Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 46 (16.11.1870)
- Date
- 1870-11-16
- Page
- Seite 379 (sequence 7)
- Language
- German
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379 Ja Snilol haben End« August Bewegungen »nstr der Söevölk». r»»g siattgefunden, »«Ich« ein« sehr drohend» Haltung stgkn dt» Christen au» »oh»t. Ein Schreiben i» b« »Xinci. beschuldigt Mi kortigra Juden gmbqo, bic R»|—ubamn onfgehetz« M total. Mherre Oricft in taBl'Cbes Watt», Bereut« auch rinn vou Sir M. Monteflore, »iderlege» jedoch jene Slukloge gründlich. WsfHi«ßtv«. 8*1 bn Etnwethuvg brt Steubeu-Denkmals an 10. Oriobn httlt Stm. Wals dir Festrede. Etc ist tm »Hebr Stabe« nit> getheitt nnb enthält wesentlich Parallelen zwischen Deutschen unb Franzose», zu Gunsten jener. Wolf ist, wie wir schon mehrfach erwähnt habe», Jude, au« S)ayer» gebürtig, bekleibet schon jetzt einen hohe» Poftea im Staate unb wirb wohl noch von sich reden machen. Lein lebhaftes Eintreten für die Juden in Rumänien wird unser» Lesern noch erinnerlich sein. St. Franeißco. »Je«. Mess.« berichtet über die Feier des Neujahrs - und versdhuungssestes im ferne» Westen. In (Ittai großen unb kleineren Spuagogen, von denen ein» bereits als die »alte Synagoge in Stock«» Street» bezeichne« wird (sie .kann höchstens 20 Fahr» alt sein), mehreren Chebras und einigen »Lokalen», die sonst ganz ander» Zwecken bienen, wurde Gottesdienst gehalten. Die Gesammyahl der zum Gebet versammelte» wird auf 8000 geschätzt. Mau bemerkte im Geschäftsverkehr die Abwesenheit der Ache» gar sehr. — Dem »Boston Advertiser« oder schreibt ei» Correspondent aus Ne«-York: »Das Eintreten jüdischer Feiertage aus den 25. und 26. September und gestern (5. Oewber) zog dies Jahr «ehr als sonst di« Aufmerksamkeit auf de» wachsende« Einfluß der Juden auf de» Handel, vostoner Kaufleute könne« sich keine Idee von der Wirkung dieser Festtage mache». Der Verkehr fällt auf fast ei» Drittel.» Variabel. »Jew. stier.» theilt dt» »Beschreibung eines Besuchs in der Synagoge am (Vorabend des) Io« Kippur» aus dem »Barbados Elobe« mit. Dieselbe ist intereffam, aber zu aussührlich, um sie hier wiederzugebeu. Wir begnüge» uns mit der eine» Notiz, daß di« Predigt über Ezech. 18,32 — ich will nicht, daß der Sünder sterbe x. x. — auch ans di« zahlreich anwesend»»«, de» besten Klaffe» angehörige» Christen eine» so ttefe» Eindruck «»achte, »daß das Amen am Schluff» vernehmlich von mehrere» derselbe» «viederhol« «vurde.» In Skelbnritr befinden sich zwei jüdische Gemeinden. Man ist jetzt bestrebt, eine Vereinigung derselbe» zu Stande zu bringe», um mit geinetn» samr» Kräfte» »ine prächtige Synagoge zu erbauen. Der Platz ist bereits bestimmt. _ Notizen. Ein Mischer Artikel in Meyer'r SonversationsftliCOK. Di« falschen Vorstellung«« von der jüdische» Lehre und dem »ach ihr sich gestaltenden Leben, welche man «utrr de, Nichtjude» des blltertham» und des Mittelalters so häufig begegnet, sind auch heutige« Tages noch vielsach anznsteffe». Di« jüdisch« Preffe hat oft Gelegenheit, Einzelheiten hieraus nachtznwetsrn und dmnit fest»,stellen, wie Btsig wtfn reichhaltige« Schrift, tham» das» i» nicht hebräischer Sprach«, am Meist» geeigmt wäre je« falsche» Vorstellung«» zu berichtig», i» mcherjüdisch« Kreis« gedrungen ist. San auch «ine gehörige Kenutnißnahmr von diesem Schristthum« nicht von Alle» zu erwarte» ist, so z. stß. nicht vou de»«», weich« nie »nd »immer lerne« wesie», weil sie um durch ihm flüstere Ignoranz selig nach ihrer Fagou sich gsianben»), so müßt« doch ein« »olle verscksichtiguug unsere» Schristthum« von Den« gesordert werde», welche, im Dienste der Cultnrbildmig stehend, sich bernse» fühlen für di« verbrett»», richtiger SSegriffe »ud Darstelluuge» Sorge z, trage». Dieser Gedaule erfüllte aus, als mehr tu zufälliger Seife der »rtilel «Adamsapfel« im Meyerische» Couversations-rqiro» «ns M Gesichte Sem. SRr lasten denselben hier folge» und bereite« dt« darin yarstemmeNdt» liurichtigkrite» mtt nufere» SstemerkUnge», di« wir in Porenthefe» gebe». „Adamsapfel (Paradiesapfel), Abart der Citrone, eirund bis dir», förmig» mtt bisiähnlicheu Narbe» und wnksi» in der goldstlbe» Schale, so» nach dem Glaube, der Israeliten Mcfattc Frucht sein, m welcher Adam im Paradiese gegen Gottes Gebot tesiett (wahrscheinlich aus dem Midrasch Berefchtth sttabba o. 15 hergelettet, iuvolvttt aber nicht im Entfern, stsie» «ine» Glaubenssatz der Jsraetite». Ltztrd doch in »er Dhm dort von »wfchiedmm Lehrer» die von Adam geuossen« Frucht verschieden anstgebe», asts Seigen» Weintraube», Feige») und wird daher beim Lanbhittteufeste sitbroncht (siehe 3. «mH «osis, C. 2», v. so. wo auch nicht mtt eine« *) Stt tz öst. der Domprediger Htmmelsiedh der i» seinem stlnssatz«: «Dtt Inden «» Franken", enthalte» im 12. Bande des Archive« de« htstori. sche» östereins (öSürzbur, 1853, S. 168) wörtlich sagt: solche Christen, morde, sowtt dtt frevelhafte» Eutweihnugen der heilige» Geheimnisse »0» Seit» der Inden gehöre» dnechans nicht in das Reich der Ersindimst». Sie stemme» in alle» Jahrhunderte» »ud in alle» Lättdern vor" ». s.». Worte eines solche» Grundes Erwähnung geschieht), indem dtt Hütte entweder damtt ausgeschmückt wird oder beim Mahl« «in Bouquet eireulirt, worin ei» Adamsapfel, ei» Palmtnblatt und eine weidenruth« die Hauptbeflandthelle sind (der ganz« Satz enthält lauter ilmichtigkette», indem btk«,»rrtch die tu der augesührtt« Schriftsttlle bezeichn eten vier Fruchtarten nur für den Gebrauch »ährend de« festtäglichen Gottesdienstes bestimmt flndi. Mau will darin eine Hindeutung aus dtt altt Hrimath, wo die Palmen «ad Orange» gedeihen. und aus dtt jetzige» rauheren Wohnsitz« finden, «äh» rend Ander» im Adamsapfel da« Symbol des Prächtig«« und Neichen, in der Palme das einer machtvolle» Stellung, in der weide aber eine Anspielung aus dtt dermaltgen gedrückten verhältniffe der Jude» finden wolle« (die nur aus der Phantasie des verfaffers hervorgegangene «ymbollsirung harmonier nicht im Geringsten mit der» welche der Midrasch zur Schriststelle enthält). Dtt Hetmmh dttser Frücht« ist Corfu, das südlich« Italien und Sicilien, von wo stt in Kt,dm von 20—25 »der auch 190—200 Stück, sorgfältig mit Pa» pttr «der Werg nmwickett, in den Handel kommen. Die Inden suchen be» sonders dtt vollkomme» reine» und reifen (wttder unrichtigI). oben mit einem krön ähnliche« Auswuchs und unten mit einem vttele versehenen Exemplare aus und bezahlen eine» ansehnlichen Preis dafür. Auch find dtt Kiste» mit eine« dtt richtige An der Ettsammlung (muß heißen Pflanzung, mit Rücksicht auf das Gebot im 3. v. M., C. 19. v. 19) verbürgende» Certificat des am One der Einsammlung wohnenden Ober»Rabbiners versehe», «nd so vtttt Früchte dtt Kiste enthält, ebenso viel grüne (der ganze Satz incorren) mtt Fäden umwunden« weide» — Chodes — (soll wohl heiße» Hadasstm) und Palmenzweige liegen bei." So wett der ANikel, der genügend beweist, wtt wenig pwerläfstg ein solches Nachschlegebuch ist.») Im Jnterrffe der wahrhett liegt uns der dri». geade Wunsch nahe, daß Herr vr. Hamburger bei der Fortsetzung seiner Real-Encyclopädtt für Bibel und Talmud, welche mtt vielem Rechte einer sehr günstige« Aufnahme sich zu erstellen hat, eiu besonderes Augenmerk ans dergleichen unrichtig abgefaßte Artttel lenken möge, um sie, sowett sie in den Bereich dieses Werkes gehören, in correcter Darstellung am Schluffe des Ganzen zu geben und damtt dtt Verbreitung richtiger Vorstellungen über Jude» und Judenthum weseatlich zu fördern. Ab. Lileralurbericht. Dr. A. Ktttsstßelvver, Festrede, gehalten am trv 18. Oktober 1870. Berlin. Eine Anzeige dttser Predigt gehörst eigentllch unter dtt stkubrik der »Kriegsnachrichstn.« Stt handelt vom 18. Dctfc, als Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, als Geburtstag des Kronprinzen und als nT, eigentlich als Nachfeier des W, Tqt 1. König 8, 66. Nach dem Zeichen 3Vp TB werde» die Beziehungen zwischen diesen drei so disparat«» Momenten besprochen. Daß das nicht ohne »Kunst« angeht, lenchstt ein, «s ist aber mtt Geist und nicht »hue Geschick geschehe». wir gebe» eine Prob«: »Denken wir zunächst an jene große »Loosnng» (er*), an jenes tragische Würfelspiel jenes erhebeuden Völkerdramas, das sich vor jetzt 57 Jahre» abspielte. Oder waren es nicht etwa Loose, von deren Ausfall las Wohl und Weh« des ganze» Erdtheiles ebhing? war es nicht ein» gewaltige »Loosnng«, an welche jede Ratio» heraustat, dtt derzett »ach der eine» oder ander» Sette dtt gewaltige» Coutingeust stellst? Ja, um de« vtld« noch näher zu bleibe», »irr» es nicht neue Leese, zu denen sich dtt heldenmüthige» Jünglinge Deutschlands zu jener Zeit drängten, mtt einer Gluch der Begeisterung mtt etnem heilige. Ernste, mtt einem patriotischen Feuereifer, wtt er noch ntt gesehen, neue Loosnng, »euer Hinzustttt, »«»es Hindränge» zur »Dar» bringung der Opfer« auf dem Altäre des Vaterlandes? Uud diese Stehn«, wie sie damals neu war, blttb sie auch in der Fol,» beffpttllos, bi» sie tu unserer Heltaqett von unserem HeldeuvMst de gleich Heiller «oterlaudsliebe ja einem einzig dastehende» Paar« gepaart wurde.« von de» Styl der Predig» gttbt aber dieses Briuhstück kein« geuügeudr Prob«, derselbe ist an vielen Stelle» ebenso »»stwIHMich, wtt dtt »-»st Aulast, »nd macht sich von den hergebrachte»Reget, gänzlich stet. «»«Masse von mitmiter sogar wenig gebräuchlich«, nn» sicherlich etnem große» Theist der »Adas Jtsroel« unverständliche» Fremdwörter» ßln» nicht alles so treffend med »relativ gerade, wtt dtt obige Prob«. Hirteflterße» der Htsiaklisr. Uetz, der »ßefirr jü». Zeit. Tausch angenommra. — Lehrer Hvlst«. Dtt Zahl solcher Bücher ist sehr stoß. Für Ihre» Zweck eignet sich wohl »CMf tsr. Religion« und Sittenlehre. wie» 1870.« Preis 20 ix. *) Im Artikel „Jüdische Literat»" kwnme» felgend« Schnitzer vor. „R. Rieß (?)» wohl der gelehrtest« Kenner der jüdische« Literatur." Ferner: ^nnz, Beistäst zur Literotnr der Jude», statt „Z»z, str Geschichte »er Literatur."