost de« Urtheile besserer Sachkenner überlassen. Unser« Haulaudacht wird an dm Wochentag« gemeinschaftlich abgehaltm, an Sabdach. und Festtag« iudeß bete ich «tt den jüdische» «nab» »ach he» kömmliche« Sebranch allein und erkläre ihnen bea jedesmalig« Woche», abschaitt. Zu diesem vehuft sah ich «ich dringend veranlaßt, mir vorerst für di« Alltage Material ,» d» «ndachtsübnug« Pt sammeln, woran» mein Gebetbüchlein entstand-n ist. Bevor ich'» ftdoch dem Drucke übergab, habe ich dasselbe drei oamhaft» Rabbiu« zur vegutachtuug «orgelegt und habe von all« Seiten ehrenhaft« Zustimmung erhalten Oste« ist die 2. Auslage erschienen." zirtefüüße« der SUfcuti*«. vr. ». in W. Ihr Brief «bst Buch vmn ist erst in dieser Woche angttangtl — Otr. in P. E» ist »ich« thunüch, ausführliche Rttrotage über Privatperson«», wen» auch in ihr»» stresse wohl verdiente, auf- *) Zn« Best» der HintertliSen» denffcher strteger. hirei» Vi» Lhlr.

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