Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 39 (28.9.1870)
- Date
- 1870-09-28
- Page
- Seite 323 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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823 - Wie«, 17. Sept. Di« »fht'fe* berichtet über eine »Trauung durch einen Wiener Advocaten*. Der amerikanische Bürger Henry R. au» Chicago i« Staate Illinois lernte hier Fräulein Betty 8. kennen. Der eheliche Bund sollte zwei Herzen vereinigen, doch stellten sich religiöse Hindernisse dem liebevollen Vorhaben entgegen. Herr R. ist Jude, Fräulein 8. Katholikin. <S» würde sehr complicirter Schritte bedurft haben, um in Wien für den jüdischen Amerikaner die Eheschließung mit einem katholischen Mädchen zu ermöglichen» und da «an so lange zu zögern nicht gesonnen war» so entschloß man sich in Uebereinstimmung mit den Eltern de» Mädchen» — nach amerikanischem Terrain nnsznwandern. Nicht über den Ocean, sondern einfach in da» Gebäude der hiesigen amerik. Gesandts chaft, deren Boden al» amerikanisch «genommen und geachtet wird. Da» Gesetz vom Starte Illinoi», der Heimat de» Bräutigam», gestattet nämlich die Eheschließung, mit Ausschluß der weltlichen ober geistlichen Autorität und ohne «onfesfionelle Rücksicht, vor jede!: anständigen Persönlichkeit (every proper peraon), und e» galt im vorliegenden Falle daher blo» auf amerikanischem Boden die Brautleute vor eine solche proper pernon treten zu lasten. Der nordamerikanische Gesandte, Mr. Iay, sein 8egationS-Senetär, sowie auch der, refidirende amerikanische Consul, General Post, sie Alle find der deutschen Sprache nicht mächtig genug, um ein solche» Ehrenamt zu übernehmen, und so wendeten sich denn die Eltern der Braut an einen langjährigen Freund der Familie, den Hof- und GerichtS-Advocaten Dr. Sigmund Weil. Dieser erklärte sich zur Uebernahme solchen Mandat» bereit, nachdem er sich zuvor die feste lleberzeugung von der in Amerika unangefochtenen Gesetzmäßigkeit einer durchaus privaten Trauung verschafft hatte. Dieselbe hat gestern stattgefunden. Vermischte und neueste Nachrichten. Paris. Verschiedene jüdische Blätter haben nach der „A. Z. d. I." berichtet, daß der Rabbiner Zad. Kahn seine Beiheiligung an der Syncde zugesagt habe, „llniv. J»r." berichttzt, daß der Rabbiner von Pari» lediglich eine Erholungsreise in Deutschland gemacht und keineswegs die Absicht gehabt habe, sich an einer Versammlung zu betheiligeir. Pest. Ein ächter großartiger CB'H ttmp erregt hier allgemeine Bewunderung. Der Mediciner Dr. Hasenfeld läßt hier ein prachtvolles Hau» bäum, bei dem Samstag und Feiertag geruht wird, jedoch so, daß jeder Arbetter seinm Lohn auch für diese Tage auSgezahlt lekorrmt. Da da» Gebäude eine viertel Million kostm soll, so macht dieS eine Ausgabe von mindestens 6000 fi. DiefcS geschieht in Pest Ende deS 7. DecmniumS des 19. Jahrhunderts und überdies von ein?« Doctor. (Jüd. Pr.) Amsterda». In Holland ist schon von langer Jett her dm JSraelitm der Eintritt in dm Offizierstand erschlossen; nicht wenige Juden nehmm höhere Postm ein. So wurde erst jüngst Herr A MendeS da Costa zum Capitän ernannt. (». I.».) Krakan, 23. September, »Kraj» berichtet, daß in Lodz (Königreich Polen) Tumulte und Schlägereien zwischen preußisch gesinnten Deutschen, welche illuminirt hatten, und französisch gesinnten Juden vorsielen und zahlreiche Verwundungen zur Folge hatten. Di« Regierung legte der Vevölkernug eme Kontribution von 50,000 Rubeln ans. (Xd. d. R. A. T.-Vl.) Literaturbericht. Heßei- und Audachtsßüchtein zum Gebrauch für israelitische Schulanstaltm bearbeitet und herautgegebm von I. Stern, Inspektor der Jacobson'schm Waisenanstalt zu Seesm. Zwette vermehrte Auflage. Nebst einem systematisch geordnetm Spruchbuch al» Handbuch für israelitische ReligionSschüler. Braunschweig (I. H. Meyer), 12. 1870. Lin Rachklang ans der Zeit der Romantik — allwo ein jedes Rabbinerlein — und wäre es noch so klein — sich bumsen fühlte, so lange an den Gebeten herumzubasteln, bi» es ihm gelungen war, eine neue Xefillah zusammeuzustelleu. Warum sollte non nicht auch ein Lehrer in ähnlicher Weise für die Kleinen sorgen? Mit welchem Erfolge? Run wer sich überzeugen will, wie wenig Beruf unsere Zeit zum Sebetmachru habe, der sehe diese« Büchlein au. Line kleine Probe aus dem Abendgebete für den ersten Xag wollen wir unser« Lesern nicht vorenthalten: »Aber jene kleinen Lichtchen da droben — (die Sterne) — mahnen uns, daß auch wir mit dem Lichte unsere» Geiste» die dnnkele Kammer unsere« Herzer« erst noch einmal untersuchen, ob auch da Alle» in stiller Ordnung und stcherer Ruh« sich befinde.» Und so weiter im Texte! D^s Reugeschaffene überbiete» in seiner Seschmacki ldigkeit die so geschmähten Piutim und Jozerv» bei Weitem. Unterrichtet die Kinder, daß sie da» Hebräische geläufig lesen und verstehen, dann bdürft ihr keiner Lebetautzüge und keiner — so kläglich erscheinenden — deutschen Pechinothl Ich Gegensätze zu diesem GeoetbLchlein empfiehlt fich da« auch besonder« edirte Spruchbüchlein durch seine Reichhaltigkeit und Kürze. Reben dem Unterrichte eine» tüchtigen Lehrer«, der fich ml de« Verfasser nicht »al« bloße Absragemaschiuebetrachten will, bietet e» ten Kindern einen genügenden Leitfaden. Doch will e» Referenten bedüukeu, al» ob sowohl in der Vorrede, wie auch in der Anordnung de» Buche« selbst ein Hin- und Herschwankeu fich kund giebt, welche» durchaus nicht dem erstrebten Ziele näher führt, a. jSrieflaftes der Hiedacti«». Geehrten Correspondenten und Freundm, welche uns rcb ihre Wünsche ausgesprochen haben, erwidern wir dankmd und bitten zu mtschuldizm, daß eS nur auf diesem Wege geschieht. Herr Rabbiner vr. Plaezek wir manche Leser «erden mit Bergnügrn erfahren, daß da« Gedicht „der Sieger" in französischer Uebersetzung im „Univ. 3»r." wiedergegeben wird. — Red. da» „Hebt. Lead." Wem, wir von Amerikanern geredet haben, so ergab der Zusammenhang, daß wir die Deutsch-Amerikaner, nicht Katta» oder anderswoher Eingewanderte meinten. — vr. v. Der R. K. ist mir hier nicht zugänglich I Bacarrzeir-Lifte. Kiele. Sr«. Adresse. AnlrtttszeU. cheSall. Mefondere Aemerlinngen. Vorbeter, Santoi, Schächter u. Religionslehrer. Borbeter und Schächter. 3. Lehrer 2. Lehrer. Bor beter. Schächter u. Religiouslehrer. Lehrer und tkautor. Schächter und Bor beter. Fiume. Kieuz a. d. Ostbahn. Mißlitzin Mähren. Ricolai O.-S. Ptrlederg. Pirstavlk beiHrochowteimtz (Böhmen). Ti mpliu (Uckermark). Mäher Luzzatto, Borsteher. Simon Levh,Ta»p. Schöneberg, Vorsteher. Herrn. Ehrenreich, Bllrgerm. Synagogen - Borstand. L. Blumenthal, Vorsteher. Rathan Wohrizek, Präses. I. Kohn, Vorsteher. l. November. Sofort. Ende Ortober. Sofort Sofort Sofort. Sofort, event. t. Oetober«. 8 88g.S? . , s 'PäsS* 1 1 *? »i n Kenvtniß der deutschen nnd italienischen Svrache erforderlich. Rur ledige Bewerber berücksichtigt. Freie Wohnung, Meldungen b. 15. Oct. Freie Wohuuiia, Rebeueiuk., Probevortr. erwünscht, ilkeisek. nur d. Accept. vergüt, ca. 50 Thlr. Rebeneinkünfte, völlig freie Station.