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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-10-05 · 40 (5.10.1870) · p. Seite 331

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
40 (5.10.1870)
Date
1870-10-05
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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881 Im Interesse der Gewissensfreiheit und der religiöse« Gleichberechtigung freu» wir un«, Ihnen folgende Mit- Heilung mache» zu können. Mehrere preußisch« Soldaten israelitischer Religion auder kielagenmgSarmee vor Metz liehen für sich und ihre übrigen israelitisch«« Kameraden Herr« Stadttabb. Dr. Friedmann dahier ersuchen, bei dem commandirenden General Herrn v. Manteusfel vorstellig szu werden, daß ihnen gestattet werde, so weit eS die Jntt'ressen deS Krieges ermöglichen, das ReujahrS» und Versöhnung jfest nach den Vorschriften der israelitischen Religion feiern zu dürfen. Dem Ansuchen willfahrend» drückte Herr vr. Friedmann in seiner deSfallflgen mottvirtea Vorstellung «och daS Bedauern aus, daß die iSraelittschea Soldaten im KriegSheere der ©eelfcrg« durch einen Feldgeistlichen gänzlich entbehren, und erklärte in der Lage zu fein, wenn eS ge» «rhmigt wird, eia« an der jüdisch-theologischen Facultät zu vretlau aulgebildeten Eandtdaten deS Predigtamtes präsenttre» z» können, welcher a«S pattiotischer Gesinnung bereit ist, sich sofort zum Zwecke der Ausübung feldgeistlicher Functionen auf de« Kriegsschauplatz zu begebe«. Durch Telegramm vom 25tm d. M. zeigte Herr General v. Manteuffel dem Herrn vr. Friedmann an, daß er die Berücksichtigung der Soldaten 1»r. Glaubens bei Heranziehung zum Dienste an dm hohm Festtagen, so weit «ach dm Vrrhältniffm thunlich, angeordnet und auch di« Smdung eines Candidatm des PredtgtamteS dankbar annehmm würde. Demzufolge begiebt sich der bezeichnet« Eandidat, Herr Dt. vlummstein von hier, in da» Lager vor Metz. (General v. M., deffm politische Gesinnung bekannt, ist ein hochgebildeter Offizier. Er hat auch im v. 3. bei Gelegenheit der großm Manöver in Ostpreußen dm jüdischm Soldaten für Rmjahr und BersöhnungStag Urlaub gewährt. — Ad mam der Gesinnung von Eomwaadirendeal Gmeral von Steinmetz «mmandirte bi» 1865 hier, er galt für etnm W MW. Wir erfahrm au» dem »Israelit', daß auch Herr vr. Lehman« sich wegm der jüd. Soldalm an dm König gewendet hat. Red.) Au» Pvsr» berichtet die »Pos. Ztg.4 vom 26. September: Dmjenigm ftanzösifchen Gefangen«, welche der jüd. Religion angehören, ist gestattet worden, während der jetzig« jüdischm Feiertage am GotteSdimste in dm Bethänsern Theil zu nehmen. DaS »ttadtt. Judenth.4 bringt, theilweise nach der »A. Z. d. 3.', stattstische Notizen über die 3udm in Elsaß und Lothrkngm, welch« jetzt von hohem 3»tereffe sind. 3» diesen beidm Provtazm wohnt mehr al» die Hälfte aller Judm Frankreich», nämlich im Elsaß 46,360 und in Lothringm 8800 zus. 55,100 3udm, »ährmd im übrtgm Frankreich außer Pari» nur 12,400 Judm wohnen. Elsaß hat drei Eonfistottalsprmgel. Straßburg mtt 30 Gemeiudm, 18 Rabbinm, 25 jüdisch« VolkSschulm und 20,800 3udm. Der Eprmgel Colmar hat 45 Gemeind«, 22 Rabbinm, 21 Schul«, 17,000 Seelen. Der Sprmzel Metz hat 23 Gemeind«, 11 Rabbinm, 8500 3udm; Metz selbst hat deren 2800. Lothringm hat ein« Sprmgel: Nancy mtt 85 Gemeinde«, 6 Rabbinm und 8800 Eeelm. Da» »ttadtt. 3udmth.' freut sich in dem Gedanken, daß die Einverleibung in Deutschland ein« Abschaffung der >!onststottal-Verfaffung zu Wege dringe«. und daß e» dann im Elsaß und Lothringm ebm so fein und liebttch werdm würde, wie in Ungarn. Pest. Rabbiner vr. Kayserling hat am Sabbat Kltn 'S seine Antrittspredigt gehalten. Re» - Kork. »3e«. Mess.4 berichtet, daß mit dem »Prinz Start4 85 russische jüdische Fawilim, 122 Personm, angelangt find. vr. Bamberger-Königsberg hatte eine gmaue Liste vorausgejchtck», demgemäß wurden die Einwanderer von dem Comitö t» Rew-Pork empfang« mch weiter besorgt. »Di« Einwanderer, sagt ,3- M.4, sind von eiimehmender Erscheinung «nd werde« «inen willkommene« Zuwachs zu unserer fremden Bevölkerung bilde«. Di« Männer schm körperlich gut und intelligent au« u. s. w. Colonel Coomann, der Oberaufseher von Castle Gardm (Einwanderer.Hau») sagt, diese «sfischm Judm »steh« über dem Durchschnitt der Einwanderer4. »Deborah4 schreibt: »Die Breslauer Wochenfchrist will unsere Behauptung, daß in dm Reform - Gemeindm Amerika'« Friedm herrscht, damit widerleg«, daß wtt in der »JewiSh Time»4 angegriffen worden sind. Eine jüdische Zeitung, die unS nicht angegriffen hat, ist noch nicht dagewesm. Die Zeitung« und Scribmtm sind aber nicht da» Judmthum und nicht die Gemeindm. Innerhalb der Reformgemeinden herrscht ttotz aller bissig« Schreiber der ttefste Frieden.4 Da» mag ganz wohl wahr sein. 3» Amerika findet ja ein« Itio in parte* zwischen Reformern und Orthodox« statt und sie constituttm sich in besondem Gemeindm. Aber die Rabbiner repräsentiren doch vomehmlich die Gemeindm, und jme zank« unter einander. Da» hattm wtt auch nur sag« wollm. Literaturbericht. FH. ASkdete, Die alttestamentliche Literatur in einer Reihe von Aufiätzm dargestrllt. Leipzig, Quandt & Handel. 1868. M. Schultz«, Geschichte der alt-ebräischm Literatur für dmkende Bibelleser. Tho«, Lambeck. 1870. Da» «mH Räldeke'» steht leider nicht aus der Hähe seiner frttherm Leistunze». Aul ««zusammenhängenden Aufsätzen ist «l entstande», die Rildrke für dir .»reuzboten. schrieb, später etwa» vettladertr »nd ergänzte und »na hier al» ein« Art Litteratnrgeschichte herauügtebi. Der Iharaktrr derselben wird durch diesen ihre« Ursprung gekennzeichnet. Die einzelneu Abschnitt» find sehr ungleich, all« aber etwa» ans de» Ifiect gearbeitet, weder ist da» vuch populär genug, um dem Volk empfohlen werden zu können, noch enthält t* die Resultate von Forschungen, welch« de» Gelehrten befriedigen kLnuten. Der Standpuukt Räldeke'« ist der einer zersetzenden, t» die Geschichttdücher zerfetzende» «ritik, der wir nie und «immer zuftimmeu «erdm. Dt« in der Genest» rorkommenden Personen find — nach Räldeke — sämmtltch uuhistorisch, mtt «-»nähme von — man hör« — «in paar edomitische» «nig»namen («. 38.) Da» geht doch noch weit über di« seltsam« Anschauungen hinan«, welche der Groj-Rabbi Aftruc in seinem Geschichttwerke entwickelt hat. lehmiche» läßt sich von der zweiten oben aagqeigte« Schrift sage». Sie steht freilich nicht ganz auf der uebnlose» Hähe der allvernichteudea Räldeke'schen «ritik, st« ist ftetlich gleichmähiger und „».sichtiger, aber nicht gründlicher und jedenfall» geistloser geschrieben. Schultz« läßt wenigsten» einige Insel» noch übrig, welch« dt« «äldeke'sche Skepfi« hinweggeschwemmr hat. Dafür treibt Schultz« sogenannte positi, historische «ritik. Run braucht man aber bloß die Urtheile Räldeke'» und Schultz«'» über ein Md dasselbe vuch zu vergleichen, um zu erkenne«, wie wenig zuverlässig die Ergebnisse dieser Art von «ritik sind. Al» Lurtosa heben wir hervor, daj nach Schultz» da» Lied Rum. 21,17 »VH Leer« säst aus »ine Zauberformel deutet, dt« mau anwendete, um Wasser unter der Grd« zu entdecken. (S. 32.) von David heitt e» (S. 48), daj er au der von Samuel gegründeten Akademie ftudirt Hab«, und »selbst Saul hat sich wiederhol» dort aufgehalten »nd schien stch in der Gesellschaft der Akademiker zu gesallen.« In Jo«l findet Schultz« »nklänge au christlich« vorstrllMge». (S. 67.) Artftotul soll von Pan««» U Palästina nach Aegypten gekommen sefti. (S. 201.) von valkenaer'1 Bemerkung hierüber scheint Schultz« Richt» zu wissen. Dem Vers, der Nettheit Salomo'» sollen die Lehren de« «hristeuthum» nicht (gmk gewesen sein. (S. 203.) Hiernach wird -der denkend« vibelleser», sür dM der Vers, geschrieben habe« will, sich selbst «in Urtheil über dies« Schrift zu bilde» im Stand« sei». I. Briefkasten »er Redaction Herrn C. in W. Den «ttsührlichm Artikel dankend erhalten, der A«»- zug war bereit» abgesandt Md genügt sür unser Blatt. M Hilst eben nur, wenn politische Blätter di« «lagen bespreche«. Berichtigung. i vor. Bl. S. 318», Z. 3l, st. Uebereilnugeu l. Uebertreibuuaea. , ta FeuMetou, Z.7, ».Fernand» l. Alonz». — S.321», letzte eil«, st. Zeit l. aut. — S.322», Lorr. Hannöver, g.31, st. geistigen l. güusttge». — Das. Z. »0 ist «ine Zeile ««»gefalle»- I« muh hechen: Der G»u«r«l<-G»uv«r»e»r Vogel von Aaltoastciu, »er Ober- Präsident Gva» «t. -

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