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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-10-26 · 43 (26.10.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
43 (26.10.1870)
Date
1870-10-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N° 43. —1870. •? t. . .i' IU Jahrgang. Wochen-WrM fir die religiösen und sorialen Jnteressen des Jkidenthnms. Erscheint jede» Mittwoch. Preis »tir«ilt»hrlich lv Gtldergroschm. p»/rr<to»»H»»il»r (•( Ml dreispaltig« p«tit|«U« »dir deren Kaum l'/i e-r. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Vr. A. Irenenfetr in Stettin. Breslau, 26. Cctober 1870. all« Buch >ieh«n durch in und Poftanftalreu. -ch^e,.Z,n«»M« V^letter'schsilTdnchhandlnn- (H. Akntsch). .' rtf Breslau. * Ir.: Inhslt. Leitend«, Arttkelr Elsaß nnd Lothringen. Krte-s-iKschKchten. FrnUletnnr gnnwUa. wentschland: Verl in. An» der Provinz Posen. Pinn», tksthen. «n« witrirntlnoi. An» Nemt«». Prag. Stockholm. Kew-Yort. Ntterntnrdericht. vreslan. (Eingesandts vaeatz-OP^Liße. Inserate. «Uleton: JnanUa. VdAMti,u»d «orrespondenze,: «ütddentschlond. BmuffchchMlh «enestr Nachrichten: .43% tu Gin längerer Original-Atttkel über den von Herrn 0». Blumenstetn im Lager vor Metz abgehaltenen Gottesdienst ist erst nach Schluß der Redaktion eingetroffrn und konnte de»« halb in diese klummer nicht »ehr ausgenommen werden. Elsaß und Lothringen. 8<r wollm den geehttm Leser d. Bl. vor Allem von der MuchtHesreien, die ihin die Neberschrift diese» Artikel» eingeflößt Ilelbm Autorität wie die ihrer nichtjÜdischtt» Eollegm bekleidete. «NF. kviefe Zeik« bmbstchtlgm keinawrz» einen Beftr^ MHWs MAVMWkk-ksii, und' Such fi "ftt GFellschast «Sr der tu der deutschen Publicistik bi» zum Ueberdruß ventilitte» Frage über da» Schicksal der beiden zu annectirenden Provinzen zu liefern. Unsere Anschauung vom Judenthume und von der Religio« überhaupt bietet un» keine Handhabe, einen Zusammenhang so specteller, wem auch .weltbewegender' Fragen mit dm religiösen Princtpien zu mtdeckm, und Graf Bi-marck wird daher auf dm Rath und die Unterstützung seiner Pläne durch die »Israelitische Wochenschrift' schon verzichtm müffen. Wem jedoch nicht alle Anzeichm trügm folltm, so werdm die von dm deut» schm Heerm orcupirtm Provinzm wahrscheinlich dem prmßifchm Staate einverltibt werden, und diese Wendung legt auch einem südifchm Blatt,: eine ernster Erwägung nicht unwerthe Betrach - tmg nahe. Elsaß und Lothringen warm bilher diejmigm Distrtcte Frankreich», die abgesehen von Pari» die mgesehmstm und zahlreichst« jüdischen Gemeind« mthielten, derm jüdische Einwohner dm Grmdstock der jüdischen Einwohnerschaft Frankreich» mit LuSnahme weniger pottugiesifcher Elemmte bildetm. Ein wie wichtige» Element st« auch nach anderer Seit« für di« Gemeinde« Frankreich» waren, geht darau» hervor, daß eine große Zahl der auch im übrigen Frankreich fungirendm jüdisch« Theologen, im Elsaß ihre Heimat hattm. Daß nm eine Abttmnung dieser Gemeindm auch eine nicht «nbedeutmde Rückwirkung auf die zurückbleibeuden jüdisch« Einwohner Frankreich« übm wird, läßt sich voraussehm. Allein da» ist «» nicht, wa« augenblicklich unsere Aufmerksanikeit in Anspmch nimmt. Un» liegt die andere Frag« mehr am Herzm: wie werden sich die Judmrerhältuisse der betdm nm zu erwerbende« Provinzm bei ihrer Bereinigung mit de» prmßifchm Staate gestalten? I-a Unsere jütüsch« Brüder 1» Elsaß', «Mt Istthringm hattm ihtther all» Grund mit ihrer L^e zusts^w zu sei«. Sie er- ^rmt« sich uutac ftaozöstscher HerrschaftjjfK pölligm staatlthm Gleichberechtigung, dissutlbedlngte -'Glsichsrellmg der jüdisch« Reitgion-gftioffmfchask ilttit dm andiistu (sonfesstonm hatte sich in'<^ Vethiitwifs» ri»ge1ebl un»M«r s«it langer Zeit unbefMist? Mstchllm und >eltAssm Änstitutionm wurdm auh-GickatSmittr!» erhalten oder 'nm stet Leben gerufen? ihr« Gemeinde-Organisation war geregelt' md unterlag' dm allgemeinm Staattzesetzm, die Ausbildung ihrer Seelsorger war Staate übernommen worden, der ihre amtlich« Steümg »eit jede Rücksicht ms confesflonelle Unterschiete geschwunden. E» war die» zum größt« Theil eine Ermngmfchast der Revolutton, welche auch die Napoleonidm nicht anzutasten wagten. Seim wir gerecht. Man braucht kein Bewunderer der Napoleonifchm Regierungtmaximen zu fein, man kann die politischen Grundsätze dieser nur von egoistischen Triebfedern geleiteten Herrscherfamilie, man kann ihrm entsittlichenden Einfluß und ihre auf die Fälschung der modernm Ideen gerichtetm Bestrebungen nach Gebühr veruttheilm, und man wirtrotzdem nicht lmgnm dürfen, daß sie in gewisser Beziehung dem revolutionären Ursprung ihrer Macht treu zu bleiben durch die Verhältnisse gezwungen wäre«. Sie Hab« durch ihren de»pottschm EgotSmu» die Freiheit ihre» Lande» vemichtet, aber der focialm und politischm'Gleichstellung der verschiedmen Stände und Confessionm habm sie bedeutend« Vorschub geleistet. Auch mit der revolutionären Fordemng der Egalitü habm sie freilich btSweilm nur kokettirt und sie zu ihr« selbstsüchtig« Zwecken benützt; allein gewiss« Confeqnenzen konnte», sie sich immerhin nicht mtziehm und dazu gehötte glücklicher Weife auch die unbedingte Gleichberechtigung der Judm. E» ist bekannt und jüngst erst von Grätz wieder hervorgehobm wordm, eine wie eigmthümliche Stellung Napoleon I. zu dm auf die Emancipation der Judm gerichtetm Bestrebung« einnahm. und dmnoch habm wir seinem Einfluß auch in Deutschland fast Alle» zu verdanken, wa» wir an politischm Rechte» bi» zum Jahre 1848 gmoffm habm. In Frankreich nun, wo diese Berhältniffe nicht wie b«i un» fortwährmdm Hemmung« «nterlagm, ist jede Spur der dem Mittelaller mtstammendm Rechtlostgkett der Judm verschwundm, und untere dorttgm GlavbenSbrüder dürft« im Vergleich mtt dm Verhältnisim in Deutschland ihre Stellung mit stolzer Gmugthuung betracht,»«. Welcher Empfang erwartet nun dagegm dt« jüdisch« Bewohner de« iAsaß und Lothrtngm» bei un» in Preuße»? So

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