Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 39 (28.9.1870)
- Date
- 1870-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 39.-1870. gmttftfftjit 1. Jahrgang. Wochen-Zchrist für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. Brscheint jeden Mittwoch. Drei» vierteljährlich 20 Bilbergroschen. ffc Mt dreifpoitig» Petitzeile o*tr bnrn Raum l«/i «gr. veranlwortticher VUbettnr und Heran»g«b«r Rabbiner Dr. A. Trenenfeks in Stettin. Breslau, 28. September 1870. Zn bezieh«» durch olle Buchhandlungen «ad Postanstallen. )»s,««te>. Annahme tt» t,K Schimer'schen Buchhandlung (H. Skutsch) i« Breslau. Inhalt Leitend« Artikel: Ursache» »»d wirkuagea. ll. Kriegs-Nachricht«. gtnil«»»: Juautta. Heimathaklsnge. Berichte »uh T»rrespO»d«nz«: Deutfchleind: Lu» der Provinz Hannover. $j|»itn. Kempen c. Rh. Hamburg. Mtnchen. Oesterreich: W en. vermischte »»» »e»est« Nachricht»»: Pari«. Pest, »msierdam. Kraton. rtteraturdertcht. vrieskaste». v«««»z«»-Liste. Inserate. WM An «nfere Aö-nnentenl 'MW Mit Nr. 40 beginnt das vierte Quartal der Israelitische« Woche«schrift. Um Störungen in der Expedition zu vermeiden, bitten um schnellste Erneuirung der Abonnements bei den betreffenden Postanstalten und Buchhandlungen. Zugleich ersuchen diejenigen unserer Herren Abonnenten, milche die WochenschiHß von un» direct bezichm und mit den Abonnements-^sahlungen für die ersten drei Quartale noch im Rückstände find, um gefällige sofortige Einsendung der qu. Bettäge. Die Expedition. Kchkrtter'fche Wuchyaudtuust (K. Kstutfch) ia Breslau. Ursachen und Wirkungen. ii. dt versteht sich wohl ganz von selbst, daß wir nicht von den politischen Ursachen deS Kriege» zu reden Vorhaben. Aber auch eine Besprechung der moralischen Ursachen desselben wollen wir vermeide«. Da- Thema von den Sünden Frankreich-, seine- Kaiser-, seine- Katserthum« und seine- Bolkeist unser« Lesern in allen Variation« oft genug vorgetragen worden. Sie erinnern sich auch vielleicht unsereerste« Leitartikel- »zum fiebenzehnten Tammu»', in welchem wir von den Sünden DeMschland» gesprechen haben. Derjenige Theil unserer vettag-predigt, welcher diese Idem a»-führte, ist in eia«, hiesig«, der Fortschritt-Partei angeh-rigen Blatte abgedruckt und beifällig aufgmommm wor» dm; wir haben nicht gehört, daß Jemand davon uni Gesagte für «ine Kapuztnad« erklärt hätte. Wir habm fern« berichtet, daß ein christlich« Prediger in Hamburg desselben Tageganz dteselbm Gedanken ausgesprochen hat, auch dies« Bericht hatte et« höchst steifinaigepolttische- Blatt offmbar billigend mit« gethttlt. E» läßt sich d« alte Saaawmdm: »daböse (religion-- feindliche) Prtncip muß wid« Will« 8mm sag«'; die gesammte Presie — die französisch« freilich au-genommm — sieht in dem Gange d« Ereignisse, in dm deutsch« Siegen» in dem üb« alle Erwartung jähm und ttefm Sturz« defranzösischen Kaiserein Gottesgericht, eine göttliche Fügung;') wir hörm und lesm, wie Lmte von Gott und Vorsehung redm und schreibm, die sonst diese Wotte nicht in den Mund aehmm. Eläßt sich wohl hoffm, daß da- Weh de- Kriegevielfachen Segm herbei» führm wird, nicht nur für die Gestaltung der politisch« Dinge, dir un» hi« nicht beschäftigt, sond«n in ein« fitttichm und reli» giösm Kräftigung und Emm«ung für beide Völk«, eist eine harte Cur: »Wundm und Schäden w«dm geheilt durch tztzmerzbafte Mitttt' (Spr. 21), da- Kreb-geschwür de- Eäsari-mu-, welch« ttef um sich gefreffm hatte und mit sittlich« Fiulniß ganz Europa zu v«ziftm drohte, ist mit scharfem Eis« h«au-zeschnitten. Ein weiteres Mommt ist die gewaltige Nied«lage des Papstthum», an dem buchstäblich da» Prophetmwott erfüllt ist: »Es wird dn Schutzgott zu Werg und sein Bildner zum Funk«, und sie verbrmnen beide mtt einand«, niemand löscht.^ (Jes.1,31.) Es kann dahin gestellt bleibm, ob man Papst odn Kais« al» Schütz« oder Schützling ansehm will. Auch hi« sind Ursache und Wirkung klar zu erkenn«, und d« Zusammmhang wird nicht besttittm, da selbst die Ulttamontunm mit bekannt« Geschwindigkeit die Segel gewmdet habm. Endlich ist, diesmal fteilich vorzugsweise in jüdisch« Blät« t«n — in diesm ab« auch ohne Untttschied — hervorgehoben Word«, wie die gepriesene Civilifation, dn ganze Dünkel de» 19. Jahrhundert-, elmdiglich bankerott geworden ist. Nicht nur daß die Eivilisation abermals ein« Krieg, dies« beklagen-» w«1hestm all« Kriege, welche unsne Gmnation «lebt hat, nicht zu v«hind«n vnmocht hat, sondnn es wird die Civilifation selbst, die Humanität zu Schanden! Wir könnm von un« sagen (ab« nicht rühm«), daß wir leid« die» rorau-ge^agt habm. In d« Bettag-predtzt bab« wir den Satz ausgesprochen: ,W«n dies« Krieg länger andauem sollte, wohin würde dann unf«e Gesittung selbst gerathm? Dies« Krieg ist ein Völker« *) Der Herr Rrtaftntr de» »Union« tlr.< fragt bitter: ob wir den« auch in den Ereignissen von IMS und 1807 den Finger Botte» erkennen. Dir Frag« ist nicht an unsere Adresse gerichtet, smidern an Herr» Silbermann, der dem »Univ. i»r.« für ein wahre» «nüaut tcrrtble gilt Wir erwidern jedmh, geroiß in de« Benannten Sinn, laut und feierlich; Ja, ganz gewiß! Noch mehr, die gesammte demsch« Beschichtschreibung erkennt die» an; Herr Bloch nehme irgend ein seit <0 Jahren erschienene» deutsche» BeschichMwerk zur Hand, er wird daffelb« Urtheil finden. Di« »n» nahmen find gar nicht nennen»w«rth.