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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-16 · 46 (16.11.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
46 (16.11.1870)
Date
1870-11-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K2 46. —187». t.Achr-O«g. Wachen-Schrift ffr die religiöse« und soeiale» J«teresse« des Judenthums. Erscheint jede» Diinwoch Prril vierteljährlich 20 Silberg wsche». -nsertt«»»g»giihr fft* M< deetspaltige Petitgeil» »der deren »lanm BeranNvvrUicher äiedakteur »d Heranigeter Rabbiner Dr. A. Iramrfetr in Stettin. Breslau, 16. November 1870. Zu begiehe» durch all« Vuchheadlnnge» »ad Postanftalte». -»lernt«.Annahme^ t» tff SchletteTschea Suchheovlung (H.Skatsch) tu Br»<l»». Inhalt. Leitender Artikel: Dt, u»,arische» «irren. (Schlrß.) Lrte^.Muchrichte,. Srntltetvn: Iuaaita. Berichte und «»nespon- **■}«: Deutschland: Berlin. Hamborg. Mannhel». Oesterreich: Lemberg AnO «irder-Ungam. «rvßbritanuien; ßvndmt. «erbte»: Betzrad. stßermtschl» u. nenestx Nachrichte»: Altona. Schwerin. Pari», Aeverpvol. >»« Jerusalem. Damatru». Washington. St. Araucts«». varbad«», «elburue- Nvltge». Ltternturstertcht. «ritskaste» der »ednetion. «aea»^»»Liste. Inserate. Die ungarischen Wirren. (Brief aa eine» Eorrespvnwnten.) (Schluß.) Di« Ursache», welche di« in Ungam obwaltenden Kämpfe fo heftig austreten lassen und den Unterschied zwsschen den dor» tige» und de» deutschen Verhältnissen bedien, scheinen mir in folgenden Punkte« zu lieg«: Zu« ersten habe« Sie doct die bei un» nicht vorhaudeue« <lh»Wdi>i Wimm mm fcfc «tarn und demselben Ort« nur ein« «tägige töraekttssche Vultut» gemeiud« bestehen kan» und darf (ß 10), und wen» der Zu» sammmhmg ergiebt, daß auch uur ein Gottetdimst iu der Ge- «etude geduldet werde« soll, so müsse« di« Ehasfidim, welch« «st de» '.abbtnischeu Juden nicht zusammen best» wollen, dadurch gu der äußerste» Gegnerschaft getrtebe» werden. Und wer »och so sehr etu Gegner de» Ehassldimwesm» ist, wird darum doch nicht wiiuschen, daß ihre BetÄung«, meinetwegen ihr Gotteßdieustunfug, durch'Gewaltmaßregrlu und statutarische Quälereim unterdrückt oder verhindert werde» solle«. Daß orthodoxe Organisationßstatut greift dies« Punkt mit Borficht an, indem gleich tu de» beiden ersten Paragraphen die Gleichberechtigung der »Mtnhage Aschkenai und Sefard* scharf hervorgehobea wird.*) Eie haben dort zweiten» die extremen Orthodoxen, welche bet un» fehlen oder wenigsten« ohne jede» Einfluß find. E« ist unlängst in de» beiden gegriertsche« ungarisch« Bläste« eine Polemst über die .fiebm Ramm*, welche die Orthodox« «ach und »ach angenommm Hab«, geführt worden. Die Namen iutereffir« un» hier nicht, aber die vielfach« Schattirungm jener Richtung. Ich will nicht wiederhol«, wa» ich in der .Wochmschrtft* t» vorig« Winter darüber gesagt habe, uud uur kurz die bei dm fhumc« erwähn«, die in Deutschland fehle». (S< find diejmigen, welche d« Sah de» Shulcha» aruch, »der Jude muß *) Unter „Müchag Sesard" iß, ba t» wirtliche SephardbwSemeiudeo nicht i» llngar» ziebt. der Lhafswtu i-ßiÜu» »hu« Zweifel |» verstehe». Die Ebasßdim hob« »ämlich ewige» «u» de» portugiestfcheu «t»0 «atlehm, «i-ßMAch Am» man eher »«» einer larrikatar defielbeorede». Bemerke»«- «wrth bleib« immer, da» sie sich ,» da» darf «ein» Beb«-Bim» «»der»", welche» ih«r» z. Z. «chqM gehavr» wurde». nicht im Mindesten stekchrt haben, ß« hat» d« allergriißt» Dheij derPinstm geßricheo mld auch d» ffl*rn non hier «ch da Ländert Mk, — (bk W4 Ehasstdim. fich unterscheid« durch seine Kleidung, durch seine Sprach« (Semag) u. s. w.' aufrecht erhalten, dm« daher unsere fich »dmtsch* kleidend«, deutsch fchreibmdm und predigend« Orthodox« ebenso anrüchig find, wie die Radtkalreformer, als» daß fie da» V2', womit fi« die bestrffmden Namen beehr«, wohl nur mit etwa» größerer oder schwächerer Energie autspreche». Dan« komm« diejenigen, welch« in jeder Abänderung de» Herkommen» in der Synagogm-Eturtchtung Abfall vom Juden» Ihuhz sehen. Dir Hab« zwar auch einzelne Leut« dieser Art .Ja-äMf61aaft».«fcBiu .Mschwstidqz.tgH8«zigr»stMde» Nmmobd*, fie könnm höchst«« versuch» durch Abwesmhelt. durch Ferubleib« von der Synagoge zu glänz« und fich zu getröstm vpt rvn na »stehe, ich bin noch ei» durchs«» Frommer*. Erst da, wo wettergehende Reform« ihn« in die Hand «bette», könnm fie ein« — öerachstgtm — Einfluß gewinne». Bon letzterem Gesichtspunkte au» läßt fich den« auch nicht verkenne», daß dt« deutsch« Reformer die ungarisch« Wirr« mtt verschuldet Hab«. Mau weist d«auf hin, wie in Deutschland die Reform von Stufe zu Stufe weiter gegangm ist, uud glaubt d« erst« Ausäng« widersteh« zu müsse«. Aber Ihre Radikal« find drttmn» auch wohl andere Leute al» die unsrtg«. Bet u>» Hab« dies» fich zumeist vom Go» meindeleb« lo»g«sagt, jmsett» der Leitha scheiam fie »och erheblich« Einfluß auf Cultu» und Schule üb« zu vollen, Hab« »och dm Trieb Propaganda zu «ach« «ich d« Ehrgeiz die Letter der Gemeiud« sein zu «oll«, «ährend ferner unsere Radikal« — von dm Rabbinern Vieser Richtung abgesehen — alle« jüdisch« Wissm« bau und daher leicht zurückzuweis« find, giebt e» bei Ihn« Vtejentgea, welche au» der Jugend dt» blmdmbm und verderbliche« Waffm de» halbwissmd« »Epikore»* mttbri:rgen. Dafür find dir Radikal« dort vielfach jede» audem reell« «iffm« bau, ihr Anspruch auf BUduog beruht einzig und allein aus ihr« wmige» phras« und der prakstschm Jrreltgiofität; in D«tschlaud find unter ihn« überwiegend die Männer, die wenigsten« wirklich etwa» gelernt Hab«, der« VUdnng nicht rein nur Ftmiß ist. Die» fährt auf «tu« vierten, wie mtt scheint, recht wrsmtltchm Unterschied. E» wncentrtrte fich für die Jud« tu Ungar» »och bi» vor Kurzem da» öjfmstiche Leb« weseuütch auf die religiös« Interesse». »Die Synagoge ist der einzige Ort. wo der Ache etwas zu jag« hat,* ««tut ei» Bolktwitz. Darum müss« die Kämpfe heftiger sein, r« wird kein Theü der Spa».

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