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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-11-02 · 44 (2.11.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
44 (2.11.1870)
Date
1870-11-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 44.-1870. IJahrg Wochen-Schrifl für die religiöse« «nd socialen Interessen des Jndenthnms. Erscheint jeden Mittwoch. Prri» vierteljährlich 20 Dilbergrosche». -»serti«»»^e0lthr ft- Mt dreispaltig« Petitzeile »der der«, Raum I»/, ««*. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. A. Irexenfels in Stettin.' Breslau. 2. November 1870. Zu beziehen durch alle Buchhandlungm and Psstaustaltea. Zuserateu-Auitah«« t» der Schletter'schen Buchhaudbrug (H. Skutsch) in Breslau. Auhalt. Leitender Artikel: Der Feldgotteddienft a« verslhuungslage vor Metz. Kriegs-Nachricht«. Feuilleton: Juanita- «öatgswarteriana. Berichte uud Torrespoudeuzen: Deutschland: Dtettin. Breslau. Erfur» Frankfurt a. M. Hamburg. Hannover. Frankreich: Marseille. Vermischte und neueste Nachrichten: Sandsberg O/S. Berlin. Tourt. Rom. Slockholw. Amerika. Linciuuati. Berichtigung, vaeauzeu- Stste. Zuserate. Der Zeldgotterdienst am Dersöhnungrtage im Lager vor Metz. Berichte und Schilderungen aus dem Lebe« der jüdischen Krieger haben seither einen großen Raum in unser« Blatte eingenommen. Da auch die ausländischen jüdisch« Blätter, italie- Nische, englische, amerikanische, fleißig Auszüge auS den von unS und anderen Zeitungen gelieferten Notizen mtttheile», so dürfen wir wohl annehmen, daß die Rubrik der »KriegSnachricht«' die Leser interesfirt. (Den heißen Wunsch, daß der Stoff dazu recht bald «ußgehm möge, theilea wir ja mit All«!) Dir geben daher einen unS gütigst mitgetheilten Bericht über den in der lleberfchrist genannten Gottesdienst in seinem ganz« Umfange, unv räumen ihm, um ihn nicht in viele Stücke zerreißen zu müssen, die Stelle deS Leitartikels ein. Ist doch die Feier deS VersöhnungStageS seitens einer großen Zahl von jüd. Kriegern im Feldlager ein Unikum, ein einzig dastehendes Ereigniß. Wir müssen weit, weit in den Büche.« der Geschichte zurückblättern, um Sehnliches zu find«. Jofephu» (AntXlll, 10,8) und Talmud Sota 33, a. erzählen von einer in den Tagen Johann Hyrcan« (>'2 prm) am 2^ 2*iy gewonnenen entscheidenden Schlacht der Juden vor Samaria. Der König und Hohepriester war zm Feier deS BersöhnungStageS auS dem Felde nach Jerusalem zurückgekehrt und hatte seinen Söhnen den Oberbefehl übertragen. Am Feiertage im Allerheiligsten ward ihm die Kunde deS durch die Jünglinge errungenen Siege». Damals haben ohne Zweifel die jüdischen Krieger im Felde den LersöhnungStag gefeiert. .Seit Juda aus seinem Laad« vertrieben', ist solche«, unsere- Wissens, nicht wieder vorgekommeu. Der von Herrn 0r. Blumeustein an daS gr-,ßherzogliche Stadt-Rabbinat in Mannheim erstattete Bericht über feine Sendung lautet: Mannheim, 19. Oktober 1870. Andem Lager vor Metz zurückgekehrt, beehre ich mich, über d« Erfolg de« mir ertheilte» ehrenvoll« Austrag» ergebmst Bericht zu erstatt«. Durch die Legitimation, welche mir auf Hochdeffelbm Ansuch« von dem Bürgermeisteramte «nd Etappm-Commaudo in Mannheim erlhellt wurde, erhiell ich als .iSraelittscher Feld- Geistlicher' stete Fahtt (2. Claffe) in da» Hauptquartier de» 1. Armeecorps, wohin ich mich gemäß der von Sr. Ercellmz dem General v. Mauteufftt au großh. Stadttabbinat ergänz«« 4 telegraphisch« Mittheilung ä. ä. St. Barbe dom 25. v. MtS. zunächst zu begebm hatte. Wie Hochdemsclben bekannt ist, reiste ich Donnerstag den 29. Septbr. von Mannheim ab, gelangte aber a« diesem Tage nicht weiter al» bis nach Saarbrücken. Hier wurde mir vom Etappen-Commando Ouartter für die Nacht im Haufe des Herrn Banquier Michel Simon angekviesm, woselbst ich gastst«ndliche Aufnahme fand. Herr Simon, der verdienstliche Gemeinde-Borsteher, uud mehrere andere Gemeinde-Mitglieder zeigt« ein lebhaftes Interesse für meine Sendung. Ich kam am folgend« 'Tage gegm Mittag nach CourrelleS, der letzt« Essenbahnstatton vor Metz und erreichte gegen L Uhr vermittelst einevon dem Johanniter Baron v. Gramm auS Hannover mir fr«ndlichst zur Verfügung gestellt« Wagens meinen Bestimmungsort. Ich begab mich sofort zu Sr. Excellenz dem rcmmandirendm General v. Manteuffel, der aber ebm im Begriffe war sich mit dem Generalstabe zur Tafel zu begeben. Excellenz empfing mich sehr freundlich, lud mich zu Tische ein und bemerkte, daß er geschäftlich erst um 3 Uhr mich zu sprechen wünsche. Dankend lehnte ich die freundliche Einladung ab und fand mich zur bestimmt« Stunde ein. Ich überreichte Sr. Excellen, daS verehrliche Schreiben vom 28. v. M., in welchem großh. Stadt-Rabbinat mich zur Ausübung feidgeistlicher Function« für die Soldat« israelitisch« Glaubens präseutirle. Der Herr Gmeral äußerte: Da- Gesuch großh. Stadt-Rabbinatvom 18. v. MtS. fei zu seinem Bedauern erst spät angekommm, weshalb die Berufung eines i»r. Feldgeistlichm und die Abhaltung eines organisirtm FeldgotteSdiensteS an dm beidm NeujahrStagm nicht mehr zu ermöglich« gewesm, er habe indeß die Berücksichtigung der Soldat« iSr. GlaubmS bei Heranziehung zum Dienste an dies« Festtag«, soweit nach dm Verhältnissm thunlich, bei seinem Armee-CorpS und der sein« Befehl« wttergebmm Division Kummer angeordnet. Dm Gottesdienst am BerföhnungStage de» tteffend, bemerkte Se. Excellenz, daß ich onch nach Olgy zum General v. Kummer zu begebm habe, da in der Dtvtfioa Kummer eine bettächttiche Zahl Soldat« israelitischen GlaubmS sich befind«, auS der« Mitte auch da» Gesuch an großh. Stadt-Rabbinat um Verwendung behuf» Ettauboiß zur Feier der hohm Festtage ergänz« ist. Die Division Kummer besteht nämlich au» mehreren combinitt« Landwehr - Regimentern, die dm Provinz« Posen, Ostuud Westpreußeu angehören. In der Unterredung, tu welcher Herr v. Manteuffel wiederholt feine Freude

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